Grundputz: Die 3 schlimmsten Fehler – und wie du sie erkennen kannst

Ist der Grundputz erst mal aufgetragen, verschwinden nicht nur die darunterliegenden Arbeiten, sondern auch mögliche Baumängel. Daher ist es wichtig, als Bauherr schon in früheren Bauphasen einen Blick auf die Arbeiten zu werfen. In diesem Blogartikel gebe ich dir 3 hilfreiche Tipps, mit denen du bei den wichtigsten Gipserarbeiten beim Grundputz mitreden kannst. So kannst du die Kompetenz deines Gipsers, aber auch deines Bauleiters und Architekten auf die Probe stellen. 

3 wichtige Grundputz Grundlagen

  • Der Gipser benötigt jegliche Planangaben für einen strukturierten Ablauf. 
  • Der Untergrund muss trocken und staubfrei sein.
  • Der Bauleiter muss mit allen Unternehmern, die vorgängig Arbeiten ausgeführt haben, eine Kontrolle der geleisteten Arbeiten durchführen.

Als Bauherr befasst du dich schon frühzeitig mit der Struktur von deinen Wänden: Im Gespräch mit dem Gipser bekommst du diverse Muster zur Auswahl vorgelegt. Danach geht der Gipser ans Werk. Du als Bauherr kannst nun mit diesen 3 einfachen Tipps kontrollieren, wie professionell die Gipserfirma arbeitet. Denn oftmals treten Schäden an verputzten Wänden und Decken erst nach ein paar Jahren in Erscheinung. Dann kann es sein, dass deine Garantie bereits verfallen ist und du auf den Kosten sitzt.

In der Bauphase hast du noch die Möglichkeit, schlimme Schäden zu vermindern, indem du dir einen Experten beiziehst, der dich kompetent und neutral beraten kann.

Der Start der Gipserarbeiten vom Grundputz ist genau zu planen

Bevor der Gipser überhaupt auf den Platz kommt, müssen andere Unternehmer zuerst gewisse Vorleistungen abgeschlossen haben.

Diese Vorleistungen müssen erbracht werden:

  • Der Fensterbauer muss die Fenster und Hebeschiebetüren eingebaut haben.
  • Der Baumeister muss mit dem Rohbau fertig sein. Jegliche Innenwände müssen fix fertig erstellt sein. Zudem muss der Bauleiter dafür sorgen, dass die Fläche rein und schmutzfrei ist.

Die Brauen an der Decke sowie die Mörtelreste müssen entfernt worden sein. Jegliche in der Betondecke «abgeschlagene» Nägelspitzen sind mit einem Anti-Rostmittel zu beschichten, sonst sieht deine Decke plötzlich aus wie ein Dalmatiner… 

  • Der Dachdecker muss das Dach so abgedichtet haben, dass auch in der Attika-Wohnung kein Wasser durch die Betondecke in den Decken-Weissputz gelangt. Es darf nicht vorkommen, dass sich im Rohbau noch Wasser ansammelt, wenn der Grundputz bereits in Arbeit ist.
  • Der Türbauer muss jegliche Türzargen montiert haben. Bei Holztürzargen ist eine Unterkonstruktion anzubringen. Das genaue Detail ist hier sorgfältig mit dem Türbauer zu klären. Denn sowohl Türbauer als auch Gipser müssen auf die geleisteten Arbeiten eine Garantie abgeben. Wenn nun diese beiden Unternehmer ihre Details nicht abgesprochen haben, wird es schwierig, den Schuldigen zu finden.
  • Der Elektriker muss jegliche Elektrozuleitungen in die Wände eingeschlitzt haben. Diese müssen mit einem Spachtel sauber und fest verschlossen sein. Der Gipser hat dann über diese Elektrorohre eine Netzeinbettung zu erstellen. Oder er schliesst sie vollflächig mit einem Spezialmörtel.
  • Architekt und Bauleiter müssen alle Baumasse von Brüstungshöhen, von Wänden usw. kontrolliert haben. Nachträgliche Änderungen kosten hier sehr viel Geld.

Der Untergrund muss trocken sein vor dem Start der Grundputz-Arbeiten

Vielfach drängt das Terminprogramm und der Gipser muss noch auf halb feuchten Wänden seinen Grundputz auftragen. Daher muss der Gipser zwingend eine Feuchtigkeistmessung durchführen. 

Die Backstein- oder die Betonwand darf an der Aussenseite nicht permanenter Nässe ausgeliefert sein. Daher erstellt man beim Fassadengerüst oftmals ein Notdach oder es ist das bereits montierte Vordach, das den Regen abhält.

Die Frage ist oft: Wird zuerst die Aussendämmung erstellt oder zuerst der Grundputz?

Beim Auftrag vom Grundputz wird Feuchtigkeit in das Mauerwerk abgegeben. Wird nun die Aussenfassade mit einer EPS Styropor-Dämmung erstellt, wird die Feuchtigkeit im Mauerwerk eingeschlossen. Meiner Meinung nach ist es besser, erst den Grundputz aufzutragen, um dann zwei bis drei Wochen später die Aussenfassaden zu erstellen. Aber das hängt natürlich auch von den Jahreszeiten und dem Terminprogramm des Bauleiters ab. Auch hier kann man also schon frühzeitig Einfluss nehmen auf die Qualität.  

Diese Planangaben benötigt der Gipser vor der Ausführung:

Dein Bauleiter oder Architekt muss mit dir im Vorfeld einige Dinge final besprochen und geplant haben. Dazu gehören folgende Informationen, die für den Gipser wichtig sind:

  • Die Art vom Deckputz an den Wänden (Abriebdicke; positiv oder negativ)
  • Vorhangschienen-Länge und die Anzahl (einfach oder doppelt geführt). Hier ist auch darauf zu achten, dass die Vorhangschienen nicht zu nahe am Fenstergriff verlaufen.
  • Jegliche Vorabnahmen vom Untergrund mit dem Baumeister, Türbauer, Bauleiter und dem Elektriker müssen erfolgt sein. Da sind alle Unternehmer anwesend und der Gipser kann bei dieser Gelegenheit sagen, was die Beteiligten noch erledigen müssen, bevor er mit der Arbeit beginnen kann.
  • Die Fenster sind auch zu kontrollieren. Denn oftmals geschehen die schlimmsten Kratzer beim Gipser (das weisst du ja bereits aus der Podcast-Folge 67 zu Fensterschäden).
  • Mit dem Sanitär sind die Details in der Dusche und im Badezimmer zu besprechen. 
  • Die Wahl der Kantenschütze ist zu definieren. Hier stehen scharfkantige oder abgerundete zur Auswahl.
  • Du musst die Ausführung der Dilatationsfugen klären. Hier geht es darum, wie man Bauteilübergänge von Beton zu Backstein ausführt. Theoretisch muss man diese mit einem Profil beidseitig trennen. Diese Fuge kann dann mit Kitt gefüllt werden, doch sieht das Detail nicht so ästhetisch aus. Deshalb ist auch schon in der Planung darauf zu achten, dass man keine derartigen Fugen in präsenten Wänden sichtbar darstellt. Man kann diese Dilatationsfugen auch mit einem sogenannten «Panzerband» vernetzten. Das ist zwar nicht gemäss Norm, aber der Gipser kann so dann die Fläche verputzen. Jedoch ist hier eine ausdrückliche Garantie vom Gipser zu verlangen.
  • Der Schwedenschnitt: Als Bauherr musst du über die Ausführung des Schwedenschnitts informiert werden. Dabei handelt es sich um die Trennung zwischen Decke und Wand. Diese Trennung muss bis in die hinterste Grundputz-Schicht reichen, weil es sonst Risse geben kann. Das ist nicht in allen Gebäuden so gemacht, daher führt dieser Trennschnitt zu vielen Diskussionen.

Das waren also nun meine 3 Tipps. Falls du dir nun nicht sicher bist, ob dein Architekt, Bauleiter oder Unternehmer alles korrekt macht, kann ich dich in der Bauherrenvertretung neutral und kompetent unterstützen. Ich kann dir in jedem Fall weiterhelfen – wenn nicht mit meinem eigenen Fachwissen, dann mit meinem persönlichen Netzwerk von hervorragenden Bauunternehmern, mit denen ich schon zusammengearbeitet habe.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich auch riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen. 

Ich stehe für Bauqualität, Kosteneffizienz und Termineinhaltung.

Beste Grüsse, Marco

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3 wichtige Grundputz Grundlagen

  • Der Gipser benötigt jegliche Planangaben für einen strukturierten Ablauf. 
  • Der Untergrund muss trocken und staubfrei sein.
  • Der Bauleiter muss mit allen Unternehmern, die vorgängig Arbeiten ausgeführt haben, eine Kontrolle der geleisteten Arbeiten durchführen.

Als Bauherr befasst du dich schon frühzeitig mit der Struktur von deinen Wänden: Im Gespräch mit dem Gipser bekommst du diverse Muster zur Auswahl vorgelegt. Danach geht der Gipser ans Werk. Du als Bauherr kannst nun mit diesen 3 einfachen Tipps kontrollieren, wie professionell die Gipserfirma arbeitet. Denn oftmals treten Schäden an verputzten Wänden und Decken erst nach ein paar Jahren in Erscheinung. Dann kann es sein, dass deine Garantie bereits verfallen ist und du auf den Kosten sitzt.

In der Bauphase hast du noch die Möglichkeit, schlimme Schäden zu vermindern, indem du dir einen Experten beiziehst, der dich kompetent und neutral beraten kann.

Der Start der Gipserarbeiten vom Grundputz ist genau zu planen

Bevor der Gipser überhaupt auf den Platz kommt, müssen andere Unternehmer zuerst gewisse Vorleistungen abgeschlossen haben.

Diese Vorleistungen müssen erbracht werden:

  • Der Fensterbauer muss die Fenster und Hebeschiebetüren eingebaut haben.
  • Der Baumeister muss mit dem Rohbau fertig sein. Jegliche Innenwände müssen fix fertig erstellt sein. Zudem muss der Bauleiter dafür sorgen, dass die Fläche rein und schmutzfrei ist.

Die Brauen an der Decke sowie die Mörtelreste müssen entfernt worden sein. Jegliche in der Betondecke «abgeschlagene» Nägelspitzen sind mit einem Anti-Rostmittel zu beschichten, sonst sieht deine Decke plötzlich aus wie ein Dalmatiner… 

  • Der Dachdecker muss das Dach so abgedichtet haben, dass auch in der Attika-Wohnung kein Wasser durch die Betondecke in den Decken-Weissputz gelangt. Es darf nicht vorkommen, dass sich im Rohbau noch Wasser ansammelt, wenn der Grundputz bereits in Arbeit ist.
  • Der Türbauer muss jegliche Türzargen montiert haben. Bei Holztürzargen ist eine Unterkonstruktion anzubringen. Das genaue Detail ist hier sorgfältig mit dem Türbauer zu klären. Denn sowohl Türbauer als auch Gipser müssen auf die geleisteten Arbeiten eine Garantie abgeben. Wenn nun diese beiden Unternehmer ihre Details nicht abgesprochen haben, wird es schwierig, den Schuldigen zu finden.
  • Der Elektriker muss jegliche Elektrozuleitungen in die Wände eingeschlitzt haben. Diese müssen mit einem Spachtel sauber und fest verschlossen sein. Der Gipser hat dann über diese Elektrorohre eine Netzeinbettung zu erstellen. Oder er schliesst sie vollflächig mit einem Spezialmörtel.
  • Architekt und Bauleiter müssen alle Baumasse von Brüstungshöhen, von Wänden usw. kontrolliert haben. Nachträgliche Änderungen kosten hier sehr viel Geld.

Der Untergrund muss trocken sein vor dem Start der Grundputz-Arbeiten

Vielfach drängt das Terminprogramm und der Gipser muss noch auf halb feuchten Wänden seinen Grundputz auftragen. Daher muss der Gipser zwingend eine Feuchtigkeistmessung durchführen. 

Die Backstein- oder die Betonwand darf an der Aussenseite nicht permanenter Nässe ausgeliefert sein. Daher erstellt man beim Fassadengerüst oftmals ein Notdach oder es ist das bereits montierte Vordach, das den Regen abhält.

Die Frage ist oft: Wird zuerst die Aussendämmung erstellt oder zuerst der Grundputz?

Beim Auftrag vom Grundputz wird Feuchtigkeit in das Mauerwerk abgegeben. Wird nun die Aussenfassade mit einer EPS Styropor-Dämmung erstellt, wird die Feuchtigkeit im Mauerwerk eingeschlossen. Meiner Meinung nach ist es besser, erst den Grundputz aufzutragen, um dann zwei bis drei Wochen später die Aussenfassaden zu erstellen. Aber das hängt natürlich auch von den Jahreszeiten und dem Terminprogramm des Bauleiters ab. Auch hier kann man also schon frühzeitig Einfluss nehmen auf die Qualität.  

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Dein Bauleiter oder Architekt muss mit dir im Vorfeld einige Dinge final besprochen und geplant haben. Dazu gehören folgende Informationen, die für den Gipser wichtig sind:

  • Die Art vom Deckputz an den Wänden (Abriebdicke; positiv oder negativ)
  • Vorhangschienen-Länge und die Anzahl (einfach oder doppelt geführt). Hier ist auch darauf zu achten, dass die Vorhangschienen nicht zu nahe am Fenstergriff verlaufen.
  • Jegliche Vorabnahmen vom Untergrund mit dem Baumeister, Türbauer, Bauleiter und dem Elektriker müssen erfolgt sein. Da sind alle Unternehmer anwesend und der Gipser kann bei dieser Gelegenheit sagen, was die Beteiligten noch erledigen müssen, bevor er mit der Arbeit beginnen kann.
  • Die Fenster sind auch zu kontrollieren. Denn oftmals geschehen die schlimmsten Kratzer beim Gipser (das weisst du ja bereits aus der Podcast-Folge 67 zu Fensterschäden).
  • Mit dem Sanitär sind die Details in der Dusche und im Badezimmer zu besprechen. 
  • Die Wahl der Kantenschütze ist zu definieren. Hier stehen scharfkantige oder abgerundete zur Auswahl.
  • Du musst die Ausführung der Dilatationsfugen klären. Hier geht es darum, wie man Bauteilübergänge von Beton zu Backstein ausführt. Theoretisch muss man diese mit einem Profil beidseitig trennen. Diese Fuge kann dann mit Kitt gefüllt werden, doch sieht das Detail nicht so ästhetisch aus. Deshalb ist auch schon in der Planung darauf zu achten, dass man keine derartigen Fugen in präsenten Wänden sichtbar darstellt. Man kann diese Dilatationsfugen auch mit einem sogenannten «Panzerband» vernetzten. Das ist zwar nicht gemäss Norm, aber der Gipser kann so dann die Fläche verputzen. Jedoch ist hier eine ausdrückliche Garantie vom Gipser zu verlangen.
  • Der Schwedenschnitt: Als Bauherr musst du über die Ausführung des Schwedenschnitts informiert werden. Dabei handelt es sich um die Trennung zwischen Decke und Wand. Diese Trennung muss bis in die hinterste Grundputz-Schicht reichen, weil es sonst Risse geben kann. Das ist nicht in allen Gebäuden so gemacht, daher führt dieser Trennschnitt zu vielen Diskussionen.

Das waren also nun meine 3 Tipps. Falls du dir nun nicht sicher bist, ob dein Architekt, Bauleiter oder Unternehmer alles korrekt macht, kann ich dich in der Bauherrenvertretung neutral und kompetent unterstützen. Ich kann dir in jedem Fall weiterhelfen – wenn nicht mit meinem eigenen Fachwissen, dann mit meinem persönlichen Netzwerk von hervorragenden Bauunternehmern, mit denen ich schon zusammengearbeitet habe.

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Ich stehe für Bauqualität, Kosteneffizienz und Termineinhaltung.

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