Als Bauleiter oder Architekt weisst du: Termindruck und schlechte Planung führen zu Baumängeln – das gilt besonders für das Gewerk Metallbau. Dabei gäbe es so einfache Strategien, diesen Problemen gleich von Anfang an aus dem Weg zu gehen.
Ein Metallbau-Profi gibt uns diesem Baublog exklusive Einblicke, wo die grössten Stolperfallen lauern und wie du einen reibungslosen Ablauf sicherstellst. Matthias Zwyssig, Geschäftsführer der Metallraum AG, erklärt unter anderem:
- Welche typischen Verzögerungen es gibt und wie du sie umgehst
- Was die häufigsten Planungsfehler im Metallbau sind
- Weshalb die Startsitzung so entscheidend ist
- Welche Tools helfen, Terminrisiken zu minimieren
- Wie die Metallraum AG Terminsicherheit garantieren kann

Was ist die Metallraum AG?
Matthias Zwyssig hat die Metallraum AG vor zehn Jahren als Alleininhaber übernommen und war zuvor in verschiedensten Positionen in der Firma tätig: von der Projektleitung über Werkstatt bis zur Montageleitung. Metallraum stellt vor allem Balkone, Geländer, Vordächer und Eingangstüren her – klassischer Metallbau, aber mit innovativen Ansätzen. Ziel: Nicht nur reaktiv handeln, sondern mitdenken, verbessern und neue Lösungen aufzeigen. Genau darum geht’s ja heute!
Der Termindruck ist real
Termindruck entsteht laut Zwyssig vor allem, weil wichtige Vorlaufzeiten fehlen oder der Metallbauer gar nicht im Terminprogramm enthalten ist. Die Planung ist in seinem Betrieb eigentlich sehr detailliert – schliesslich produziert Metallraum Einzelanfertigungen (Losgrösse 1) mit langer Vorlaufzeit, und Fehler oder Verspätungen sind teuer. Wenn der Bauleiter dann kurzfristig liefert oder andere Gewerke übersehen werden, entstehen immense Probleme.
Typische Stressmomente:
- Schnittstellen wurden nicht eingeplant.
- Das Gewerk fehlt im Terminplan.
- Die Montage erfolgt zu spät, weil etwa das Gerüst bereits abgebaut wurde.
- Gewünschte Lieferfristen sind unrealistisch (z. B. 3 Wochen).
Geländer im Treppenhaus: Lieber früh als spät
Geländer werden häufig erst am Schluss montiert. Zwyssig empfiehlt das Gegenteil: Frühzeitig montieren und professionell schützen!
Die Vorteile:
- Kein teures Bauprovisorium nötig
- Besserer Schutz für alle Beteiligten
- Keine improvisierten Holzbalken mit Kabelgewirr
- Weniger Aufwand bei der Endmontage
Problematisch ist, wenn etwa flache Stahlabschlüsse vergessen gehen. Die brauchen allein eine Woche Lieferfrist, drei bis vier Wochen für Oberflächenbehandlung inklusive. Wenn dann der Unterlagsboden schon drin ist, muss dieser aufgestemmt werden, was Aufwand und Flickwerk bedeutet.
Schutzsysteme wie jenes von easywrap verhindern zudem über 90 % aller Bauschäden am Geländer – mit Spezialschutz für Geländer, Gläser und Treppen. Mehr dazu in diesem früheren Baublog!
Eingangstüren frühzeitig einplanen
Die Hauseingangstür ist oft ein Zeitproblem: Sie hat alleine wegen des Glases 6 Wochen Lieferfrist. Mit Ausmass und Planung muss mit 8 Wochen gerechnet werden. Wird zu spät kommuniziert, bleiben Lücken in der Fassade – mühsames Abkleben und Provisorien folgen.
Matthias’ Tipp: Tür früh montieren, sauber schützen, Schwellen und Schlösser erst kurz vor Bezug einsetzen.

Vordächer: Thermisch getrennte Konsolen rechtzeitig einplanen
Bei Vordächern müssen die Konsolen vor der Fassade eingebaut sein. Werden sie vergessen oder falsch platziert, hilft nur noch improvisieren. Das verursacht unnötige Mehrkosten.
Lösung: Auftrag früh erteilen, Ausführungspläne vor Fassade erstellen und Montage nach diesen durchführen lassen.
Flachdächer: Konsolen vor der Abdichtung montieren
Ein Dauerbrenner: Das Geländer auf dem Flachdach. Es braucht tragfähigen Untergrund. Wird das vergessen, muss nachträglich die Abdichtung aufgeschnitten werden – ein teures Flickwerk mit Leckage-Risiko.
Ein aktueller Fall: 200 Laufmeter Flachdach, das für die Geländermontage aufgeschnitten, nachisoliert und neu abgedichtet werden muss. Ergebnis: Bauverzögerung, höhere Kosten und miese Stimmung…
Kommunikation: Frühzeitig und ehrlich
Termine verschieben sich. Aber: Nicht kommunizieren ist das grösste Problem. Matthias wünscht sich, dass Bauleiter ehrlich kommunizieren, wenn sie in Verzug geraten. Nur so können Metallbauer reagieren, Alternativen anbieten und evtl. sogar Mehrkosten vermeiden.
Beispiel: Verzögerung wegen Schneefall und verspäteter Zargen. Sechs Mitarbeiter stehen umsonst auf der Baustelle. Der Projektleiter muss eine neue Planung machen. Das kostet Zeit, Geld.
Startsitzung: Unbedingt durchführen!
Matthias wünscht sich, dass jedes Unternehmen eine Startsitzung erhält. Und zwar mit klaren Meilensteinen:
- Wann ist die Fassade geschlossen?
- Wann wird der Unterlagsboden eingebaut?
- Wann erfolgt das Flachdach?
- Wann wird abgerüstet?
- Wann ist Endreinigung?
Diese Termine verschieben sich kaum, sind aber entscheidend für Planung und Qualität.

Zusammenarbeit mit dem Holzbauer: Effizienz durch Vorfertigung
Die Kooperation zwischen Metallbau- und Holzbauunternehmen funktioniert laut Matthias besonders gut. Denn sie arbeiten präzise mit 3D-Daten und Vorfertigung. Vorteile:
- Geländer können direkt ins Holzbau-Modell integriert werden
- Kein Ausmass auf der Baustelle nötig
- Befestigungspunkte werden werkseitig vorbereitet
- Zeiteinsparung bis zu 12 Tage
- Oft gar kein Gerüst mehr nötig
Lean Management im Metallbau
Metallraum setzt auf automatisierte, digitale Prozesse von der Anfrage bis zur Abrechnung. Meilensteine werden erfasst und in Echtzeit zurückgerechnet. Der Bauleiter sieht immer, wie der Projektstand ist – wie bei einer Sendungsverfolgung.
Beispiel: Drei Wochen vor Montagebeginn erhält der Bauleiter die Info: Material ist komplett da, Produktion startet. Der Bauleiter kann sich vorbereiten oder bei Bedarf verschieben. Das bringt Terminsicherheit.
Motivation der Monteure: Baustellen ohne Chaos
Nicht nur für die Planung ist ein reibungsloser Ablauf zentral, sondern auch für die Mitarbeitermotivation. Wer dauernd ausbessern muss, hat weniger Freude an der Arbeit. Das wirkt sich bis auf die Lernenden aus. Deshalb:
- Klar kommunizieren
- Schnittstellen sauber planen
- Fachpartner frühzeitig einbinden
Fazit: Früh planen. Besser bauen.
Wer als Bauleiter früh kommuniziert, Meilensteine kennt und starke Partner einbindet, vermeidet unnötige Verzögerungen. Die Metallbau-Firma Metallraum zeigt, wie professionelles Schnittstellenmanagement Zeit, Kosten und Frust spart – und eine termingerechte Ausführung erst möglich macht.
Mehr über Matthias, sein Team und das Unternehmen Metallraum findest du auf der Firmenwebsite: https://www.metallraum.ch/