Ein Flachdach wird nicht erst auf der Baustelle gut oder schlecht. Die entscheidenden Weichen werden viel früher gestellt: bei der Systemdefinition, bei den ersten Details, bei der Ausschreibung und bei der Frage, ob die Planung wirklich zum Gebäude passt. Genau dort entstehen bei der Flachdachabdichtung Fehler, die später teuer werden – durch Nachträge, Terminverzögerungen, Detailkonflikte oder unnötige Risiken in der Ausführung.
Christian Sahli, Planer und Bauherrenberater bei unserem Kooperationspartner Soprema, zeigt anhand der Soprema-Phasen, wo die wichtigsten Hebel liegen. Diese Phasen orientieren sich an den SIA-Phasen und machen sichtbar, wie Architekten, Bauleiter und Bauherren Kosten, Qualität und Termine besser im Griff behalten.

Phase 1: Systemdefinition – die wichtigste Entscheidung
Die erste grosse Weichenstellung erfolgt bereits in der Entwurfsplanung. Gerade bei Flachdachabdichtungen wird diese Phase oft unterschätzt. Dabei entscheidet sich hier, auf welchem Fundament das gesamte Projekt später aufbaut.
Eine der zentralen Fragen lautet: Welches Abdichtungssystem wird eingesetzt? Bituminöse Abdichtung oder Kunststoffdichtungsbahn? Diese Entscheidung ist nicht einfach eine Materialfrage; vielmehr beeinflusst sie direkt die Details, die Anschlüsse, die Ausführung, die Kosten und die spätere Planungssicherheit.
Problematisch wird es, wenn ein Abdichtungssystem im Verlauf des Projekts plötzlich ausgetauscht wird. Dann müssen Details neu beurteilt, Anschlüsse angepasst und Leistungen überprüft werden. Ein Systemwechsel kann dadurch weitreichende Konsequenzen haben – technisch, planerisch und finanziell.
Der grösste Mehrwert einer frühen Fachbegleitung liegt deshalb in der klaren Systemdefinition. Auf Basis erster Plangrundlagen können Schichtaufbauten, Annahmedetails und ein Leistungsverzeichnis nach NPK erarbeitet werden. Daraus lassen sich Richtofferten bei Unternehmern einholen. So entsteht früh eine nachvollziehbare Kostengrundlage.
Das ist besonders wichtig, wenn sich später Kosten verändern. Dann ist ersichtlich, was ursprünglich geplant war und warum eine Anpassung Mehrkosten verursacht. Diese Transparenz schafft Sicherheit für Architekten, Bauleiter und Bauherrschaft.
Wichtige Vorteile der frühen Systemdefinition:
- fehlerhafte Systeme können früh ausgeschlossen werden
- Kosten lassen sich besser einordnen
- spätere Änderungen werden nachvollziehbar
- Details bauen auf einer geprüften Grundlage auf
- die Planung erhält mehr technische Sicherheit

Phase 2: Ausführungsplanung – Funktioniert das Dach?
In der Ausführungsplanung wird aus dem angedachten Dachsystem ein konkret umsetzbares Flachdach. Genau hier zeigen sich viele Schnittstellen, die später entscheidend werden.
Typische Themen sind Gefälle, Einläufe, Absturzsicherung und Solaranlagen. Diese Elemente darf man nicht isoliert betrachten: Eine Veränderung bei den Bodeneinläufen beispielsweise kann Einfluss auf die Gefälledämmung haben. Eine Solaranlage beeinflusst wiederum das Layout der Absturzsicherung – und jedes einzelne dieser Themen wirkt sich auf Abdichtung, Details und Ausführung aus.
Deshalb ist die Ausführungsplanung beim Flachdach besonders anspruchsvoll. Sie verlangt nicht nur Produktwissen, sondern auch Verständnis für Bauabläufe, Normen, Schnittstellen und spätere Nutzung.
Soprema kann hier unterstützen, indem die geplanten Schichtaufbauten technisch überprüft und auf die konkrete Dachfläche übertragen werden. Zusätzlich können mit digitalen Hilfsmitteln ökologische Bauteile und Produktkombinationen geprüft werden. So wird sichtbar, ob ein geplanter Flachdachaufbau die geforderten Nachhaltigkeitskriterien erfüllt.
Für Architekten und Nachhaltigkeitsplaner ist das ein wichtiger Vorteil: Sie erhalten nicht nur technische, sondern auch ökologische Planungssicherheit.
Phase 3: Ausschreibung – potenzieller Kostentreiber
Die Ausschreibung ist einer der grössten Hebel für Kostenqualität und Terminsicherheit. Gleichzeitig ist sie eine der häufigsten Fehlerquellen.
Beim Flachdach genügt es nicht, eine allgemeine Abdichtungsposition zu beschreiben. Entscheidend sind die richtigen Positionen, Zuschläge und technischen Definitionen. Ein fehlender Zuschlag oder eine falsche Auswahl im Leistungsverzeichnis kann später teuer werden.
Ein Beispiel zeigt, wie gross die Auswirkungen sein können: Ob eine Abdichtung vollflächig aufgeschweisst oder im Verbund ausgeführt wird, kann im Katalog nur wie ein kleiner Unterschied wirken. Für die Ausführung, die Anforderungen und die Preisgestaltung ist es jedoch ein massiver Unterschied.
Gerade deshalb sind Copy-Paste-Ausschreibungen aus alten Projekten riskant. Sie sind zwar verständlich, weil die Bauleiter nicht jedes Spezialthema jedes Mal von Grund auf neu bearbeiten können. Doch Normen, Technikstand und Katalogpositionen entwickeln sich weiter. Was in einem früheren Projekt gepasst hat, kann heute unvollständig oder falsch sein.
In der Ausschreibung geht es deshalb um Genauigkeit. Alles, was preisrelevant ist, muss sauber erfasst werden. Nur so wissen Unternehmer, was wirklich zu leisten ist. Und nur so lassen sich Angebote fair vergleichen.
Besonders kritisch sind:
- unklare Systemdefinitionen
- fehlende Zuschläge
- veraltete Positionen aus alten Projekten
- unpräzise Angaben zu Anschlüssen und Details
- falsche Annahmen zur Ausführungsart

Phase 4: Baubegleitung – Sicherheit im Detail
Auf der Baustelle entstehen Konflikte oft im Detail. Dort treffen Planung, Normen, Ausführung, Termine und wirtschaftliche Interessen aufeinander.
Der Mehrwert einer fachlichen Baubegleitung liegt nicht nur darin, Mängel zu sehen. Entscheidend ist vielmehr der neutrale Blick auf technische Anforderungen. Soprema bringt hier eine klare, normorientierte Sicht ein. Das kann helfen, wenn auf der Baustelle Unsicherheit entsteht.
Ein typisches Beispiel: Ein System soll im Verbund erstellt werden. Während der Ausführung zeigt sich aber, dass ein Teilbereich nicht im Verbund ausgeführt wurde. Dann stellt sich die Frage, ob der Bereich zwingend zurückgebaut werden muss oder ob gemeinsam mit der Bauherrschaft eine verhältnismässige Lösung möglich ist, zum Beispiel mit einer Garantieverlängerung.
Solche Situationen sind anspruchsvoll, weil sie nicht nur technisch, sondern auch vertraglich und organisatorisch relevant sind. Gleichzeitig braucht es auf der Baustelle oft pragmatische Lösungen. Genau hier hilft eine nüchterne fachliche Einschätzung.
Auch bei Anschlusshöhen, Detailzeichnungen oder unklaren Planangaben kann die Baubegleitung Sicherheit geben. Sie unterstützt den Bauleiter, ohne dessen Verantwortung zu ersetzen.

Phase 5: Betrieb – Transparenz statt Blindflug
Nach der Erstellung beginnt die nächste wichtige Phase: der Betrieb. Gerade bei bestehenden Gebäuden fehlt Eigentümern oft ein klarer Überblick über Zustand, Aufbau und Potenzial ihrer Dachflächen.
Mit Sopscan können bestehende Dächer digital erfasst werden. Dazu gehören unter anderem 3D-Visualisierungen, Vermessungen und thermografische Aufnahmen. Besonders in der kälteren Jahreszeit lassen sich damit Hinweise zur Energieeffizienz sichtbar machen.
Das ist nicht nur für Sanierungen wertvoll: Auch bei der Planung von Solaranlagen kann eine digitale Dachaufnahme helfen – vor allem wenn alte Grundrisspläne fehlen oder unvollständig sind. Dachflächen können vermessen werden, ohne dass Menschen auf heikle Flächen gehen müssen. Dadurch entstehen belastbare Grundlagen für weitere Planungsschritte.

Phase 6: Kreislauffähigkeit – die Anforderung der Zukunft
Nachhaltigkeit endet nicht bei der Produktwahl. Immer wichtiger wird die Frage, ob Bauteile und Materialien kreislauffähig sind.
Christian Sahli betont dabei den Unterschied zwischen Kreislaufwirtschaft und Kreislauffähigkeit. Erst wenn ein Produkt oder System kreislauffähig ist, kann daraus eine wirtschaftlich sinnvolle Kreislauflösung entstehen. Deshalb geht es nicht nur um Schlagworte, sondern um konkrete technische Voraussetzungen.
Soprema arbeitet an Produkten und Lösungen, die diese Entwicklung unterstützen. Für Planer und Bauherren bedeutet das: Kreislauffähigkeit sollte nicht erst am Ende betrachtet werden, sondern bereits in frühen Projektphasen mitgedacht werden.

Fazit Flachdachabdichtung: Späte Entscheidungen sind teuer
Die Flachdachabdichtung ist technisch komplex und stark von frühen Entscheidungen abhängig. Wer das Abdichtungssystem zu spät definiert, Details ungenau plant oder Ausschreibungen aus alten Projekten übernimmt, riskiert Mehrkosten, Verzögerungen und Konflikte auf der Baustelle.
Die wichtigste Erkenntnis: Qualität entsteht nicht erst in der Ausführung. Sie beginnt in der Entwurfsplanung, setzt sich in der Ausschreibung fort und bleibt auch im Betrieb relevant.
Für Architekten, Bauleiter, Investoren und Bauherren lohnt es sich deshalb, Flachdächer früh fachlich abzusichern. Das schafft Kostensicherheit, reduziert Risiken und macht Projekte langfristig belastbarer.
Wenn du bei deiner Flachdachabdichtung vom Know-how der Firma Soprema profitieren möchtest, kannst du hier Kontakt aufnehmen: https://www.soprema.ch
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