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Dein Weg zum perfekten Abdichtungskonzept

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Was wäre für dich bei deinem Gebäude weniger schlimm: Eine Schraube locker zu haben oder nicht ganz dicht zu sein? In Bezug auf dein zukünftiges Gebäude wäre Letzteres mit Sicherheit problematischer…

Du erfährst heute, wie du die häufigsten und teuersten Gebäudeabdichtungsschäden vermeidest. Wir zeigen dir den Weg zum perfekten Abdichtungskonzept für dein Gebäude. Und wusstest du, dass es verschiedene Arten von einem dichten Bauwerk gibt? Denn «dicht» ist nicht gleich «dicht»!

All das besprechen wir im Interview mit Eric Birkigt, dem Geschäftsführer der Vistona Experts AG. Er ist auf dem Gebiet dermassen bewandert, dass er bei Schadensfällen als Experte herangezogen wird. Eric hat Bauingenieurswesen studiert und arbeitet seit 11 Jahren in der Bauwerksabdichtung. Die Vistona Experts AG ist an sechs Standorten in der Deutschschweiz und der Romandie vertreten. Ihre Ingenieure beraten Bauherren und entwickeln Konzepte – sowohl bei Um- als auch bei Neubauten und Sanierungen.

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Der Weg zum perfekten Abdichtungskonzept

Die wichtigste Anforderung ist unter dem Strich ganz einfach, dass es dicht ist. Es gilt dabei jedoch die Interessen der Bauherren und Investoren zu berücksichtigen. Bei den einen steht Nachhaltigkeit im Vordergrund, bei anderen geht es vielleicht primär um Rendite. 

«Die optimale Abdichtungslösung ist nicht immer die billigste oder die teuerste, sondern die, welche ins Risikoportfolio und zum Bauherrn passt.»

Eric findet, dass das Abdichtungskonzept relativ früh in die Planung mit rein muss. Es müssen nicht viele Punkte berücksichtigt werden, doch die haben Auswirkungen auf die Statik und die Architektur deines Gebäudes. Die perfekte Abdichtung findet sich dann im Laufe des Prozesses, in welchem der Bauherr seine Prioritäten festlegt – zum Beispiel, dass es optisch gut aussehen muss.

Am besten also schon im Vorprojekt alle deine Experten an einen Tisch bringen und das Ganze anschauen. Wie möchte ich das Gebäude nutzen? Welche Belastung kommt vom Wasser? Muss es schon von Anfang an dicht sein oder erst, wenn Mieter einziehen?

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Worauf musst du sonst noch achten?

Zunächst ist zu definieren, wer vertraglich dafür verantwortlich ist. Gemäss Norm SIA 118 bist du als Bauherr respektive Investor für die Planung mit allen Details verantwortlich. Normalerweise hast du dafür jedoch Fachplaner im Einsatz, in der Regel macht das der Architekt. Bei der Weissen Wanne, einer wasserundurchlässigen Stahlbetonkonstruktion, ist es hingegen üblich, dass der Ingenieur für die Planung zuständig ist. Ob Ingenieur oder Architekt: Diese Frage gehört früh geklärt.

Weiter gilt es, für dich zeitig zu entscheiden, welchen Grad von Flexibilität du für dein Gebäude willst. Mit anderen Worten: Möchtest du gewisse Räume zu einem späteren Zeitpunkt umnutzen? Das nachträglich umzurüsten, würde grosse Kosten verursachen.

Was heisst hier überhaupt «dicht»?

In den Normen finden sich vier verschiedene Dichtigkeitsklassen. Die Dichtigkeitsklasse 1 ist dabei die höchste und lässt sich als «staubtrocken» bezeichnen. Bei der Dichtigkeitsklasse 4 kann das Wasser durchlaufen. In der Schweiz vereinbart man generell die Dichtigkeitsklasse 2 für Räume, die man häufig im Untergeschoss antrifft. Es sind dort «lokale Feuchtstellen» erlaubt.

«Als Faustregel gilt hier: Auf der Fläche eines Fünflibers darf es feucht sein, aber nicht mehr.»

Bei hochwertig ausgebauten Räumen in Untergeschossen braucht es Dichtigkeitsklasse 1. Die Klassen 3 und 4 gibt es bei Gebäuden in der Schweiz eigentlich fast nicht mehr. Es gibt vielleicht Parkhäuser, wo man 3 oder 4 akzeptiert und das Wasser einfach wegleitet. So wird es in Ländern wie Italien oder Frankreich standardmässig gemacht.

Doch Eric findet, im DACH-Raum sollten wir ein Abdichtungskonzept anstreben, das Wasser verdrängt und es gar nicht erst ins Gebäude einlässt. So kann es dort nämlich auch keine Schäden anrichten.

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Achtung: Die häufigsten Schäden bei Abdichtungen

Die Versicherungen in der Schweiz zahlen pro Jahr rund drei Milliarden Franken für Schäden im Zusammenhang mit Abdichtungen. Etwa ein Drittel davon bezieht sich auf Schäden unter Terrain, wo das Wasser von aussen ins Gebäude eintritt. Die häufigsten Schäden durch Risse treten etwa nach zwei Jahren auf.

Eine grosse Herausforderung stellt die Kontrolle der Temperatur dar. Eric berichtet, dass in der Baugrube im Sommer bis zu 50 Grad gemessen werden. Im Winter hingegen gab es schon eine Woche lang Temperaturen von minus 10 Grad.

«Die Wetterextreme gehen immer weiter auseinander – und das hat auch Einfluss auf unsere Bauwerke.»

Die Gebäude ziehen sich im Winter zusammen und dehnen sich im Sommer aus. Diese thermische Ausdehnung ist für den Ingenieur nur schwer zu berechnen. Die Lösung wären Dilatationsfugen, die aber wartungsintensiv und optisch nicht so hübsch sind. (Darüber habe ich übrigens bereits in einer früheren Folge gesprochen.)

Weiter können Schäden bei der Planung der Schnittstellen zu den Bereichen Sanitär und HLK entstehen.

Ausserdem sieht Eric oft Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation mit dem Bauherrn. Für diesen bedeutet «dicht» keine Feuchtigkeit im Innern zu haben. Aber wie oben erklärt gibt es ja unterschiedliche Ausmasse von Dichtigkeit und das kann zu Enttäuschungen beim Resultat führen.

Mehr über die Vistona Experts AG erfährst du auf ihrer Website und auf LinkedIn kannst du dich mit Eric verlinken.

Wenn dir diese Folge weitergeholfen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse

Marco

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