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Tipps gegen Schlamm und Luft im Heizungssystem

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Inhaltsverzeichnis

Teuer und ineffizient: Schlamm und Luft im Heizungssystem treiben den Wirkungsgrad nach unten und deine Heizkosten in die Höhe. Ausserdem machen sie die Anlage anfälliger auf Schäden. Der heutige Baublog bietet Hausbesitzern und Investoren deshalb wertvolle Tipps: Wie kannst du Schlamm und Luft im Heizungssystem vorbeugen? Welche Rolle spielt dabei die Wasserqualität? Was sind die grössten Probleme bei Heizleitungen in Neubauten und was ist die Lösung?

Diese und weitere Fragen beantwortet Daniel Stadler von der Firma IMI Hydronic Engineering Schweiz AG. Daniel ist Gastreferent an der Fachhochschule Horb und seit 28 Jahren als Verkaufsberater bei IMI tätig. Das Unternehmen ist führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der thermostatischen Regelung, Druckhaltung, Schmutzabscheidung und Entgasung.

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Die Wasserqualität

In allen Gebäuden, in denen geheizt oder gekühlt wird, ist Wasser als Energieträger unterwegs. Deshalb meine erste Frage an den Experten: Welche Rolle spielt das Wasser, wenn es um das Vermeiden von Schlamm und Luft im Heizungssystem geht? 

«Die Wasserqualität hat einen grossen Einfluss auf die Effizienz und die Lebensdauer der Heiz- und Kühlsysteme.»

Schmutz und Luft sollte man aus den wassergeführten Systemen entfernen. Das ist eine wichtige Massnahme, um den Verschleiss der Bauteile zu verringern und die Lebensdauer zu erhöhen, erklärt Daniel.

Auch wenn das Wasser in der Schweiz im weltweiten Vergleich eine hervorragende Qualität besitzt: Es gibt Inhaltstoffe im Wasser, die man entfernen sollte. Da geht es vor allem um Härtebildner, die mit Kalkablagerungen an den Wärmeerzeugern ein Übertragungsproblem verursachen.

«Der Ansatz von IMI beruht jedoch weniger auf chemischen und mehr auf physikalischen und damit nachhaltigeren Lösungen.»

Das Problem Luft im Heizungssystem

Wasser beinhaltet immer auch Luft. Füllt man 1’000 Liter Trinkwasser in ein Heiz- oder Kühlnetz ein, enthält es rund 22 Liter Luft. Dieser Luftanteil ist leider mit Blick auf solche Anlagen problematisch – vor allem der Stickstoff, der etwa 77 Prozent davon ausmacht.

Wenn nun die Leitungen bei einem Neubau mit Wasser befüllt werden, sollte auf der anderen Seite das gleiche Volumen an Luft austreten. Dies ist aufgrund der heutigen Bauweise ein sehr schwieriges Unterfangen. Gelingt die Entlüftung nicht, sammelt sich der Stickstoff an den Hochpunkten im System und macht sich bald mal durch Zirkulationsstörungen und gluckernde Geräusche bemerkbar. Davon sind insbesondere die oberen Stockwerke betroffen – doch die Folgen tangieren letztlich alle Bewohner und Nutzer des Gebäudes.

«Nur schon geringe Volumen an Luft im System beeinträchtigt die Wärmeübertragung enorm.»

Die Expertentipps gegen Luft im System:

  • Gründliches und langsames Füllen
  • Korrekt eingesetzte und funktionierende Druckhaltung
  • Gegen Luft, die schon im System ist: der Einsatz eines Vakuum-Abscheiders
 

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Geschlossene Druckhaltesysteme

Wenn es wegen der Wasserqualität zu Problemen kommt, muss man die Symptome davon bekämpfen. Klüger wäre es jedoch, solchen Problemen vorzubeugen und sie gar nicht erst zuzulassen. Aus diesem Grund hat IMI geschlossene Druckhaltesysteme entwickelt. In der Anlage braucht es ein Volumen, in das sich das erwärmte Wasser – da es bei konstantem Druck mehr Platz braucht als das kalte Wasser – ausdehnen kann. Früher waren dies offenen Systeme mit direkter Verbindung nach aussen. Wegen Korrosion möchte man aber möglichst wenig Sauerstoff im System. Moderne Expansionsgefässe funktionieren als geschlossenes System und minimieren damit das Korrosionsrisiko.

Das Problem Schlamm

Ein wichtiger Faktor für die Schlammbildung ist das Füllwasser selbst und der Sauerstoff darin. Das reaktive Gas kommt mit den Eisenleitungen in Kontakt, beginnt zu korrodieren und verursacht schliesslich Schlammbildung.

Weiter kann eine unsachgemässe Lagerung der Leitungen beispielsweise Dreck, Sand oder Staub ins System bringen. Das gilt es selbstverständlich zu vermeiden. Auch solche Verschmutzungen können aber mit Schlammabscheidungen entfernt werden. Diese fungieren als Filter vor dem Kälte- bzw. Wärmeerzeuger. Um Magnetit, das Erzeugnis von Sauerstoff und Eisen, gründlich rauszufiltern, braucht es ein Magnet-Attachement, das die Firma IMI zusätzlich einbaut.

Sind diese Massnahmen nötig?

Wenn du diese Tipps berücksichtigst, verlängerst du die Lebensdauer deines Heiz- oder Kühlsystems. Doch die Planer und Ingenieure, die Daniel berät, sind manchmal skeptisch: Braucht es diese Massnahmen wirklich? «Ja», sagt Daniel. Die heute verbauten Komponenten seien sehr sensible Produktentwicklungen, die zwingend gutes Wasser benötigen. 

Das Ganze hat auch etwas mit der heute tiefer eingestellten Heiztemperatur zu tun: Je höher die Temperatur des Heizsystems, desto besser ist die Wärmeübertragung in den Gebäuden. Heute heizt man aus ökologischen Gründen im Vergleich zu früher jedoch mit viel tieferen Temperaturen – und ist dadurch darauf angewiesen, dass die Bedingungen für die Wärmeübertragung optimal sind.

Mehr Infos…

…zur IMI Hydronic Engineering Schweiz AG findest du auf der Firmenwebsite oder auf LinkedIn. Wasserqualität ist auch Gegenstand dieses Baublogs mit Evodrop – da geht es allerdings um Trinkwasser aus dem Wasserhahn.

Wenn dir dieser Baublog gefallen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse
Marco

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