Wenn die Treppe zur Hürde wird, braucht es den Schreiner! Viele Hausbesitzer möchten auch im Alter im eigenen Einfamilienhaus bleiben. Doch dafür braucht es Lösungen, die Mobilität ermöglichen, ohne das Zuhause in eine sichtbare Pflegeumgebung zu verwandeln.
Ein nachrüstbarer Hauslift löst dieses Problem: Er verbindet zwei Stockwerke, lässt sich in bestehende Wohnräume integrieren – und eröffnet Schreinerbetrieben ein neues Geschäftsfeld im altersgerechten Umbau.

Dieser Baublog basiert auf unserem Podcast-Gespräch mit Siegfried Schmid, dem Inhaber der Flexomobil AG. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt nachrüstbare Hauslifte für Einfamilienhäuser. Im Zentrum steht ein System, das speziell für den Bestand gedacht ist: individuell anpassbar, ohne Grube, mit normalem 220-Volt-Anschluss und so konzipiert, dass Schreiner und andere Fachbetriebe daraus ein neues Angebot entwickeln können.

Sitzlift? Meist nicht ideal
Wer an Mobilität im Einfamilienhaus denkt, denkt oft zuerst an den klassischen Sitzlift entlang der Treppe. Doch diese Lösung hat klare Grenzen. Sie beansprucht Platz, beeinträchtigt das Erscheinungsbild der Treppe und hilft in erster Linie jenen Personen, die noch selbstständig auf den Sitz gelangen können. Sobald jemand auf Unterstützung angewiesen ist, wird der Weg ins Obergeschoss schnell wieder zur Belastung – für die betroffene Person, aber auch für Angehörige oder Pflegepersonen.
Ein senkrechter Hauslift hingegen verfolgt einen anderen Ansatz: Er soll eine stilvolle, eigenständige Verbindung zwischen den Stockwerken schaffen. Wie viel angenehmer und würdevoller ist es für jemanden im Rollstuhl, selbständig in den Lift zu fahren als auf einen Sitz gehievt zu werden? So können ältere Menschen ihre Gewohnheiten fortführen und möglichst lange in vertrauter Umgebung wohnen bleiben.

Im Einklang mit der Innenarchitektur
Der Hauslift von Flexomobil ist nicht als gläserner Blickfang konzipiert, sondern als integrierbares Element im Wohnraum. Je nach baulicher Situation kann er im Treppenauge, in einer Ecke oder an einer anderen geeigneten Stelle eingebaut werden. Häufig wird er dort platziert, wo er möglichst wenig auffällt – etwa anstelle eines Kamins, in einer Raumecke oder eingebunden in einen Schrankbereich.
Für Schreiner ist genau diese gestalterische Integration spannend. Denn der Lift wird nicht einfach als fertiger technischer Kasten in den Raum gestellt. Die Verkleidung kann passend zur Einrichtung geplant werden: unten beispielsweise wie eine Wand, ein Einbaumöbel oder ein Teil des Wohnzimmers; oben passend zum Schlafzimmer, zur Ankleide oder zum bestehenden Schrank. Dadurch entsteht nicht nur Barrierefreiheit, sondern auch eine gestalterische Aufgabe mit sichtbarem Mehrwert.
Was dieses Hauslift-System besonders macht
Der Hauslift richtet sich vor allem an Umbauten in bestehenden Einfamilienhäusern. Dort sind standardisierte Liftlösungen oft schwierig, weil Raumhöhen, Treppenformen, Deckendurchbrüche und Grundrisse sehr unterschiedlich sind. Das Flexomobil-System setzt deshalb auf Anpassbarkeit statt auf starre Standardmasse.
Wichtige Merkmale sind:
- Der Lift ist in Länge und Breite variabel einstellbar.
- Die Grösse orientiert sich am vorhandenen oder geplanten Deckendurchbruch.
- Es braucht keine Grube und keine Unterfahrt.
- Für den Betrieb genügt ein normaler 220-Volt-Anschluss.
- Die Verkleidung kann durch den lokalen Schreiner passend zum Wohnraum gestaltet werden.
- Durch die mittige Aufhängung oben sind Ein- und Ausstieg von verschiedenen Seiten möglich.
- Eine Batterielösung ermöglicht den Betrieb auch bei Stromausfall.
- Die Bedienung kann individuell auf die Nutzer abgestimmt werden – etwa mit grösseren Tasten oder anderen Lösungen bei körperlichen Einschränkungen.
Chance für Schreinerbetriebe
Für Schreiner, Innenausbauer, Architekten und Baumanagementbüros eröffnet der Hauslift ein Geschäftsfeld, das weit über die reine Montage hinausgeht. Viele ältere Hausbesitzer haben ihr Haus vor Jahren bereits renoviert. Die Küche ist gemacht, der Boden verlegt, die Einbauschränke stehen. Aus Sicht des Handwerkers scheint die Kundenbeziehung abgeschlossen. Doch mit dem Thema altersgerechter Umbau entsteht ein neuer Gesprächsanlass.
Ein Hauslift kann dabei zum Türöffner werden. Wer seinen Kunden frühzeitig zeigt, wie ein Einfamilienhaus für die nächsten 10 bis 20 Jahre vorbereitet werden kann, positioniert sich nicht nur als Handwerker, sondern als Lösungsanbieter. Oft bleibt es nicht beim Lift allein. Im gleichen Projekt können weitere Anpassungen sinnvoll werden: Schiebetüren statt Drehtüren, neue Schranklösungen, angepasste Durchgänge, ein seniorengerechter Badumbau oder eine allgemein schönere und praktischere Gestaltung des Wohnraums.
Besonders interessant ist das, weil die Zielgruppe häufig bereit ist, nochmals in ihr Zuhause zu investieren. Viele Menschen zwischen 60 und 75 Jahren fragen sich, ob sie später in eine Wohnung, ein betreutes Wohnen oder ein Altersheim ziehen müssen. Gleichzeitig hängen sie an ihrem Haus, am Garten, an der Nachbarschaft und an ihrer gewohnten Umgebung. Ein durchdachter Umbau kann diese Entscheidung beeinflussen.
Für Fachbetriebe ergeben sich daraus mehrere Vorteile:
- Sie reaktivieren bestehende Kundenbeziehungen.
- Sie erschliessen Zusatzumsatz im Umbausektor.
- Sie bauen Kompetenz im altersgerechten Wohnen auf.
- Sie können Planung, Gestaltung und Ausführung miteinander verbinden.
- Sie bieten eine Lösung an, die emotional und praktisch einen hohen Wert hat.
- Sie differenzieren sich gegenüber Betrieben, die nur klassische Schreinerarbeiten anbieten.

Hauslift-Vertriebspartner gesucht!
Flexomobil sucht gezielt Vertriebspartner in der Schweiz und in Deutschland. Der Grund ist naheliegend: Die individuelle Anpassung vor Ort lässt sich nicht zentral über grosse Distanzen leisten. Der lokale Fachbetrieb spricht mit seinen Kunden, beurteilt die Wohnsituation, plant die Einbindung in den Raum und übernimmt die handwerkliche Umsetzung. Flexomobil liefert dabei das technische System – Gerüst, Motor, Steuerung und die zentralen Komponenten.
Damit Schreiner nicht plötzlich zu Liftinstallateuren werden müssen, setzt das Unternehmen auf Schulungen. Dabei können verschiedene Homelift-Systeme verglichen und in der Montagehalle Aufbau und Abbau praktisch geübt werden. Die Technik ist ein neues Feld, aber kein unüberwindbares, sagt Siegfried Schmid. «Wer Küchen einbauen kann, arbeitet ohnehin mit Holz, Metall, Glas, Keramik, Elektrogeräten und komplexen Schnittstellen.» Entscheidend sei, die spezifischen Vorschriften, Risiken und Sicherheitsaspekte sauber zu lernen.
Investition mit Mehrwert
Preislich bewegt sich ein solcher Hauslift je nach Ausstattung und gestalterischer Umsetzung ungefähr zwischen 30'000 und 50'000 Franken. Die Spannweite erklärt sich vor allem durch die individuelle Verkleidung und die gewünschte Qualität der Ausführung. Eine einfache Lösung ist möglich, eine hochwertige Integration mit edlen Oberflächen und passenden Beschlägen ebenso.
Auch volkswirtschaftlich ist das Thema relevant. Wenn Menschen länger selbstständig zu Hause leben können, entlastet das die Pflege- und Betreuungssysteme. In Deutschland gibt es bereits Fördermodelle, etwa über die Pflegekasse oder in Bayern über Zuschüsse für Menschen mit Behinderung. In der Schweiz gibt es nach Einschätzung von Flexomobil zumindest regionale Bestrebungen, ähnliche Unterstützungen zu prüfen. Der Grundgedanke ist klar: Ein Beitrag an eine Wohnraumanpassung kann deutlich günstiger sein als ein Heimplatz oder dauerhaft intensive Betreuung.

Wachsender Markt
Der Hauslift im Einfamilienhaus ist deshalb mehr als ein technisches Produkt. Er verbindet Handwerk, Gestaltung, Demografie und Selbstbestimmung. Für Bewohner bedeutet er: länger im eigenen Zuhause bleiben. Für Angehörige bedeutet er: weniger Belastung. Und für Schreiner bedeutet er: ein neues Geschäftsfeld mit Substanz, Sinn und Zukunft.
Flexomobil wurde für diese Idee bereits in Deutschland ausgezeichnet und erhielt den Bundespreis für Innovation im Handwerk. Das zeigt: Altersgerechtes Wohnen ist kein Randthema mehr. Es ist ein wachsender Markt – und eine Chance für jene Betriebe, die früh verstehen, dass der Umbau der Zukunft nicht nur schöner, sondern auch menschlicher werden muss.
Noch viel mehr Details zum modernen Hauslift von Flexomobil erfährst du in diesem früheren Baublog!