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Die Aufzugswartung: So läuft deine Anlage wie geschmiert

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Inhaltsverzeichnis

Du wirst mir zustimmen: Autos und Aufzüge sind eigentlich ziemlich unterschiedlich. Doch eines haben die beiden Fortbewegungsmittel gemeinsam: Sie brauchen regelmässige Wartungen – und Profis, denen wir dafür unser Vertrauen schenken. Wie oft muss eine Aufzugswartung durchgeführt werden? Wie gehen die Fachpersonen bei diesem Job vor? Und was sich vielleicht der eine oder andere ängstliche Aufzugnutzer schon gefragt hat: Kann die Kabine bei fehlender Wartung im schlimmsten Fall sogar abstürzen?

Auf diese Fragen gibt uns im Baublog einer der fast 60’000 Mitarbeiter des Aufzugsanlagen- und Fahrtreppenproduzenten Kone Auskunft. Es ist dies Servicetechniker Joachim Feist. Er ist seit mehr als 13 Jahren bei der Firma Kone und dort für Wartungen, Störungen, Reparaturen und Umbauten zuständig. Nebenbei fungiert Joachim als Sicherheitsbeauftragter und unterstützt seine Kollegen bei Fragen zum Thema Sicherheitsvorschriften. Aber das ist noch nicht alles: Er ist ausserdem noch Trainer und erklärt neuen Mitarbeitern das digitale Tool von Kone, mit dem man sieht, welche Aufgaben man noch an welchen Anlagen zu erledigen hat.

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Weshalb braucht es die Aufzugswartung?

Ist man im Aufzug unterwegs, sieht man bloss die Kabine und denkt gar nicht daran, welche Technik hinter der Fassade verborgen ist. In anderen Fällen ist es ganz selbstverständlich, dass eine Wartung fällig wird. Beim Auto sagt uns das in gewissen Fällen ein leuchtendes Lämpchen. Auch Passagiere, die ihr Flugzeug betreten, gehen davon aus, dass man dieses vorher gecheckt hat. Ein Aufzug fliegt zwar nicht, aber auch er befördert Personen – folglich gibt es hier ebenfalls sicherheitsrelevante Themen.

«Deswegen ist es auch beim Aufzug sehr wichtig, in regelmässigen Abständen eine Wartung durchzuführen.»

In Deutschland findet alle zwei Jahre eine sogenannte Hauptprüfung statt, bei der Servicetechniker anwesend sind. Man prüft dabei zusammen mit dem TÜV (Technischer Überwachungsverein) alle sicherheitsrelevanten Themen am Aufzug. Im Folgejahr unterzieht der TÜV den Aufzug alleine einer kleineren Prüfung – das ist ganz ähnlich wie die TÜV-Prüfung am Auto. Auf einer Plakette siehst du dann als Fahrgast, dass eine Prüfung durchgeführt wurde und alles auf dem aktuellsten Stand der Technik ist.

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Die modular aufgebaute Wartung

Die Kone-Mitarbeiter erhalten turnusgemäss auf ihre App die Nachricht, was sie wo in welchem Umfang zu prüfen haben. Kone hat die sogenannte Modulwartung (MBM) als Vorgabe, die alle Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung sowie der DIN EN 13015 erfüllt.

«So wird sichergestellt, dass jedes Modul bis Jahresende kontrolliert wird und nichts vergessen geht.»

Ein Beispiel für ein Modul ist das Antriebsmodul. Hier kümmern sich die Experten hauptsächlich um den Antrieb an sich. Je nach Hersteller muss man dabei andere Vorgaben erfüllen. Bei älteren Modellen wäre hier eine mögliche Aufgabe, zu kontrollieren, ob noch genügend Fett in der Umlenkrolle ist. Auf einer Faltkarte der Firma Kone (hier für dich als PDF) sind alle zu prüfenden Komponenten aufgelistet.

Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob der Aufzug eines Hochhauses oder eines kleinen Mehrfamilienhauses gewartet wird: Die modular aufgebaute Arbeitsstruktur bleibt gleich. Aber die Aufzugswartung dauert bei 14 Etagen natürlich etwas länger als bei 4 Etagen.

Wie häufig braucht es die Aufzugswartung?

Das ist so etwas wie die Gretchenfrage dieses Baublogs: Wie oft sollte nun jemand vorbeikommen und sich den Aufzug anschauen? Für die Antwort musst du mehrere Faktoren berücksichtigen:

  • Wie stark wird die Anlage genutzt?
  • Wie alt ist die Anlage?
  • Welche Aufgaben hat der Aufzug?
 

Beim letzten Punkt kannst du beispielsweise an ein Krankenhaus denken. Dort ist die Verfügbarkeit des Aufzugs noch wichtiger als in einem Wohnhaus mit 3 Etagen.

Die DIN EN 13015 empfiehlt unter anderem: 12-mal im Jahr bei sicherheitsrelevanten Aufzügen oder Aufzügen mit mehr als 40’000 Fahrten im Monat. 6-mal im Jahr, wenn der Aufzug verglast ist, er mehr als 6’000 Fahrten im Monat hat oder älter als 15 Jahre ist. Als Faustregel gilt: Ein neuer, selten benutzter Aufzug muss weniger oft gewartet werden als ein alter Aufzug, der viele Fahrten absolviert.

Die Anzahl Fahrten kannst du mittels Hochrechnungen abschätzen. Ein normales Wohnhaus benötigt erfahrungsgemäss einmal im Quartal eine solche Kontrolle. Die Häufigkeit wird im Wartungsvertrag mit dem Dienstleister festgehalten.

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Was passiert bei fehlender Aufzugswartung?

Wenn du die Wartung regelmässig und sachgemäss durchführst, hast du unter dem Strich einen sicheren und komfortablen Aufzug. Wenn du die Aufzugswartung vernachlässigst, wird sich bald der Verschleiss bemerkbar machen – und zwar laut und deutlich. Die unschöne Geräuschkulisse kann vor allem denjenigen ein ungutes Gefühl geben, die ohnehin nicht gern im Aufzug unterwegs sind. Dazu kann ein Ruckeln oder «Eiern» der Kabine kommen.

Climacophobie – so heisst die Angst vor dem Absturz in Aufzügen. Ist die denn unbegründet oder kann ein vernachlässigter Aufzug im schlimmsten Fall tatsächlich sogar abstürzen? Joachim kann dich beruhigen:

«Die Horrorszenarien aus Hollywood-Filmen sind Fiktion.»

Die Seile allein sind eine mehrfache Sicherung; dazu kommen zusätzliche Absturzsicherungen. Wenn wortwörtlich alle Stricke reissen, könnte man vielleicht 50 Zentimeter fallen, bevor die Sicherheitseinrichtung greift.

Mehr Infos

Auf der Website von Kone kannst du nicht nur mehr zu spezifischen Aufzugsthemen lesen, sondern dich auch gleich zu einem für dein Anliegen passenden Berater durchklicken. 

Wenn dir dieser Baublog gefallen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse
Marco

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