In Technikräumen von Büro- und Zweckgebäuden findet man sie überall: Unscheinbare Feldgeräte, die den Betrieb von Heiz-, Kühl- und Lüftungsanlagen steuern. Vielen Bauherren und Investoren ist jedoch nicht bewusst, wie gross ihr Einfluss auf Energieverbrauch, Komfort und Betriebskosten tatsächlich ist. Ein grosser Teil dieser Geräte stammt vom Schweizer Unternehmen Belimo – einem weltweit tätigen Spezialisten für Gebäudetechnik.
In diesem Baublog erfahren wir mehr über die Bedeutung intelligenter Feldgeräte für energieeffiziente Gebäude und darüber, warum Investoren stärker auf Lebenszykluskosten statt nur auf Baukosten achten sollten. Das Fachwissen erhalten wir von Rony Riedo, Leiter Verkauf Schweiz bei Belimo.

Von der Garage zum globalen Gebäudetechnik-Player
Belimo wurde 1975 im Zürcher Oberland gegründet – ursprünglich in einer Garage mit nur sechs Personen. Die Gründer entwickelten ein innovatives Produkt für die Gebäudetechnik und legten damit den Grundstein für ein Unternehmen, das heute weltweit tätig ist.
Inzwischen beschäftigt Belimo rund 2’500 Mitarbeitende und hat sich zu einem Milliardenunternehmen entwickelt. Ein wichtiger Standort ist weiterhin Hinwil, wo aktuell auch neue Produktions- und Logistikflächen entstehen, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen sollen.
Trotz des globalen Erfolgs wissen viele Bauherren oder Investoren gar nicht, dass Belimo ein Schweizer Unternehmen ist. Ebenso wenig bekannt ist häufig der konkrete Beitrag der Produkte zum Gebäudebetrieb. Feldgeräte übernehmen eine zentrale Rolle bei der Regelung von Heiz-, Kühl- und Lüftungssystemen und beeinflussen damit direkt Energieverbrauch, Raumklima und Betriebssicherheit von Gebäuden.

Energie sparen durch intelligente Feldgeräte
In der Branche wird oft davon ausgegangen, dass ein grosser Teil der Gebäude nicht optimal betrieben wird. Schätzungen zufolge funktionieren etwa 80 bis 90 % der Gebäude nicht so effizient, wie es technisch möglich wäre.
Eine Lösung, die hier ansetzt, ist das sogenannte Energy Valve. Dieses Ventil ermöglicht Transparenz über den Energiefluss im Gebäude und liefert präzise Daten zum Betrieb von Heiz- und Kühlsystemen.
Durch den Einsatz solcher Lösungen lassen sich messbare Verbesserungen erzielen. In einem konkreten Projekt einer Wohnüberbauung in Zürich konnte der Energieverbrauch um rund 30 % reduziert werden. Gleichzeitig ergab sich ein zusätzlicher Vorteil für den Bauherrn: Da der Energiebedarf insgesamt sank, konnte ein kleinerer Wärmeerzeuger installiert werden. Dadurch liessen sich laut Studie rund 200’000 Franken an Investitionskosten einsparen!
Das zeigt, dass Effizienzlösungen nicht nur Betriebskosten reduzieren, sondern bereits bei der Planung wirtschaftliche Vorteile bringen.
Mehr Transparenz im Gebäudebetrieb
Ein häufiges Problem im Gebäudebetrieb ist mangelnde Transparenz. Betreiber wissen oft nicht genau, wie ihre Anlagen tatsächlich arbeiten oder wo ineffiziente Prozesse entstehen.
Intelligente Feldgeräte liefern hier wichtige Daten. Durch Analyse und Monitoring wird sichtbar, ob Anlagen optimal laufen oder ob beispielsweise Kapazitäten vorhanden sind, die bislang ungenutzt bleiben.
In einigen Projekten zeigte sich nur so, dass zusätzliche Anlagen gar nicht nötig waren. Statt etwa eine weitere Kältemaschine oder einen zusätzlichen Heizkessel einzubauen, konnte durch bessere Steuerung und Analyse der bestehende Betrieb optimiert werden.
Retrofit-Lösungen für Bestandsgebäude
Besonders gross ist das Potenzial im Gebäudebestand. Viele ältere Gebäude verfügen über Anlagen, die technisch noch funktionieren, aber nicht optimal eingestellt sind.
Hier setzt das Konzept Retrofit Plus an. Dabei arbeiten spezialisierte Partner mit Investoren oder Eigentümern zusammen, um bestehende Gebäude zu analysieren und gezielt zu optimieren.
Durch den Einsatz moderner Feldgeräte und bessere Regelstrategien lassen sich häufig erhebliche Energieeinsparungen erzielen, ohne das gesamte System ersetzen zu müssen. Das macht solche Massnahmen besonders attraktiv für Wohnüberbauungen, Genossenschaften oder grosse Immobilienportfolios.
Alles über Retrofit+ gibt’s in diesem früheren Baublog!

Weshalb vermehrt auf Lebenszykluskosten achten?
Häufig stehen bei Investitionen vor allem die Baukosten im Vordergrund. Aus Sicht der Gebäudetechnik ist jedoch entscheidend, den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu betrachten. Dazu gehören:
- Energieverbrauch
- Wartungs- und Betriebskosten
- Anpassungsfähigkeit bei Nutzungsänderungen
- langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen
Wenn Investoren bereits in der Planung diese Aspekte berücksichtigen und auch Facility-Management-Teams früh einbeziehen, lassen sich langfristig deutlich bessere Ergebnisse erzielen.
Gerade intelligente Feldgeräte zeigen, dass kleine Komponenten einen grossen Einfluss auf den Gebäudebetrieb haben können.

Treiber der Innovation
Bei Belimo spielt neben der Technologie auch die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Um gemeinsame Werte trotz starkem Wachstum zu erhalten, wurden weltweit Workshops mit Mitarbeitenden durchgeführt. Im Zentrum stehen vier Prinzipien: Lösungsvorsprung durch Innovation, konkreter Kundenmehrwert im Gebäudebetrieb, eine Vertrauenskultur sowie Operational Excellence in Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Ein wichtiger Teil dieser Kultur sind langfristige Partnerschaften – viele Lieferanten arbeiten seit Jahrzehnten mit dem Unternehmen zusammen.
Parallel dazu treibt Belimo die Digitalisierung der Gebäudetechnik voran. Neue Gerätegenerationen liefern mehr Daten und ermöglichen eine effizientere Steuerung von Gebäuden. Wichtige Entwicklungen sind:
- NFC-Parametrierung von Geräten
- neue digitale Plattformen mit eigener ASIC-Technologie
- bessere Datenauswertung im Betrieb
- Predictive Maintenance zur frühzeitigen Wartungsplanung
Diese Technologien helfen, Gebäude langfristig effizienter zu betreiben und flexibler auf zukünftige Anforderungen zu reagieren.
Fazit: Kleine Geräte – grosse Wirkung!
Viele der wichtigsten Innovationen im Gebäudebetrieb sind nicht unbedingt gleich sichtbar. Feldgeräte verschwinden meist in Technikräumen oder Installationsschächten und bleiben für Nutzer und Besucher verborgen.
Dennoch steuern sie zentrale Funktionen eines Gebäudes: Energieflüsse, Raumklima, Sicherheit und Betriebsstabilität.
Die Philosophie dahinter lässt sich mit einem einfachen Leitsatz zusammenfassen: Small devices – big impact.
Gerade in Zeiten steigender Energiepreise, strengeren Nachhaltigkeitsanforderungen und zunehmender Digitalisierung können solche Technologien entscheidend dazu beitragen, Gebäude effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu betreiben.