
Was ist der Schwedenschnitt?
Der Schwedenschnitt ist wohl das meistdiskutierte Element der Gipserarbeiten. Mit ihm trennt man Verputze an Sollbruchstellen. Das bedeutet, dass er dort zum Einsatz kommt, wo die Gefahr von Rissbildung besteht. Dies ist etwa der Fall bei Innenecken, bei den Anschlüssen Wand-Wand oder Wand-Decke und bei Fenster-Anschlüssen. Das Ziel ist ein gleichmässig geöffnetes Bauteil, bei dem keine Risse entstehen können. Auch die Begriffe «Kellenschnitt» oder «Trennschnitt» meinen eigentlich dasselbe, nämlich die Trennung von Verputzen, um Risse zu vermeiden.
Zur Ausführung
«Der Schwedenschnitt muss immer durch alle Putzschichten hindurchgehen.» Nehmen wir also an, wir hätten eine Backsteinwand mit einer rechtwinkligen Ecke. Auf den Backstein kommt der Grundputz und dann der Deckputz. Die Trennung muss nun durch all diese Schichten erfolgen. Das heisst auch, die seitlichen Anschlüsse von der Backsteinwand an die Seitenwände müssen komplett durchgeschnitten sein. Oben wiederum, wenn da beispielsweise eine Betondecke ist, muss es ebenfalls komplett durchgeschnitten sein. Dies, damit der Putz der Wand wirklich nur an der Wand hält und keine weiteren Verbindungen hat, die reissen könnten. Armin ist ja auch als Schadenexperte unterwegs und er weiss: Der nicht komplett durchgeschnittene Putz ist ein häufiger Grund für Bauschäden. Oftmals wird der Deckputz noch geschnitten, aber der Grundputz bleibt unberührt darunter. So kann zu viel Druck auf die Putze kommen, die dann wegbrechen. Weiter ist Farbe im Schwedenschnitt tabu, da sie zu Rissen führen kann – hier ist ein sorgfältiger Maler gefragt. Beim Vollabrieb ist der Schwedenschnitt übrigens am wenigsten sichtbar. Aufgrund der groben Körnung ist die Trennung nämlich leicht gebrochen. Beim Weissputz sieht man hingegen deutlich eine schwarze Linie, was manche als unästhetisch und störend empfinden. «Eine Ausführung, mit der man den Schwedenschnitt überhaupt nicht mehr sieht, ist nicht möglich.»Was sagt die Norm?
«Der Schwedenschnitt muss gemäss SIA 242 vorhanden sein.» Oftmals arbeiten die Unternehmer nach den Richtlinien des SMGV (Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands), was so vertraglich festgehalten wird. Dort heisst es, dass der Schnitt gerade sein muss und eine Dicke von mindestens 2 Millimetern haben sollte. Wellenformen und unterschiedliche Dicken musst du als Bauherr nicht akzeptieren. Armin möchte dich aber jetzt nicht dazu animieren, haargenau die Dicke auf den Millimeterbruchteil zu kontrollieren. Wichtig sei, dass bei der Abnahme das Gesamtbild stimmt.
Guten Tag
Wir wohnen in einer neuen Dachwohnung, mit Gipsplatten an der Decke. Die Schwedenschnitte wurden gemacht und an gewissen Orten nach der Abnahme nochmals ausgebessert, so dass es optisch im Moment gut aussieht. Nun Frage ich mich, ob die Decke im Badezimmer aufgrund der Spalten im Bereich der Dusche Feuchte aufnehmen könnte, oder ob das unproblematisch ist? Wir haben ein Fenster und schauen, dass immer gut gelüftet ist. Aufgrund der Raumhöhe ist das Volumen im Raum auch sehr gross.
Besten Dank für eine kurze Einschätzung.
Daniel