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Das musst du als Bauherr über BIM wissen

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«Wenn man es nicht schafft zu planen, plant man, es nicht zu schaffen.» Dieses Zitat des Wissenschaftlers Benjamin Franklin musst du dir beim Bauen besonders zu Herzen nehmen. BIM kann dabei eine grosse Hilfe sein. Diese Arbeitsmethode für die vernetzte Planung ist bei komplexen Projekten längst im Baualltag angekommen. Aber wann lohnt sich BIM und wie kannst du als Bauherr von der Bauwerksdatenmodellierung profitieren? Genau darum geht es im heutigen Podcast.

Du erfährst alles, was du über BIM wissen musst, von Julian Amann, Geschäftsführer und Partner der Firma Singular aus Zürich. Er ist Architekt und hat lange in diesem Beruf gearbeitet, bevor er dann vor vielen Jahren angefangen hat, sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Mit dem Unternehmen Singular ist Julian als BIM-Berater tätig. Die Firma entwickelte eine Software, die sich explizit an Bauherren wendet und ihnen hilft, die Qualität bei BIM-Projekten zu sichern.

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Was ist denn überhaupt BIM?

BIM steht für «Building Information Modeling». Es handelt sich um eine Prozessbeschreibung, wie man mit digitalen Mitteln plant, baut und betreibt. Man erstellt dabei 3D-Modelle, um Simulationen und darauf basierend Optimierungen durchzuführen. Dazu gehören etwa Energiesimulationen, Kostenberechnungen oder Zeitplanungen.

Statt zweidimensional wird bei BIM also in drei Dimensionen geplant; davon erhofft man sich einen hohen Effizienzgewinn.

Ab wann lohnt sich BIM?

Bei komplexen Projekten mit einer Vielzahl an Planern sind digitale Mittel inzwischen unverzichtbar, sagt Julian. In gewissen Ländern ist ab einer bestimmten Bausumme BIM sogar Pflicht!

«Es ist heute kaum mehr denkbar, grosse Bauprojekte ohne BIM zu planen.»

Bei einem Einfamilienhaus ist es noch selten im Einsatz. Doch Julian hat auch schon bei solchen Projekten Architekten gesehen, die mit 3D-Modellen arbeiten.

Logo Singular

Die grössten Vorteile

Es gibt eine ganze Menge Anwendungsfälle, die man aus den 3D-Modellen ziehen kann. Das geht von der Vorplanung über die Bauprojektausschreibung bis hin zum Facilitymanagement. Würde Julian jetzt alle Vorteile aufzählen, würde das den Rahmen des Podcasts sprengen…

«Die grössten Vorteile von BIM sind in den Bereichen Qualität, Zeit und Kosten.»

Einen fetten Pluspunkt gibt es in der Kostenplanung. Anhand des Modells kannst du eine komplette Kostenschätzung machen und das finanzielle Risiko minimieren. Ausschreibungen werden immer öfter mit BIM gemacht und dann mit Kostendatenbanken verbunden. Auch bei Planung und Logistik, aber ebenso bezüglich Nachhaltigkeit sieht Julian einen grossen zusätzlichen Nutzen.

Schläft die Baubranche noch?

Ich bin seit 18 Jahren auf der Baustelle, seit zwölf Jahren als Bauleiter. Dennoch durfte ich noch nie mit BIM arbeiten. BIM gibt es schon seit rund drei Jahrzehnten – hinkt denn die Baubranche bei der Digitalisierung hinterher? Julian weiss aus Studien: Die Baubranche ist im Vergleich zu den anderen Wirtschaftszweigen punkto Digitalisierung immer im unteren Drittel zu finden.

«Wir sind in etlichen Bereichen teilweise in den 70er-Jahren hängengeblieben.»

Die Gründe dafür sind in der Natur der Baustelle zu suchen. In der Autoindustrie arbeiten die gleichen Leute quasi unter «Laborbedingungen» immer am gleichen Produkt. Hier sind Optimierungen einfacher zu erzielen. Im Gegensatz dazu ist jede Baustelle immer anders. Jedes Gebäude ist ein Prototyp.

Der zweite Grund: Es geht der Bauindustrie noch immer zu gut. In den Niederlanden, wo nach der Wirtschaftskrise auch die Bauindustrie stark gelitten hatte, arbeitet man viel stärker mit BIM. Der existenzielle Druck führte dazu, dass man vermehrt nach Möglichkeiten zur Kostenoptimierung suchte und sich deshalb intensiv damit auseinandersetzte.

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Die ersten Schritte für dich als Bauherr

Zunächst muss sich der Bauherr über seine Motivation im Klaren sein. Weshalb möchte er mit BIM arbeiten? Wie lautet die Zieldefinition? Dann müssen die Zusammenarbeit und die Leistungsanforderungen an die Planer geregelt sein. In welcher Planungsphase willst du von den Planern welche Daten? Das muss man alles bereits am Anfang in den Verträgen festhalten. Hier besteht die Kunst darin, das korrekt zu formulieren.

Das Produkt von Singular hilft dir in diesen Prozessen bei der Qualitätssicherung, indem es Modelle und die Kongruenz mit den Normen und Anforderungen automatisch prüft.

BIM erfordert von dir als Bauherr eine intensivere Auseinandersetzung. Du kannst dir das Wissen etwa in Kursen oder aus Büchern aneignen. Gerne gibt dir bei Fragen auch Julian Auskunft. Das Team von Singular, bestehend aus lauter «BIM-Nerds», findest du auf der Firmenwebsite. CEO Julian Amann hat ausserdem ein LinkedIn-Profil

Im Podcast hörst du noch mehr zur Zukunft von BIM und zum Optimierungspotenzial, beispielsweise im Facilitymanagement. Wenn du dich für BIM interessierst, dann interessierst du dich definitiv auch für IPD. Du weisst nicht, was das ist? Dann unbedingt hier weiterlesen!

Wenn dir diese Folge weitergeholfen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse

Marco

Auch Du möchtest mit dem Podcast mehr Sichtbarkeit erlangen und zusätzlich von einem Blogbeitrag profitieren?

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