
Geschäftsführer in neuer Rolle
Der Arbeitsalltag von Matthias unterscheidet sich ziemlich stark von dem eines «normalen» Geschäftsführers. Auch er startet seine Arbeit zwar früh am Morgen – muss sich aber nicht um das Tagesgeschäft kümmern: Matthias darf sich strategischen Themen widmen. Ausserdem ist er für die Mitarbeiter da und versucht, mit allen einmal täglich zu sprechen. Und er kann sich die Zeit nehmen, um Gästen (wie dem BAUHERREN PODCAST SCHWEIZ) ausführlich den gesamten Betrieb vorzustellen.Darum geht’s beim Lean Management
Das englische Wort «lean» bedeutet «schlank». Daher werde der Ausdruck «Lean Management» oftmals fälschlicherweise auf schlanke Prozesse bezogen, wie Matthias erklärt. Prozesse sollen möglichst komprimiert, effizient und produktiv werden. Der Metallraum-Geschäftsführer hat für Lean Management jedoch eine offenere Interpretation. Ihre Ursprünge hat diese Methode nämlich in den 50er-Jahren beim japanischen Autohersteller Toyota. Dort ging es darum, die Mitarbeiter ins Zentrum zu stellen. Und das ist auch die Devise von Matthias: Lean Management beginnt bei den Menschen. Das heisst für Matthias im Klartext, die Leute abzuholen und mit ihnen zusammen den Betrieb zu entwickeln – und nicht einfach Prozesse zu kürzen.Den Mitarbeitern Perspektiven bieten
Das bedeutet wiederum, die Mitarbeiter zu «Mitunternehmern» zu machen und ihre Meinung zu respektieren. Denn sie (und nicht etwa der Geschäftsführer) sind in ihrem Bereich, wo sie arbeiten, die Fachleute der Firma. Deshalb fände es Matthias vermessen, wenn er hier als Geschäftsführer seine Meinung als höher einstufen würde. Ebenfalls enorm wichtig ist es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Perspektiven zu bieten. Umfragen unter jungen Menschen zeigen, dass nicht primär das Einstiegsgehalt, sondern die Aussicht auf ein höheres Gehalt relevant ist. Man sollte den Mitarbeitenden also die motivierende Möglichkeit geben, sich persönlich weiterentwickeln und etwas erreichen zu können. Bei Metallraum stehen entsprechend oft Weiterbildungen auf dem Programm. Mindestens einen Tag im Monat wird der internen Schulung und Entwicklung gewidmet. Hinzu kommen externe Weiterbildungen – vieles davon dreht sich um das Zwischenmenschliche und die Persönlichkeitsentwicklung.Der Wert interner Ideen
Am «Umsetzer-Morgen» werden alle Ideen, die Metallraum den ganzen Monat über gesammelt hat, gemeinsam besprochen. Das können kleine Dinge wie das Umsetzen einer Bodenmarkierung, aber auch bedeutendere wie der Verkauf einer Maschine sein. Es geht stets darum, den Arbeitsplatz angenehmer zu machen und Prozesse zu optimieren. Beim gemeinsamen Mittagessen informiert Matthias über die aktuellen Zahlen des Betriebs und über bevorstehende grössere Projekte. Zudem wird an diesem Tag mit dem Helden oder der Heldin des Monats auch eine Person ausgezeichnet, die in irgendeiner Form eine besondere Leistung erbracht hat.