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Die Wohnraumlüftung: Von der Planung bis zur Wartung

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Inhaltsverzeichnis

In diesem Baublog dreht sich alles um die kontrollierte Wohnraumlüftung, kurz KWL. Im Experten-Interview geht es unter anderem um die Planung und die Wartung einer solchen Anlage. Wir sprechen aber auch über mögliche negative Nebenwirkungen einer falsch eingestellten Wohnraumlüftung und über die wichtigsten Normen in diesem Zusammenhang.

Dieser Beitrag ist sozusagen die Fortsetzung zum ersten Baublog zum Thema, den du unter diesem Link findest. Wir tauchen diesmal noch tiefer in die Thematik ein.

Als Gast dürfen wir zum zweiten Mal Thorsten Erichsen begrüssen. Er ist Technical Manager an der Zehnder Academy der Zehnder Group AG. Thorsten hat Energie- und Versorgungstechnik studiert und ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Fachplaner in der technischen Gebäudeausrüstung. An der Zehnder Academy ist er für interne und externe Aus- und Weiterbildungen zuständig. Ausserdem ist er als technischer Berater für den Umgang mit BIM tätig.

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Fachplanung ist nötig

Für Thorsten ist klar: Eine kontrollierte Wohnraumlüftung benötigt eine Fachplanung. Es sollte mittlerweile in der Baubranche allen bewusst sein, dass dies ein spezielles Thema ist, das viel Fachkenntnis und eine tiefgründige Betrachtung erfordert. Bei grossen Mehrfamilienhäusern übernimmt die Planung in der Regel ein auf Haustechnik spezialisiertes Planungsbüro. Dieses trägt die Verantwortung für die Planung, die ein Unternehmer dann umsetzt.

«Eine KWL macht man nicht einfach so und irgendwie funktioniert das schon…»

Wer eine Wohnraumlüftung plant, muss sich mit den entsprechenden Normen auseinandersetzen. In diesem Fall schlägt man in der Schweiz die SIA 382/1 nach. Noch genauer die seit Mai 2021 geltende 382/5 mit dem Titel «Mechanische Lüftung in Wohngebäuden».

Zehnder Schweiz

Bestimmung der Luftmenge

Das SIA-Regelwerk braucht es unter anderem für das Errechnen der Luftmengenbilanz. Das ist bei so einer Anlage ein ganz entscheidender Punkt. Es ist tabellarisch festgehalten, welcher Nutzungsraum wie viel Luft bekommt und so lässt sich die Gesamtluftmenge für die Wohnung kalkulieren. Dabei handelt es sich um Mindestmengen für die Mindestanforderung.

Durch die unterschiedlichen Räume mit unterschiedlichem Bedarf kann sich ein Ungleichgewicht zwischen Ab- und Zuluft ergeben. Dies gleicht man bei der Planung je nach Fall durch das Anheben der Zuluft oder das Anheben der Abluft wieder aus.

Schliesslich weicht man oft zusätzlich etwas nach oben ab, damit die Lüftung in unterschiedlichen Nutzungsfällen in einem sinnvollen Mass Luft fördert und absaugt.

Die Tücken der Ausführung

Für die korrekte Ausführung einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist der für den Einbau zuständige Unternehmer verantwortlich. Dies gilt auch für die Inbetriebnahme, sofern er diese Dienstleistung nicht bei einem Partnerunternehmen eingekauft hat. Danach ist der Betreiber zuständig für die Funktionalität der Anlage und nicht mehr der Unternehmer.

Thorsten weiss aus Erfahrung, dass in der Ausführung wortwörtlich nicht immer alles nach Plan läuft und oftmals unvorhergesehene Änderungen unternommen werden.

«Es bestehen grosse Unterschiede zwischen der idealen Planung auf dem Papier und der tatsächlichen Situation auf der Baustelle.»

Es gibt immer gewisse Abweichungen: zum Beispiel andere Rohrleitungslängen, anderes Material oder andere Leitungswege. Manchmal sei das auch gar nicht zu verhindern, weil andere Gewerke plötzlich den Weg kreuzen. Auch Verunreinigungen der Leitungsrohre (etwa durch Regenwasser) ist ein grosses Thema.

Wichtig sei, die Anlage als System zu betrachten und nicht als Sammelsurium von Einzelkomponenten. Das heisst, die Bauteile müssen miteinander kompatibel sein.

Keine Inbetriebnahme ohne Luftmessung

Du siehst also: Die Wohnraumlüftung bietet zwar einen grossen Mehrwert – muss jedoch von Profis geplant und umgesetzt sein. Aber auch bei der Inbetriebnahme sollten Fachpersonen am Werk sein.

«Zu einer Inbetriebnahme gehört eine Luftmengenmessung.»

Das bedeutet, dass man überall die auf dem Papier definierten Luftmengen nachmessen muss und zwar in jedem Raum. Bekommt etwa das Wohnzimmer tatsächlich 40 Kubikmeter Zuluft? Falls nicht, muss man das anpassen, da es nur sehr geringe Toleranzen gibt.

Die Firma Zehnder bietet übrigens den Service von Inbetriebnahmen mit Luftmessungen an.

Wartung für eine lange Lebensdauer

Alle drei Jahre sollte bei einer Wohnraumlüftung eine Inspektion der Anlage durchgeführt werden. Alle fünf Jahre ist eine Reinigung der Rohrleitungen fällig – vor allem auf der Abluft-Seite, wo mehr Verschmutzungen vorkommen.

Doch selbst auf der Zuluft-Seite findet die Firma Zehnder immer wieder Verunreinigungen, weil die Betreiber die Filter nicht regelmässig austauschen. Je nach Ort der Luftansaugung muss dies mehrmals pro Jahr geschehen. An einer vielbefahrenen Strasse etwa hält der Filter keine 180 Tage. In ländlichen Gegenden gibt es vielleicht weniger Russpartikel, dafür vor allem im Frühling sehr viele Pollen, die rausgefiltert werden.

Das gilt auch für die Abluft-Seite: Die Abluft wird am Auslass, wo sie im Raum gefasst wird, vorgefiltert. Insbesondere im Bad und in der Küche gibt es eine Menge feuchter Partikel, die im Filter hängenbleiben und ihn mehr und mehr verkleben.

«Wenn diese Reinigung nicht klar geregelt ist, nützen die beste Planung, Installation und Inbetriebnahme nichts.»

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Mehr Infos

Homeoffice und heissere Temperaturen: Thorsten prognostiziert, dass wir uns in Zukunft immer mehr in Gebäuden aufhalten werden und dass deshalb die Lüftung stark an Bedeutung gewinnen wird. Also definitiv ein Thema, mit dem du dich als Bauherr auseinandersetzen solltest. Das kannst du beispielsweise auf der Website von Zehnder tun.

Das Unternehmen aus dem aargauischen Gränichen ist ausserdem fleissig auf Social Media unterwegs: Du findest Zehnder auf InstagramLinkedInFacebook und Pinterest.

Wenn dir diese Folge weitergeholfen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse
Marco

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