
Was ist die zweistufige Fenstermontage?
Bei der zweistufigen Fenstermontage geschieht der Einbau der Fenster – wie es der Name schon vermuten lässt – in zwei Stufen. In einem ersten Schritt setzt man bereits in der Rohbauphase eine Zarge ins Mauerwerk. Das geschieht noch vor dem Giessen des Unterlagsbodens und vor den Dämmarbeiten. Dann geht’s mit dem Rohbau weiter. Die Fenster selbst fügt man erst in die Zarge ein, bevor die letzte Deckschicht für den Bodenbelag verlegt wird. In der nassen Bauphase wird also nur ein Unterputzelement gesetzt, das Fenster und das Glas kommen erst rein, wenn die dreckigen Arbeiten durch sind. Die Zarge bildet sozusagen eine Schnittstelle zwischen dem Mauerwerk und dem Fenster. Das ist doch eine ziemlich schlaue Idee, die andere Gewerke (zum Beispiel der Elektriker mit den Lichtschaltern) ja auch so umsetzen.
Der Weg zum Finstral-Fenster
Alles beginnt mit der Beratung in einem der toll eingerichteten Finstral-Studios, über die wir im Baublog auch schon berichtet haben (hier klicken). Dabei geht es nicht nur um das Veranschaulichen der zweistufigen Fenstermontage, sondern auch um die zusätzliche Ausstattung der Zarge. Denn mit ihr hängt auch das Beschattungssystem und die Insektengitter zusammen. Auch die Fensterbänke werden bereits an der Zarge vorbereitet. Sind diese Dinge geklärt, erfolgt die Produktion der Zargen. Da es sich um ein Unterputzelement handelt, erfolgt die Herstellung relativ zügig: Innerhalb von 2-3 Wochen sind die Elemente auf der Baustelle. Dieser frühe Einbau hat einerseits den Vorteil, dass alle anderen Gewerke weiterarbeiten können. Andererseits hast du als Bauherr noch länger Zeit, die finale Ausgestaltung von Fenster und Türen festzulegen. Zudem bemerkt man allfällige Massfehler noch vor der Produktion der Fenster und kann ohne grössere Mehrkosten Anpassungen vornehmen. Bei normal grossen Fenstern bringt man fertige Rahmen in das Gebäude ein. Grosse Elemente wie Hebe-Schiebe-Türen können auch als Bausatz in einem Paket geliefert werden. Dabei kann ein Kran nötig sein. Grundsätzlich handelt es sich aber bei den Zargen um leichte Bauteile, die man in der Regel von Hand transportieren kann.Weitere Vorteile der zweistufigen Fenstermontage
Die zweistufige Fenstermontage ist zwar zunächst etwas teurer als die einstufige, doch das ist sozusagen eine Investition in die Zukunft. Ein weiterer bedeutender Vorteil des Verfahrens wird nämlich erst Jahre nach dem Einbau zum Tragen kommen: Ist ein Fenster kaputt oder muss es energetisch saniert werden, löst man einfach die Schrauben aus dem Rahmen und bringt das neue Element rein. Und was ist bei einem Fenster schnell defekt? Die Beschlagteile, die Scheibe, die Gummidichtungen. Genau diese anfälligen Bestandteile kann man in kürzester Zeit unkompliziert ersetzen. (Mehr zu diesem Blitz-Fenstertausch, der innerhalb von 30 Minuten über die Bühne geht, gibt’s in diesem Baublog!) Die Berechnung einer Bachelor-Arbeit hat gezeigt, dass bereits nach dem ersten Fenstertausch die zweistufige Fenstermontage günstiger ist. Dazu kommen noch Kostenvorteile durch das Wegfallen des Fensterschutzes während der Rohbauphase und die Vorteile in der Koordination zwischen den Gewerken. Je hochwertiger Fenster und Türen sind und je mehr Elektronik sie beinhalten, desto wertvoller ist das zweistufige Verfahren. Auch für die Unternehmer gibt es einen positiven Aspekt, weil das Verfahren dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Erfahrene Monteure kümmern sich um leichte Zargen, wo viel Präzision gefragt ist, während weniger erfahrene Mitarbeiter die schweren Fensterelemente in der zweiten Phase in die vorbereiteten Zargen einsetzen können. Diese klare Teilung steigert die Effizienz.