Auch der Sanitärinstallateur und die Sanitärinstallateurin müssen sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Wir sprechen in diesem Baublog darüber, was sich in der Branche verändert hat und welche Tools bereits heute die Arbeit erleichtern. Und wir wagen mit unserem Experten einen Blick in die Zukunft: Was müssen Sanitärinstallateure künftig tun, um qualifizierte Fachkräfte und treue Kunden für sich zu gewinnen?
Unser Gast ist Daniel Eugster, Inhaber der Firma Haustechnik Eugster AG. Der mittelständische Familienbetrieb aus dem thurgauischen Arbon mit rund 40 Mitarbeitern ist in den Bereichen Sanitär, Heizung und Spenglerei tätig.
Die Haustechnik Eugster AG ist ein Partnerunternehmen unseres Kooperationspartners Conreal.

Digitalisierung: Das hat sich schon verändert
Daniel und sein Team zeichnen heute die Badezimmer schon beinahe im fotorealistischen 3D-Stil. Man kann sogar mit einer 3D-Brille in seinem neuen Bad «herumgehen». Das wäre vor 15 Jahren noch undenkbar gewesen.
Apropos 3D: Auch für den Sanitärinstallateur ist BIM momentan ein grosses Thema. (Eine gute Einführung in diese Materie findest du übrigens im Baublog mit dem Titel «Das musst du als Bauherr über BIM wissen».) Hier gilt es als Unternehmen dranzubleiben, um nicht den Anschluss zu verlieren, sagt Daniel. Vor allem in der Planung setze man BIM immer häufiger ein. In der Umsetzung sei BIM jedoch noch sehr anspruchsvoll.
«Praktisch jedes grössere Projekt wird heute in 3D geplant.»
Die Haustechnik Eugster nimmt sich betreffend Digitalisierung vor, grundsätzlich alle Prozesse zu hinterfragen. Es bringe nichts, Prozesse, mit denen man noch nicht ganz zufrieden sei, zu digitalisieren. Zuerst müsse man die Prozesse anpassen – erst dann könne man über die Digitalisierung sprechen.
Interne Prozesse können relativ effizient und einfach digitalisiert werden. Dazu gehören etwa die Objekterfassung, die gesamte Buchhaltung und die Stundenerfassung.
Einen attraktiven Arbeitsplatz schaffen
Daniel hat ein Erfolgskonzept für die Zukunft, das er über bestimmte Eigenschaften definiert. Damit ein Sanitärinstallateur künftig in der Branche bestehen kann, muss er wachsam, flexibel und vorwärtsgerichtet bleiben. Ausserdem braucht es Motivation für die Arbeit, denn beim Bauen muss man auch mal Rückschläge wegstecken können. Doch das Allerwichtigste bleibt die Wahl der richtigen Mitarbeiter.
«Wenn du nicht die richtigen Mitarbeiter hast, nützt alles Digitalisieren nichts.»
Die Mitarbeiter sind das höchste Gut – doch wie findet eine Sanitär-Firma gute Fachkräfte? Hier gelte es, an der Sinnhaftigkeit der Tätigkeit zu arbeiten. Jeder Unternehmer sollte bestrebt sein, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und ein Umfeld zu schaffen, das individuelle Entwicklung zulässt.
Als Sanitärinstallateur Aufträge gewinnen
Auch wenn gerade wir vom Bauherren Podcast Schweiz das gerne anders hätten: Der Preis ist immer noch der ganz grosse, massgebende Faktor bei der Auftragsvergabe. Die Haustechnik Eugster AG ist jedoch bemüht, noch mit anderen Alleinstellungsmerkmalen den Unterschied zu machen. Beispielsweise mit der Qualität, der Kapazität und dem Knowhow. In einem weiteren Sinn gehören dazu auch der Auftritt und die Persönlichkeit der Menschen, die das Unternehmen gegen aussen vertreten. Aber der Preis wird immer ein wichtiger Parameter bleiben.
«Wir müssen einen marktgerechten Preis haben, sonst haben wir so oder so keine Chance.»
Das Problem dabei ist die Vergleichbarkeit: Der Preis ist eine absolute Zahl und lässt sich verlockend einfach mit anderen Zahlen vergleichen. Die Leistung hingegen trägt keine Zahl und obendrein siehst du das Resultat erst, wenn die Arbeit vollendet ist.
Weshalb die Preisdrückerei in Offerten eine so schlechte Idee ist, habe ich in diesem Baublog ausgeführt.
Wo sind die Kunden der Zukunft?
An welchen Orten muss der Sanitärinstallateur künftig nach seiner Kundschaft suchen? Wie so oft braucht es auch bei der Kundenakquise Hybridlösungen. Viele Neukunden landen via Website beim Unternehmen, andere werden durch Printwerbung auf das Angebot aufmerksam.
Während man in Neuakquise investiert, darf man jedoch nicht vergessen, die Beziehungen zu bestehenden Kundinnen und Kunden zu pflegen. Wie Daniel weiss, ist das etwas, das viele vernachlässigen, weil sie zu sehr auf das Neue fixiert sind.
Die Haustechnik Eugster arbeitet in der Neuakquise überdies mit einem Service-Tool von Conreal, wo man seine Aufträge samt Terminwunsch rund um die Uhr einreichen kann. Die Kunden haben die Möglichkeit, online ihr eigenes Traumbad zu entwerfen.
«Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht und wir sehen hier viel Potenzial.»
In der Findungsphase dürften also bei den Kunden fotorealistische 3D-Modelle eine immer wichtigere Rolle spielen. Von Anfang bis Ende nur mit 3D wird es jedoch auch in Zukunft nicht gehen, da ist sich Daniel sicher. Die Kunden wollen früher oder später das Material in echt sehen und haptisch erfahren.
Mehr über die Haustechnik Eugster AG findest du auf der Firmenwebsite und auf dem Facebook-Profil. Dort gibt’s ausserdem spannende Einblicke hinter die Kulissen!
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