
Häufig zu klein dimensioniert
Was kann denn bei der Planung einer Lüftungsanlage schieflaufen? Die Antwort von Experte Patrick: sehr viel. Das beginnt schon bei der Dimensionierung der Leitungen. Diese wird erfahrungsgemäss oft zu klein gewählt. Wer sich auch bloss rudimentär mit den Gesetzen der Physik auskennt, weiss: Wenn die gleiche Luftmenge durch einen kleineren Durchmesser fliessen soll, strömt diese Luft schneller. Zu schnell! Der erhöhte Druck verursacht dann Lärm, der von den Bewohnern (vor allem nachts) als unangenehm empfunden wird. Der Grund für die zu kleine Dimensionierung: Man will Kosten sparen, man hat zu wenig Platz oder man hat einfach falsch gerechnet. Als einzig sinnvolle Lösung bleibt dann nur das Reduzieren der Luftmenge.
Falsch platzierte Regler und Abgänge
Weiter ist beim Planen etwa wichtig, auf welche Weise die Anlage reguliert werden soll und wo wie viele Abgänge, Klappen und Messkreuze verortet sind. Schauen wir uns mal die Konsequenzen für falsch platzierte Messkreuze bzw. Lüftungsabgänge an. Volumenstromregler benötigen immer eine Beruhigungsstrecke zur An- und Abströmung, damit das Messkreuz korrekte Daten ermittelt. Oftmals werden diese Vorgaben des Herstellers jedoch nicht eingehalten. Dann kann es sein, dass gleich nach einem Abgang im 90-Grad-Bogen das Regelorgan kommt. Der Bogen drückt die Luft an die Seitenwand, was das Resultat der Messung verfälscht. Die Faustregel besagt, dass der Abstand vor dem Bogen zweimal der Durchmesser des Reglers sein sollte. Hinter dem Regler genügt der Abstand von einem Durchmesser. Die Lüftungsabgänge wiederum sollte man im Optimalfall in geraden Abschnitten einbauen. Falsch wäre die Platzierung nach einem 90-Grad-Bogen auf der Innenseite. Denn dort würde es die Luft nach aussen drücken und der Abgang würde nicht mit genug Luft versorgt werden. Generell empfiehlt Patrick nur 45- statt 90-Grad-Abgänge in Luftrichtung.Achtung bei der Druckberechnung
Häufig geschehen zudem Fehler in der Druckberechnung – und zwar, weil man sich auf die Angaben des Herstellers verlässt. Nehmen wir an, die Kalkulation der benötigten Luftmenge für deine Lüftungsanlage ergibt 1'200 m³/h. Dann bestellt man beim Hersteller auch eine Anlage für diesen Wert. Doch der Hersteller bezieht seine Angabe auf freiblasende Anlagen ohne Druckverlust durch das System. Deshalb sollte man beim Bestellen einer Lüftungsanlage immer noch eine «Reserve» von 20 bis 30 % einkalkulieren. In diesem Fall empfiehlt Patrick 1’600 m³/h. Das verlängert die Lebensdauer der Anlage, da sie nicht dauernd auf Höchstleistung laufen muss.