
Wie erkennt man einen kompetenten Unternehmer?
Armins Empfehlung für die Zusammenarbeit mit einer Firma, mit der du noch keine Erfahrungen gemacht hast, ist klar: Lerne die Leute zuerst persönlich kennen. Triff dich vor Ort mit dem Unternehmer und spreche mit ihm über das Bauprojekt. Befrage den Unternehmer beispielsweise zu den unterschiedlichen Materialien und deren Eigenschaften. Oder diskutiere mit ihm die Vorbereitung und die Dauer der Arbeiten. «Dann merkt man schnell: Findet eine wirkliche Beratung statt? Oder will sich der Unternehmer lediglich den Auftrag abholen?»
Die Besichtigung vor Ort
Es ist wichtig, mit dem Gipser-Unternehmer einen Termin für eine Besichtigung zu vereinbaren. Denn Armin weiss, dass es für den Unternehmer einfacher ist, wenn er die Begebenheiten vor Ort betrachten kann. Das hilft enorm, den Aufwand abzuschätzen. «So kann er eine Gipser-Offerte erstellen, die er dann auch wirklich einhalten kann.» Folgende Punkte sollte ein Bauleiter bei diesem Treffen thematisieren:- Wie sind die Zugänge? Gibt es Hintereingänge? Wo braucht es Schlüssel?
- Wohin muss das Material transportiert werden? Wo gibt es Lagerplätze?
- Wo können Wasser und Strom bezogen werden? Braucht es einen Starkstromanschluss?
- Welche Leistungen muss die Bauleitung oder ein anderes Gewerk vorher noch erbringen? (z. B. Schränke abmontieren, Böden abdecken etc.)
- Planunterlagen anschauen, Fensteranschlüsse und Ähnliches klären. Bei dieser Gelegenheit gibt ein guter Unternehmer Tipps und hilft, die beste Lösung zu finden. Dafür ist es auch von Vorteil, wenn man die spätere Nutzung des Raumes kennt.
Die Struktur einer guten Gipser-Offerte
Eine gute Gipser-Offerte muss übersichtlich und sinnvoll strukturiert sein. Sinnvoll bedeutet etwa, dass man chronologisch mit den ersten Arbeiten startet. Gegen Ende sollte man entsprechend die Deckputzarbeiten aufführen. Die Arbeiten müssen ausserdem klar abgegrenzt sein. Das hilft beim Vergleichen der einzelnen Bereiche. «Man sollte also nicht von den inneren Gipserarbeiten zur Fassade wechseln und dann wieder zurück.» Weiter muss man die Leistungen genau beschreiben: Was sind die Untergründe? Welche Qualitätsstufe und welche Schichtstärke wählt man? Welche Arbeitsschritte folgen? Nehmen wir als Beispiel eine Revisionsklappe: Hier muss beschrieben sein, wie gross die Revisionsklappe ist. Ausserdem sollte die Beplankungsstärke definiert sein. Auch muss stehen, ob die Klappe gewisse Brandschutzanforderungen erfüllen muss und dass das Einputzen im Preis inbegriffen ist. Wird die Revisionsklappe bauseits geliefert, muss das natürlich auch vermerkt sein. Armin verfasst seine Ausschreibungen übrigens nicht nach dem Normpositionen-Katalog (NPK), sondern mit eigenen standardisierten Texten. Eine Ausschreibung nach NPK könne vor allem für kleinere Projekte etwas zu umfangreich und daher verwirrend sein. Für die Ausschreibung gilt nämlich das Motto: «So viel wie nötig, so wenig wie möglich.»