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Wie du als Junior Bauleiter durchstartest

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Inhaltsverzeichnis

Erstmals seit längerer Zeit sitze ich in dieser Folge mal wieder allein vor dem Podcast-Mikrofon. Der Grund dafür sind die Anfragen, die mich zurzeit fast wöchentlich erreichen: Angehende Junior Bauleiter und Junior Bauleiterinnen wollen von mir wissen, was es braucht, um im Berufsleben durchstarten zu können. Deshalb fasse ich nun in einem separaten Baublog meine wichtigsten Tipps zusammen.

Welche Schule ist die beste? Wie viel Baustellen-Erfahrung benötigt man als Junior Bauleiter? Und wie sieht es eigentlich mit dem Lohn aus? Wenn dich momentan solche Fragen beschäftigen, werde ich dir mit diesem Baublog definitiv weiterhelfen.

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Grundvoraussetzungen

Damit du überhaupt Bauleiter werden kannst, musst du eine von diesen beiden Voraussetzungen erfüllen: Ein Weg ist eine handwerkliche Ausbildung. Ein anderer führt über das Ingenieurs- oder Architekturstudium. Hast du eine handwerkliche Lehre gemacht, brauchst du mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Diese Bedingung kann aber je nach Schule etwas variieren – da solltest du dich vorher gut informieren.

Ich bin jedoch der Meinung, man sollte mindestens 3 oder 4 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Denn als Junior Bauleiter wirst du Aufträge erteilen müssen und je mehr Erfahrung du bereits gesammelt hast, desto mehr Respekt wird dir bei der Arbeit entgegengebracht. Damit will ich nicht sagen, dass du es nicht probieren solltest – aber das Alter und die Erfahrung machen es definitiv einfacher.

Die richtige Ausbildung

Nun stellt sich die Frage nach der richtigen Ausbildung und Schule: diplomierter Bauleiter, eidgenössisch diplomierter Bauleiter oder die Technikerschule? Ich finde, die Technikerschule geniesst in der Branche das höchste Ansehen und bietet die zeitgemässe Bauleiterausbildung schlechthin. Natürlich spielen da auch die Präferenzen des Unternehmens, das dich später einstellen soll, eine Rolle.

Weitere Infos zur Ausbildung findest du beispielsweise auf der Website der Schweizer Schule für Technik und Management (IBZ) oder beim Verband HFP.

Das richtige Unternehmen

Du musst dir überlegen, in welcher Branche du künftig die Bauleitung übernehmen willst. Liegt dir eher der Hochbau (Wohnbauten, Hotels, Verwaltungsgebäude etc.) oder der Tiefbau (Strassenbau, Tunnelbau, Bau von Versorgungs- und Entsorgungsnetzen etc.)?

Bei der Wahl der Firma innerhalb einer dieser Branchen kann ich dir gerne behilflich sein. Wichtig ist, dass du das Unternehmen vorher persönlich kennenlernst (dazu kommen wir noch im nächsten Kapitel).

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Die richtige Lehrperson

Ich selbst war auf der IBZ und bin zufrieden mit dieser Schule. Ich habe jedoch festgestellt, dass die Baustellen-Erfahrung vor Ort für den Beruf sehr wertvoll ist – und diese kann dir keine Schule ersetzen. Deshalb ist es so wichtig, dass du eine kompetente Lehrperson hast. Sie ist es, die bei dir als Junior Bauleiter im Vordergrund stehen sollte und nicht etwa der Lohn.

Doch wie findest du als unerfahrener angehender Bauleiter den richtigen Ausbildner? Zunächst musst du dir verschiedene Lehrbetriebe anschauen: Generalunternehmer, Totalunternehmer, Architekturbüros, Bauleitungsbüros – schau überall nach, wo sie Junior Bauleiter brauchen. Oder frage mich; im Raum Zürich, Bern und Basel habe ich meine Kontakte, mit denen ich dir gerne weiterhelfe.

Ich empfehle dir, einen Schnuppertag oder sogar eine Schnupperwoche im Betrieb zu machen und dabei deinen potenziellen Ausbildner unter die Lupe zu nehmen. Schliesslich wird er dreieinhalb Jahre lang die zentrale Figur in deinem Berufsleben sein. Wie wählt er die Unternehmen aus? Wie wichtig ist ihm die Bauqualität? Spricht er höflich und respektvoll mit den Unternehmern und seinen Mitarbeitern? Kann er gut erklären? Oder ist er immer zerstreut und hektisch und hätte eh keine Zeit, dir irgendetwas beizubringen?

Einen Schnuppertag zu absolvieren, macht ohnehin einen guten Eindruck. Zeige ausserdem Interesse und stelle gute Fragen; auch das kommt positiv an. Stellst du dem Ausbildner Fragen aus deinem Fachgebiet, prüfst du nebenbei gleich noch seine Fachkompetenz.

Wie viel verdient ein Junior Bauleiter?

Dein Gehalt hängt stark von deiner Berufserfahrung ab. Nehmen wir an, du hast eine Maurerlehre gemacht, hast 2 Jahre auf dem Beruf gearbeitet und einen Lohn von 5’000 bis 6’000 Franken. Dann ist es möglich, dass du, je nach Grösse des Betriebs, irgendwo zwischen 3’000 und 5’000 Franken verdienst. Bringst du aber bereits ein Jahrzehnt Berufserfahrung mit, sollte der Lohn schon eher bei rund 4’500 bis 5’500 Franken liegen. Unter dem Strich gilt: Je mehr Aufgaben du eigenständig erledigen kannst, desto mehr verdienst du.

In einem früheren Baublog habe ich bereits ausführlich über das Thema Bauleiter-Lohn berichtet und dabei ganz offen meine Karten auf den Tisch gelegt.

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So sollte ein Bauleiter sein

Ein Teamplayer. Du allein baust kein Haus, du brauchst dazu viele gute Unternehmer, die dich unterstützen.

Ein Kommunikator. Du musst mit Bauherren, Unternehmern, Investoren, aber auch mit dem Lehrling und dem Hilfsarbeiter zurechtkommen und respektvoll umgehen.

Ein Entscheider. Wenn du immer wieder Entschlüsse widerrufst, werden die Unternehmer keine Freude an dir haben. Musst du mal eine falsche Entscheidung rückgängig machen, solltest du dies offen und ehrlich kommunizieren.

Ein Analytiker. Du wirst als Bauleiter vor Problemen stehen, die du analytisch und sachlich – nicht emotional – lösen musst.

Ein Durchsetzer. Du wirst lernen müssen, deinen Willen durchzusetzen und mit einer klaren, fairen Linie Konsequenzen folgen zu lassen, wenn sich jemand falsch verhält.

Weiter brauchst du als Junior Bauleiter eine gute Auffassungsgabe, unternehmerisches Denken und die Bereitschaft, dich ständig weiterzuentwickeln. Ganz wichtig: Termindruck, lange Arbeitszeiten und schwierige Verhandlungen erfordern eine hohe Belastbarkeit. Kann man mit diesem Druck nicht umgehen, droht ziemlich schnell ein Burnout.

Und zum Schluss noch mein Lieblingspunkt: die Organisationsstärke. Irgendwann wirst du auf der Baustelle wie ein Dirigent den Takt angeben und regelrecht in einen Flow reinkommen. Das Lösen von vermeintlich unlösbaren Aufgaben macht richtig Spass, das kannst du mir glauben! Und jede gelungene Lösung trägt dazu bei, dass du künftig mehr verdienst und noch spannendere Projekte bekommst. 

Falls dir diese Folge weitergeholfen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse
Marco

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