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Wärmepumpen: Was sich in der Schweiz ändern muss

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Inhaltsverzeichnis

War’s das für die Schweizer Energiewende? Am 13. Juni 2021 lehnte die Stimmbevölkerung überraschend die Totalrevision des CO2-Gesetzes mit rund 51,6 Prozent ab. Dabei sprachen sich Bundesrat, Nationalrat und Ständerat im Vorfeld dafür aus. Auch positionierten sich zahlreiche Organisationen und Verbände wie Economiesuisse und der Baumeisterverband für die Gesetzesänderung.

Wie schaffen wir unter diesen Umständen dennoch die Energiewende? Und welche Rolle könnten dabei Wärmepumpen spielen? Über spannende Probleme und zukunftsweisende Lösungen diskutiere ich in diesem Baublog mit Martin Omlin, Mitinhaber der Firma Omlin Energiesysteme AG.

«Auf dem Weg zur Energiewende geben wir Vollgas!»

Martin ist sowohl Berater als auch Planer und realisiert mit seinen Mitarbeitern unterschiedliche energieeffiziente Alternativsysteme im Bereich der Gebäudetechnik. Unsere Themen sind unter anderem: Baubewilligungen für Wärmepumpen, Fördergelder, Bürokratie und die Rolle der Politik.

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Warum es leise Wärmepumpen braucht

Es ist gut möglich, dass Wärmepumpen im Energiesystem der Zukunft die dominierende Heizungstechnologie sein werden. Ihnen kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor zu senken.

«Aber es dauert alles noch viel zu lange.»

Für Martin sind die Anschaffungsprozesse wie Abklärungen und Baubewilligungen einfach zu komplex und zeitaufwendig. Bei Öl- und Gas-Heizungen hingegen kann man einen Tag nach dem Auftrag direkt mit der Umsetzung anfangen. Mit anderen Worten: Die Baubewilligung für Wärmepumpen sollte abgeschafft werden.

Natürlich sind Wärmepumpen im Unterschied zu Öl- und Gas-Heizungen meist ausserhalb des Hauses im Freien anzutreffen. Doch es geht dabei nicht um die Ästhetik und die Frage, ob sie ins Landschaftsbild passen. Vielmehr sind das Einhalten von Abständen und der Lärm das grosse Thema bei Bewilligungen.

Im letzten Podcast mit Omlin Energiesysteme haben wir diesen Punkt ganz genau angeschaut und erklärt, inwiefern mit dem «Silent-Modus» geschummelt wird. Wie du in diesem Baublog nachlesen kannst, bleibt im Silent-Modus die Energieeffizienz nur wegen des Lärmschutzes absichtlich auf der Strecke. Martin Omlin fordert deshalb, dass hier angesetzt wird: Die Wärmepumpen-Hersteller zusammen mit der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) müssen unter Druck gesetzt werden, damit ihre Geräte ohne Silent-Modus nicht lauter sind als 52 dB. Denn mit dem verdichteten Bauen wird die Lärmproblematik in Zukunft nicht einfacher.

Omlin Logo

Mangelnde Unterstützung aus der Politik

In den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt, wo Omlin Energiesysteme sehr aktiv ist, konnte Martin bezüglich Baubewilligung schon viel erreichen. In den anderen Kantonen tut sich hingegen nicht viel. Generell vermisst er die Unterstützung aus der Politik, von Suissetec und von der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz.

Wie schwierig es die Bürokratie macht, weiss das Unternehmen aus eigener Erfahrung: Einmal gab es bei den Fördergeldern ein Missverständnis. Erst glaubte man, eine Wärmepumpe fürs Heizen und Kühlen werde nicht subventioniert. Als man nochmals nachfragte, hiess es, das Heizen werde sehr wohl subventioniert – nur erhielt der Auftraggeber nun kein Anrecht mehr darauf, denn die Arbeiten hatten bereits begonnen. Dies, obwohl das Unternehmen nachweisen konnte, wann es die Anlage gebaut hatte. Diese Praxis findet Martin Omlin einfach absurd.

«Das ist eine Schweinerei und darf nicht sein.»

Zum Thema Fördergelder

Möchte man für seinen Beitrag zur Energiewende die finanzielle «Belohnung», die einem zusteht, muss man grossen administrativen Aufwand betreiben. Bei einer einzelnen Wärmepumpe hält sich das noch in Grenzen. Doch verbaut man wie Omlin Energiesysteme 80 bis 100 Wärmepumpenanlagen, dann läppert sich einiges zusammen.

Es dauert bei der FWS ausserdem ein halbes Jahr, bis sie das Zertifikat ausstellt, das man für das Fördergeld benötigt. Martin muss deshalb wartende Bauherren immer wieder vertrösten und um Geduld bitten.

Auch versteht er nicht, weshalb der Bund und die Kantone nicht zugeben wollen, dass die nachhaltigeren Wärmepumpen nun einfach mal mehr kosten als eine Standardheizung mit Öl oder Gas. Hier fehle es an der Glaubwürdigkeit. Die veranschlagten 30’000 bis 35’000 Franken seien mit ihren Qualitätsstandards nicht umsetzbar.

«Wir empfehlen und realisieren keine halbfertigen Heizungssanierungen, nur damit es dem politischen System entspricht.»

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Was kannst du als Eigenheimbesitzer tun?

Der wichtigste Tipp: Setze auf Menschen, die seriös arbeiten, und auf Unternehmen, die sich ernsthaft für die Energiewende engagieren.

Leiste dir einen Elektrozähler und kontrolliere, wie effizient die Wärmepumpe arbeitet. Setze also auf kontrolliertes Energiemanagement statt auf «Blindflug».

Halte dir ausserdem bei deinem Wärmepumpensystem die Option eines Fotovoltaik-Anschlusses offen. Achte deshalb beispielsweise auf den Personenschutz beim Warmwasser, damit man sich die Hände nicht verbrüht. Ziehe bewirtschaftbare Speichern den gleitenden Speicher vor, damit du sie in Übergangszeiten als «Wasserbatterie» nutzen kannst. So wird dein Wärmepumpensystem zukunftstauglich.

Mehr Infos…

…zu Martin Omlins Unternehmen findest du auf der Firmenwebsite. Auf LinkedIn kannst du dich mit ihm verknüpfen.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen. 

Beste Grüsse
Marco

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