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Das digitale Architekturbüro der Zukunft

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Inhaltsverzeichnis

Wir wagen in diesem Baublog einen Blick in die Kristallkugel: Wie werden Architektinnen und Architekten in der Zukunft arbeiten? Ein grosses Thema wird hierbei die Digitalisierung sein, die bereits jetzt dieses Berufsbild prägt. Wir klären deshalb auch, welche Tools den Architekten heute schon den Arbeitsalltag vereinfachen. Ausserdem erfahren wir, was die Zutaten für ein digitales Geschäftsmodell sind.

Unser Gast ist ein erfahrener Experte und weiss, wie sich die Architekturbüros für die Zukunft rüsten sollten: Ivo Lenherr, Mitbegründer von Habitects, Mitinhaber von FSP Architekten und Partner der ConReal Swiss AG. Wenn du mehr über Ivos Werdegang und seine zahlreichen Aufgaben erfahren möchtest, kannst du das hier auf seinem LinkedIn-Profil tun.

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Architekten und Digitalisierung

Wie hat die Digitalisierung in den vergangenen Jahren die Arbeit der Architektinnen und Architekten verändert? Ivo glaubt, dass wir erst ganz am Anfang des tiefgreifenden Veränderungsprozesses stehen. Für den grössten Wandel in der Branche hat in den letzten Jahren BIM gesorgt. (BIM ist schon einige Male bei uns aufgetaucht – als Einführung ins Thema empfehle ich dir diesen Baublog.)

«Wir können Daten ein Gesicht geben. Durch die Visualisierung entsteht ein emotionales Erlebnis.»

Auf Visualisierung setzt übrigens auch ein spannendes Tool fürs Bad. Ivo ist Mitbegründer von Habitects, das inzwischen ein Teil von unserem Kooperationspartner Conreal geworden ist. Dazu gehört das intelligente Tool «Lara», mit dem man anhand verschiedener Styles und Elemente das persönliche Traumbad erstellt und anschliessend eine 3D-Visualisierung erhält. So bekommen die Kunden früh ein virtuelles Bild und werden nicht mehr vom Resultat überrascht.

Auch BIM benützt man zurzeit noch vor allem in der Planung. Ivo sieht aber ein viel grösseres Potenzial. Künftig müsse man versuchen, die Daten so schnell wie möglich in die Produktion reinzubekommen. Denn erst bei der Teileproduktion und auf der Baustelle erhält der Bauherr zum ersten Mal einen ökonomisch relevanten Gegenwert.

Logo Conreal

Worauf müssen sich Architekten einstellen?

Für die Zukunft gibt es natürlich keine absolute Gewissheit; nur Thesen, die auf Beobachtungen basieren. Ivo prognostiziert, dass die Blockchain-Technologie einen grossen Einfluss auf die Bau- und Immobilienbrache haben wird. Er vergleicht Blockchain von heute sogar mit dem Internet von 1994.

Aber ein Schritt nach dem anderen! Erst einmal wird die Digitalisierung Einzug halten. In den USA gibt es bereits ein Architekturbüro, bei dem 50 Prozent der Mitarbeitenden Intel-Programmierer sind. Die andere Hälfte besteht aus Architekten. Sie haben gemeinsam ein Tool entwickelt, mit dem sie beispielsweise Entwürfe für ein Krankenhaus automatisiert erstellen können.

«Mit künstlicher Intelligenz und der Verschmelzung von virtueller und realer Welt lässt sich viel mehr rausholen.»

Wer sich der Digitalisierung verschreibt, muss dies aber auch durchziehen. So ergibt es keinen Sinn, ein einziges BIM-Projekt zu machen, wenn der Rest konventionell läuft.

Digitalisierung erfordert im Architekturbüro der Zukunft Design-Thinking-Methoden mit – virtuellen oder normalen – Post-its. Diese Verknüpfung von Post-it-Methoden mit dem hochintelligenten digitalen Modell wird auf die Architektinnen und Architekten zukommen.

Und wo findet man künftig seine Kunden? Das ist schwer zu beantworten und Ivo findet, dass die Frage auch gar nicht so relevant ist. Für ihn muss in erster Linie das Team stimmen. Mit den richtigen Mitarbeitern kommen die Kunden und die Projekte automatisch.

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Wachstum dank Kollaboration

Viele sind der Ansicht, dass man den Weg der Digitalisierung nur gehen kann, wenn man als Unternehmen eine gewisse Grösse besitzt, da es sich um teure Investitionen handelt. Dieser Meinung ist Ivo nicht: Es spiele keine Rolle, wie gross eine Firma sei. Wichtig sei, dass du es in kleinen Schritten und während laufenden Projekten vollziehst.

«Damit finanzierst du es quasi durch das Honorar dieser Projekte.»

Nun eines der wichtigsten Stichworte für das Architekturbüro der Zukunft: Kollaboration. Gegenseitiges Pushen bei gleichzeitigem Wettbewerb – das sind sich die meisten Architekten heute noch nicht gewohnt. Doch das Vernetzen und das Formen von Allianzen wird künftig von grosser Wichtigkeit sein. Immer vorausgesetzt, dass Wachstum überhaupt dein Ziel ist.

3 Tipps zum Schluss

Es gibt verschiedene Wege, die zum Ziel führen. Es gibt nicht die eine Art, wie du BIM in dein Architekturbüro einführen musst. Vielmehr sollst du es auf deine Firmenkultur und deine Führungskompetenz abstimmen. Es gibt dabei ein paar entscheidende Fragen. Zum Beispiel: Woher holt man das Knowhow? Hier kann sich die Architekturbranche bei anderen Industrien wie der Automobilindustrie bedienen und deren Fortschritte adaptieren.

Ein zweiter Punkt ist die vorhin bereits erwähnte Kollaboration: Man kann solche Entwicklungen nicht alleine machen – wie du auch nicht alleine einen Stafettenlauf gewinnen kannst.

Drittens: Alles steht und fällt mit den Leuten, die du wählst. Versuche immer, die Besten für dein Team zu gewinnen und sei offen für junge Mitarbeiter. Denn in Sachen Digitalisierung können gerade sie für wertvolle Inputs sorgen. 

Du bist Architektin oder Architekt und willst die Zukunft deiner Branche mitgestalten? Dann musst du dir unbedingt unseren Baublog mit dem Gründer des Archvereins anschauen!

Wenn dir diese Folge zum Thema Architekturbüro der Zukunft gefallen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.

Beste Grüsse
Marco

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