Der Anblick einer modernen Aluminiumfassade lässt das Herz manch eines Bauherren höherschlagen. Das Material sieht aber nicht nur schick aus, es bietet mit Effizienz und Nachhaltigkeit weitere Vorteile, wie wir in diesem früheren Baublog gelernt haben.
Doch was kostet eigentlich so eine hinterlüftete Aussenfassade aus Aluminium? Im folgenden Baublog sprechen wir über die Zusammensetzung der unterschiedlichen Preise und zudem gibt es natürlich Tipps, wie du möglichst kosteneffizient baust.
Für dieses Thema habe ich einen Fassadenbau-Experten eingeladen: Raphael Meyer ist Geschäftsführer der Gebr. F. + B. Meyer AG. Das Unternehmen aus Neudorf im Kanton Luzern realisiert mit Aluminium und Stahl nachhaltige und effiziente hinterlüftete Fassaden – und das seit bereits mehr als einem halben Jahrhundert!
Preiszusammensetzung
Im letzten Baublog mit Raphael gab er für die hinterlüftete Aluminiumfassade als Richtwert einen Quadratmeterpreis von rund 230 bis 280 Franken an. Nun wollen wir natürlich auch wissen, wie dieser Preis zustande kommt.
Bei der Preiskalkulation im Fassadenbau lauten die wichtigsten Punkte: Planung, Material und Montage. Es gibt diverse Faktoren, welche die Rechnung beeinflussen können. Beispielsweise würde Platzmangel die Montage komplizierter machen. Auch Zeitmangel sorgt für Mehrkosten. Damit nämlich bei Termindruck immer noch alles wie geschmiert funktioniert, sind mehr Koordinationssitzungen nötig.
Die einzelnen Positionen bei der Preiskalkulation nochmals im Überblick:
- Materialeinkaufspreis. Dieser hängt vom Aluminiumpreis ab, der zum Zeitpunkt des Baublogs vergleichsweise hoch ist. Du findest hier die aktuelle Preisentwicklung des Rohstoffs.
- Montageaufwände. Die Arbeitsstunden für die Montage werden bei der Gebr. F. + B. Meyer AG immer im Team besprochen, wobei Raphael die verschiedenen Meinungen einfliessen lässt.
- Projektspezifische Besonderheiten. Jedes Fassadenbau-Projekt bringt individuelle Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen. Du kennst ja den Spruch: Jedes Haus ist ein Unikat.
«Wir arbeiten nicht mit Listenpreisen, weil das nicht funktionieren würde.»
Die Offerte: Das genaue Vorgehen
Wie gehen nun Raphael und sein Team vor, wenn sie ein Leistungsverzeichnis erhalten und ihre Offerte zusammenstellen?
Zuerst einmal müssen sie abklären, ob das Projekt überhaupt etwas für das Fassadenbau-Unternehmen ist. Nicht jede Anfrage ist auf die Gebr. F. + B. Meyer AG zugeschnitten. Das Leistungsverzeichnis wird kritisch analysiert, es wird vieles hinterfragt. Gibt es noch Interpretationsspielraum, wird nachgefragt.
«Es ist wirklich wichtig, dass ganz genaue Angaben gemacht werden.»
Dann kontrolliert Raphael auch, was überhaupt gefordert ist – etwa in Bezug auf Dämmwert oder Dichtigkeit – und prüft, ob es dazu im Leistungsverzeichnis Widersprüche gibt. Beispielsweise sieht man in der Ausschreibung oft ein Windpapier, das die Dichtigkeit erhöht. Es verhindert das Eindringen von Wind und lässt gleichzeitig die Feuchtigkeit nach aussen durch. Man setzt dies jedoch bei Gewerbegebäuden selten um, denn es ist nur bei einem Öffnungsanteil von mehr als 5% erforderlich.
Die Firma Meyer teilt die Fassade für die Kostenberechnung in drei Teile auf: die Unterkonstruktion, die Dämmung und die Fassade mit An- und Abschlussblechen. Und die Kosten für diese drei Bestandteile schauen wir uns jetzt im Detail an.
Was kostet die Unterkonstruktion?
Im oben erwähnten Baublog mit Raphael haben wir gesehen, dass es zwei-, drei- und sogar vierteilige Unterkonstruktionen gibt. Ein Richtwert für die Kosten liegt hier im Bereich 50-70 Franken pro Quadratmeter. Es kommt vor, dass sich die Kosten auf 90 Franken belaufen; das ist dann aber in der Regel ein Mehrfamilienhaus mit kleinen Flächen und perforierten Blechen, wo es eine zusätzliche Unterkonstruktionslage braucht.
Die Kosten in die Höhe treibt auch ein sogenannter Thermostop. Diesen montiert man, damit die Aluminiumkonsole nicht direkt am Mauerwerk befestigt ist. Bei solchen thermisch getrennten Konsolen, die oftmals im Minergiebereich zum Einsatz kommen, fragt die Fassadenbau-Firma Meyer immer beim Architekten nach: Sind die wirklich notwendig? In vielen Fällen braucht es sie nämlich nicht und man kann sich das Geld sparen.
«Dieser Ansatz, alles zu hinterfragen, kommt bei den Kunden sehr gut an.»
Was kostet die Dämmung?
Nimmt man als Beispiel eine einlagig verlegte, 200 Millimeter dicke Glaswolldämmung, sind wir im Bereich von 45 Franken pro Quadratmeter. Bei einem zweilagigen System muss man mit etwa 60 Franken rechnen. Dämmtechnisch sind zweilagige Systeme etwas besser, da man mit einer Schicht versetzter Platten durchgehende Stösse vermeidet.
Bei 200 Millimeter Steinwolle wird es etwas teurer: Hier sollte man etwa 50-55 Franken einplanen. Im zweilagigen System wären das ungefähr 65-70 Franken.
Was macht hier der Preisunterschied aus? Die Glaswolle ist leichter und damit einfacher zu verarbeiten – dementsprechend ist sie bei den Monteuren natürlich beliebter. Einkaufspreis und Montageaufwand sind ein wenig höher. Der grosse Unterschied kommt jedoch beim Transport: Glaswolle lässt sich stark komprimieren! Das spart Transportkosten.
«Ausserdem passen drei Dämmplatten in ein Paket und bei Steinwolle maximal zwei. Das heisst, der Monteur nimmt mit einem Paket viel mehr Fläche mit aufs Gerüst.»
Was kostet das Fassadenprofil?
Wenn du ein Standardprofil wählst, beläuft sich das auf etwa 50-70 Franken pro Quadratmeter. Da sind auch die Abschlussprofile dabei. Und hat man freie Hand, wenn es um die Farbwahl geht? Hier muss dich Raphael etwas enttäuschen: Der Preis bezieht sich auf Profile mit Standardfarben. Spezialfarben hingegen sind in grossen Mengen nicht immer ganz einfach zu bekommen und meist auch nicht gerade günstig.
Dann gibt es einige weitere Faktoren, die den Preis erhöhen. Beispielsweise spezielle Formen wie Zacken. Auch nach unsichtbar befestigten Profilen wird immer wieder gefragt. Dort sieht man von aussen an der Fassade keine einzige Schraube, was bei der Montage etwas mehr Arbeit macht.
Mehr über die Gebr. F. + B. Meyer AG
Weitere Informationen zum Unternehmen gibt es auf der Website und dem Instagram-Account. Geschäftsführer Raphael Meyer ist ausserdem auf LinkedIn.
Wenn dir diese Folge zum Thema Fassadenbau mit Aluminium weitergeholfen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen.