
So funktioniert das Solarfaltdach
Das zentrale Element des Solarfaltdachs ist der Faltmechanismus. Aneinandergehängte Solar-Panels werden auf mehreren Seilen bei gutem Wetter aus- und bei schlechtem Wetter wieder eingefahren. «Du kannst dir das vorstellen wie eine Art Pergola, die auf Seilen ausgefahren wird.» Es ist für das Konzept des Produktes sehr wichtig, dass die Panels bei schlechtem Wetter eingefahren werden. Nur so ist die leichte Bauweise möglich, weil dadurch das Dach nämlich starken Windkräften aus dem Weg geht. Der Leichtbau wiederum ist unentbehrlich für die erneute Nutzung einer bereits genutzten Fläche, wie Gian erklärt. So gibt es auf einer Nutzfläche etwa Fahrzeuge oder gelagerte Güter. Man braucht also leichten Zugriff, vielleicht auch mal mit einem Kran. Mit anderen Worten: Man kann diese Fläche nicht einfach verbauen. Das System muss mehrere Meter über Boden sein und die Stützen müssen sehr weit auseinanderstehen. dhp technology gibt auf die Solarmodule übrigens eine Leistungsgarantie von 25 Jahren. Gian ist aber zuversichtlich, dass das System eine Lebensdauer von 30 oder sogar 40 Jahren erreichen kann.
Wer profitiert davon?
Grundsätzlich ist das Solarfaltdach für alle interessant, die für ihre Infrastrukturfläche einen echten Doppelnutzen wollen. Das heisst: Den heutigen Betrieb weiterführen und gleichzeitig Solarstrom produzieren, den man auch gleich selbst verbrauchen kann. Allerdings sollte die Fläche mindestens 1'000 Quadratmeter betragen. Ein besonders gutes Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten sind Kläranlagen. Dort gibt es grosse Flächen über den Becken, wo der Zugriff gewährleistet sein muss, und man benötigt viel Strom. Die Überdachung reduziert ausserdem die Algenbildung in den Becken – ein willkommener Nebeneffekt! Auch freuen sich die Mitarbeiter vor allem im Sommer über die zusätzlichen Schattenflächen. «Wir lernen immer wieder neue Vorteile kennen, die das Faltdach an seinen Einsatzorten mit sich bringt.» Auch für Park- und Logistikplätze ist diese Innovation aus dem Bündnerland interessant. So könnten etwa Elektrofahrzeuge mit dem Solarfaltdach betrieben werden. Und vermutlich parken so ziemlich alle ihren Wagen lieber im Schatten als an der gleissenden Sonne… Der Betrieb mit allen Arten von Fahrzeugen bleibt währenddessen unter dem Dach gewährleistet. «So kann jeder grössere Parkplatz zu einem dezentralen Treibstoffproduzenten werden.»