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Spielplatzbau: Viel Spass trotz kleinem Budget

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Inhaltsverzeichnis

Lieblos hingestellt, weil es eine Auflage der Baubewilligung war: So kommen mir manche Spielplätze in neuen Überbauungen vor. Dabei können solche Anlagen mit ein wenig Planung und gutem Willen wunderschön gestaltet werden und die ganze Umgebung aufwerten. Dass dies nicht unbedingt teurer sein muss, wirst du in diesem Baublog zum Spielplatzbau erfahren. Du bekommst eine Übersicht von dem, was auf dem Spielplatz alles möglich ist und was den Spielwert erhöht. Es wird ausserdem um die Sicherheit, Normen und die richtige Positionierung des Spielplatzes gehen.

Für dieses Thema habe ich Matthias Wipfli zurück ans Podcast-Mikrofon geholt. Er ist Inhaber von Wipfli Bausupport, gelernter Landschaftsgärtner und diplomierter Bauführer Gartenbau mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Für Bauherren, Architekten, Bauleiter und Investoren sind er und sein Team verlässliche Partner im Bereich der Garten- und Aussenanlage.

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Spielplatzbau: Die Zielgruppe ist entscheidend

Worauf muss ein Bauherr oder Architekt nun bei der Planung eines Spielplatzes achten? Wichtig ist, dass man beim Spielplatzbau die Zielgruppe nicht aus dem Fokus verliert, erklärt Matthias. Damit sind primär die unterschiedlichen Altersklassen gemeint: Kinder im Vorschulalter, Primarschüler und Jugendliche.

In einem Kindergarten ist der Spielplatzbau entsprechend einfacher, weil man weiss, dass immer etwa 4- bis 6-jährige Kinder die Geräte nutzen werden. Bei Überbauungen ist das nicht so leicht. Hier bietet es sich an, verschiedene Bereiche für die unterschiedlichen Altersklassen zu planen.

Der richtige Standort

Wo ist nun der geeignete Ort für einen Spielplatz? Für diese Entscheidung musst du folgende Fragen berücksichtigen: Welche Alternativen stehen zur Auswahl? Wie kommst du zum Spielplatz hin? Wo stört der Spiellärm am wenigsten?

Ein spannender Tipp: Versuche beim Spielplatzbau die Topografie zu nutzen! Das Einbeziehen von Hängen und Hügeln macht das Ganze attraktiver und abwechslungsreicher. Bei einer Fallhöhe von weniger als einem Meter reicht ausserdem der Rasen als dämpfende Unterlage aus. Das heisst, eine hügelige Spiellandschaft kann ohne zusätzlichen Fallschutz auskommen, was die Kosten senkt. (Wie du deinen Rasen richtig pflegst, erklärt dir Matthias in diesem Baublog.)

wipfli bausupport logo

Budget: Folgekosten nicht vergessen!

Bei der Qualität der Spielgeräte gibt es grosse Unterschiede. Das geht von billigen Geräten aus dem Baumarkt bis hin zu Chromstahlgeräten für den öffentlichen Bereich mit hohem Nutzungsdruck. Bei der Wahl der Spielgeräte muss man berücksichtigen, ob der Spielplatz oft genutzt wird und ob er öffentlich oder privat ist.

«Ein Spielplatz gilt bereits ab drei Wohneinheiten als öffentlich.»

Vielfach entscheidet beim Spielplatzbau aber vor allem das Budget über die Qualität der Geräte. Hier werde oft zu wenig hinterfragt, welche Folgekosten diese haben. So kann es sein, dass man die Anschaffung nach acht Jahren schon wieder abbrechen oder sanieren muss. Da sind die teureren Geräte, die bis zu 20 Jahre halten, deutlich im Plus. Es gilt mal wieder das Motto: «Qualität vor Quantität».

Zum Thema Sicherheit

Was du vielleicht noch nicht wusstest: Es gibt eine Spielplatznorm. Die EN 1176 kommt beim Spielplatzbau zum Zug und regelt diverse Gefahren. Dazu gehören die «überschneidenden Fallräume», das betrifft also die Freiräume der Geräte. Auch regelt die Norm, welche dämpfenden Bodenbeläge man einsetzen kann.

Welcher Bodenbelag ist denn laut Matthias der richtige für einen Spielplatz? So pauschal könne er dies nicht beantworten, denn die Wahl hängt auch von der Gestaltung der restlichen Umgebung ab. Ist diese natürlich gehalten und gibt es bereits Kieswege, dann würde Matthias einen Rundkies-Fallschutz (4-8 Millimeter) wählen. Bei einer moderneren Anlage könnte beispielsweise auch ein Gummibelag im Ortsverguss verbaut werden. Weiter stehen dir beim Spielplatzbau Rasenwaben-Platten, Gummischnitzel, Holzschnitzel oder Quarzsand für die Fallschutzgestaltung zur Auswahl.

Aber nicht nur ein dämpfender Belag ist wichtig: Auf einem vielfältigen Spielplatz lauern vielfältige Gefahren. Dabei geht es um Absturzhöhen, Stolperfallen und um die Strangulierungsgefahr durch Fangstellen. Ein häufiges Problem ist jedoch die unsachgemässe Nutzung und Erweiterung der Spielplätze – wenn beispielsweise ohne Profi auf eigene Faust Seile gespannt werden, die dann nicht mehr der Norm entsprechen.

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Spielwert erhöhen

Experten sprechen von einem hohen Spielwert, wenn Geräte unterschiedliche Nutzungen und die Möglichkeit der Interaktion bieten. Ausserdem gibt es im Idealfall Platz für mehrere Kinder gleichzeitig. Das müssen nicht immer teure Geräte sein. Wie Matthias weiss, ist es mit einfachsten Mitteln möglich, spannende und stimmige Spiellandschaften zu gestalten.

«Ein geschälter, liegender Baumstamm kann einen gleich hohen Spielwert bieten wie ein teures Balanciergerät aus Chromstahl.»

Kein Fan ist Matthias von den sogenannten Federwipptierchen. Diese beschäftigen die Kinder in der Regel nur ein paar Sekunden und fördern kaum die Interaktion mit den Spielkameraden oder die motorischen Fähigkeiten. Für seinen eigenen kleinen «Traumspielplatz» würde Matthias einen Balancierbalken, eine Vogelnestschaukel und noch etwas zum Klettern und Rutschen wählen.

Weitere Infos

Wenn du beim Spielplatzbau gerade in der Planung bist, kannst du problemlos Matthias einen Blick auf die Pläne werfen lassen. Per E-Mail kannst du dir bei Wipfli Bausupport ausserdem eine Checkliste als PDF besorgen! Mehr Infos zum Unternehmen findest du auf seiner Website. Mit Matthias kannst du dich auf LinkedIn verlinken.

Wenn dir dieser Baublog gefallen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse
Marco

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