Ich bin nicht gut genug, ich habe keinen Hochschulabschluss.
Solche Aussagen höre ich häufig von ambitionierten Handwerkern, die eigentlich gerne in die Bauleitung wechseln würden.
Diese Bedenken sind Unsinn!
Als gelernter Maurer und Bauleiter weiss ich nämlich, dass es nicht auf den Hochschulabschluss ankommt, sondern auf eines: Herzblut und den Willen, diesen Schritt zu gehen.
Erfahre in dieser Folge:
- Wie du einfach in den Bauleiterberuf wechselst
- Welche Ausbildung zu dir passt
- Ob der Staat einen Teil deiner Ausbildungskosten übernimmt und
- Wie du als Einsteiger deinen Lohn verhandelst

Die grössten Bedenken – und warum sie unbegründet sind
Viele Handwerker glauben, sie könnten keine Bauleiter werden, weil sie:
- nicht gut genug sind
- keine weiterführende Schule gemacht haben
- keinen Hochschulabschluss besitzen
Was du wirklich brauchst:
- ein Fähigkeitszeugnis (EFZ) in der Schweiz
- mindestens drei Jahre Berufserfahrung in einem baunahen Beruf, egal ob Maurer, Elektriker, Betonschneider oder Landschaftsgärtner…
Ich habe schon Bauleiter erlebt, die top ausgebildet waren, aber im Bau-Alltag versagt haben. Und ich habe Handwerker kennengelernt, die ohne grosse Abschlüsse fantastische Bauleiter geworden sind. Es kommt auf dein Mindset an, nicht auf deinen Lebenslauf.
Junior Bauleiterschule: Der perfekte Einstieg
Die Junior Bauleiterschule ist der optimale Startpunkt für deinen Weg in die Bauleitung. Diese Ausbildung dauert ein Jahr (zwei Semester) und kostet zwischen 9’000 und 11’000 Franken. Angeboten wird sie beispielsweise von ipso.ch.
Du kannst wählen zwischen:
- einem Online-Studium (80–90 Prozent online, wenige Präsenzphasen)
- oder der Variante mit rund 70 Prozent Präsenzunterricht vor Ort
Meine Empfehlung: Wähle die Variante mit Präsenzunterricht! Dort baust du dein Netzwerk auf und kannst dich mit deinen Mitschülern austauschen.
Förderbeiträge:
Ein Teil der Ausbildungskosten wird vom Staat übernommen. Je nach Kanton können das mehrere Tausend Franken sein – also unbedingt rechtzeitig informieren! Voraussetzung: Du musst mindestens 24 Monate im gleichen Kanton wohnhaft sein.

Unterschied zwischen Bauleiter und Bauführer
Hier ein kurzer Überblick, falls du den Unterschied noch nicht kennst:
Bauführer: Arbeitet in einem Bauunternehmen, z. B. einem Maurergeschäft oder Gartenbauunternehmen. Er führt ein eigenes Team (die Equipe), betreut mehrere Baustellen und ist die Ansprechperson für seine Mitarbeitenden und den Bauleiter.
Bauleiter: Der Bauleiter ist die Schnittstelle zwischen Handwerkern, Architekten, Bauführern und Bauherren. Er ist verantwortlich für Kosten, Termine und Qualität auf der Baustelle.
Beide Positionen kannst du bei ipso.ch erlernen.
Voraussetzungen für die Junior Bauleiterschule
- Abgeschlossene Lehre (Fähigkeitszeugnis EFZ) in einem baunahen Beruf
- Du solltest weiterhin auf dem Bau arbeiten
- Motivation und Einsatzbereitschaft
Techniker HF Bauplanung: Der nächste Schritt
Wenn du es ernst meinst, ist der Techniker HF Bauplanung der logische nächste Schritt. Diese Ausbildung dauert drei Jahre und kostet rund 22’500 Franken. Auch hier gibt es Förderbeiträge (rund 2’000 Franken pro Jahr, abhängig vom Kanton).
Voraussetzungen für die Techniker HF Bauplanung:
- Abgeschlossene Lehre (EFZ) im Bauwesen oder als Planer
- Mindestens drei Jahre Berufserfahrung im Bau
- Alternativ: Abschluss der Junior Bauleiterschule
- Oder: Ausbildung als Bauzeichner
Wenn du bereits alle Voraussetzungen für den Techniker HF erfüllst, brauchst du die Junior Bauleiterschule nicht mehr. Überlege dir gut, ob du den Umweg gehen möchtest, da du sonst Zeit und Geld verlierst.

Lohnentwicklung als Bauleiter
Ein weiterer Vorteil des Bauleiter-Berufs: der Lohn! Hier ein Überblick (Richtwerte, Region Zürich):
- Junior Bauleiter (Einsteiger): ca. 4’500–5’500 Franken pro Monat
- Diplomierter Techniker HF Bauplanung bei einem Generalunternehmen: 8’000–10’000 Franken pro Monat
- Senior Bauleiter: bis zu 14’000–17’000 Franken pro Monat
Ich selbst habe nach fünf Jahren Bauleiterausbildung 140’000 Franken Jahresgehalt erreicht – und das ist möglich, wenn du gut verhandelst und dir einen Namen machst.
Lohnverhandlungen: So gehst du vor
Als Junior Bauleiter startest du bei 4’000–5’000 Franken pro Monat. Nach und nach kannst du alle ein bis zwei Jahre in 500-Franken-Schritten nach oben verhandeln.
Mein Tipp: Wenn du nach ein paar Jahren mehrere Jobangebote hast, kannst du das Limit austesten – und ruhig mal unverschämt verhandeln. Ich habe das selbst gemacht – und es hat funktioniert!
Ein weiterer Vorteil: Als Bauleiter kannst du dich sehr schnell selbständig machen. Alles, was du brauchst, ist ein Laptop und eine gute Internetverbindung. Viele Bauleiter arbeiten später als selbständige Berater oder übernehmen eigene Projekte.

Fazit: Werde Bauleiter – es lohnt sich
Der Job als Bauleiter ist abwechslungsreich, spannend und bringt dich mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen – vom Lehrling bis zum Investor. Du baust dir ein grosses Netzwerk auf, entwickelst dich laufend weiter und kannst später sogar selbst investieren und eigene Projekte leiten.
Und das Schönste: Wenn du später an einem Gebäude vorbeifährst, an dessen Entstehung du mitgewirkt hast, erfüllt dich das mit Stolz – jedes Mal.
Kennst du schon meinen Onlinekurs? Mehr Infos unter http://www.baufachwissen-akademie.ch/