
Was ist eine Verkehrsflussanalyse?
«Was nützt es, wenn man ein schönes Gebäude hat und viele Mitarbeiter darin unterbringen kann, diese aber auf dem Weg ins Büro steckenbleiben?» Einerseits will man lange Wartezeiten unbedingt vermeiden. Andererseits möchte man aber natürlich auch nicht mehr Aufzüge als notwendig einbauen. Denn unnötig verschwendeter Platz für den Aufzugsschacht läppert sich bei einem mehrstöckigen Gebäude ganz schön zusammen… Die richtige Anzahl und Grösse zu kalkulieren – genau das ist Rainers Aufgabe. Der optimale Ablauf einer Verkehrsflussanalyse würde etwa so aussehen: Ein Kunde kommt auf Rainer zu und macht die nötigen Angaben für sein Gebäude. Beispielsweise muss er wissen, wie viele Personen das Gebäude einst nutzen sollen und wie viele Haltestellen es gibt. Auf folgende Fragen wird dann eine Antwort gefunden: Wie viele Aufzüge sind notwendig, wie gross sind die Schächte dafür und wie schnell müssten die Kabinen unterwegs sein?
Wann braucht es eine Verkehrsflussanalyse?
Bei einem kleinen Einfamilienhaus mit wenigen Haltestellen braucht es so eine Verkehrsflussanalyse nicht; da genügt ziemlich sicher ein einziger Aufzug. Besonders komplex sind hingegen Fälle, bei denen verschiedene Parteien vertreten sind und unterschiedliche Anforderungen bestehen. Du kannst dir zum Beispiel ein Hochhaus vorstellen, in dem sich Wohnungen, Büros und Hotelzimmer befinden. Hier ist eine derartige Analyse sehr hilfreich. «Der richtige Zeitpunkt dafür ist bereits in der Visualisierung des Projekts.» Es gebe laut Rainer nämlich oft Projekte, bei denen in der Planung zunächst alles wunderbar stimmig ausschaut. Wenn man jedoch erst dann fragt, ob die Anzahl Aufzüge genügt und sich herausstellt, dass noch zwei Schächte fehlen, stimmt das ganze Gebäude nicht mehr.Wichtige Faktoren: Die magische Zahl 30
Verkehrsflussanalysen sind auf der Zahl 30 aufgebaut, erklärt Rainer. Die optimale Befüllung von einem Bürogebäude dauert 30 Minuten. Mit anderen Worten: Im besten Fall dauert es eine halbe Stunde, bis alle Menschen, die im Gebäude arbeiten, ins Gebäude hineingekommen sind. Das rechnet man dann um auf eine Dauer von 5 Minuten und kommt so auf einen Wert von 16,6 Prozent. Man spricht unter Experten dabei von einer «Handling-Kapazität». «Die Erfahrung zeigt, dass ein Gebäude funktioniert, wenn in 5 Minuten eine Handling-Kapazität von 12 bis 13 Prozent erreicht wird.» Weiter arbeitet man bei der Verkehrsflussanalyse mit der sogenannten «Nominal Travel Time». Diese errechnet man, indem man die Förderhöhe durch die Geschwindigkeit teilt. Ein Beispiel für einen sehr guten Wert: 100 Meter geteilt durch 5 Meter pro Sekunde ergibt eine Nominal Travel Time von 20 Sekunden. Auch hier kommt die Zahl 30 ins Spiel. Werte höher als 30 gelten nämlich als eher schlecht. Dann gibt es ausserdem eine Regel für den Intervall, die besagt, dass maximal alle 30 Sekunden ein Fahrstuhl von der Haltestelle starten sollte. Schliesslich ist da noch der Faktor, der für den Benutzer eigentlich am wichtigsten ist: die Wartezeit. Diese sollte ab Knopfdruck nicht mehr als 30 Sekunden betragen.