Ein Plan liegt im E-Mail-Postfach, die nächste Version auf einer Austauschplattform und die dazugehörige Notiz in OneNote. Fotos befinden sich auf verschiedenen Smartphones, Pendenzen in mehreren Listen – und spätestens bei Dateinamen wie «final», «final_neu» und «final_definitiv» weiss niemand mehr, was wirklich Sache ist. Digitales Durcheinander kostet Zeit, Nerven und Geld. Fehlende Transparenz, Doppelspurigkeiten und veraltete Informationen gefährden zudem die Ausführungsqualität.
ProjectSight hat die Lösung: Die Software bündelt Pläne, Aufgaben und Kommunikation zentral. Dieser Baublog zeigt, wie Architekten, Ingenieure, Bauleitende und Handwerksbetriebe von Planverwaltung, Pendenzen- und Mängelmanagement sowie lückenloser Dokumentation profitieren.
Das Fachwissen stammt aus dem Podcastgespräch mit Hugo Rodrigues von Trimble. Er zeigt, wie sich die Zusammenarbeit vereinfachen, Fehler vermeiden sowie Zeit und Kosten sparen lassen.
Das digitale Trimble-Ökosystem
Hugo Rodrigues ist bei Trimble für digitale Plattformen auf dem Schweizer Markt zuständig. Das Unternehmen bietet zahlreiche Lösungen für die Baubranche – von Maschinensteuerungen über Architektur- und Planungssoftware bis zur Tragwerks- und Haustechnikplanung. Du erinnerst dich vielleicht: Letztes Jahr haben wir das Unternehmen in diesem Baublog näher vorgestellt.
Zu den bekannten Anwendungen gehören beispielsweise SketchUp, Trimble Nova und die Common-Data-Environment-Plattform Trimble Connect. ProjectSight ergänzt dieses digitale Ökosystem um Funktionen für die operative Zusammenarbeit auf der Baustelle und im Büro.
Im Zentrum stehen die Kommunikation, das Aufgabenmanagement sowie die nachvollziehbare Verknüpfung von Plänen, Modellen, Dokumenten, Fotos und Protokollen. Die Plattform ist jedoch nicht ausschliesslich für Unternehmen gedacht, die bereits mit anderen Trimble-Produkten arbeiten. Auch Daten aus externen CAD- und Planungssystemen lassen sich integrieren.
Unternehmen müssen ihre bestehenden Arbeitsweisen deshalb nicht vollständig umstellen. Sie können ihre gewohnten Programme weiterverwenden und ProjectSight als gemeinsame Plattform für die projektbezogene Kommunikation und Dokumentation einsetzen.

Zentrale Plattform statt Flickenteppich
Viele Architektur-, Planungs- und Bauunternehmen arbeiten bereits weitgehend digital. Digital bedeutet jedoch nicht automatisch effizient. Werden Informationen gleichzeitig über E-Mail, SharePoint, OneNote, Dropbox, OneDrive und weitere Plattformen verwaltet, entsteht ein digitaler Flickenteppich.
Dateien müssen mehrfach hoch- und heruntergeladen, Screenshots erstellt, Informationen kopiert und Nachrichten manuell weitergeleitet werden. Dadurch entstehen Doppelspurigkeiten, und die Gefahr steigt, dass Beteiligte mit unterschiedlichen Informationsständen arbeiten.
ProjectSight bündelt diese Abläufe. Beim Öffnen der Plattform erhalten Projektverantwortliche einen Überblick über:
- eigene und projektweite Pendenzen,
- fällige Aufgaben und anstehende Sitzungen,
- Mängel und Checklisten,
- Protokolle und Einreichungen,
- aktuelle Pläne und Planversionen.
Grundlage dafür bildet der zentrale Datenbestand in Trimble Connect. Statt Informationen an verschiedenen Orten abzulegen, greifen die Beteiligten auf dieselben Projektdaten zu. So wird der gemeinsame Datenraum mit den konkreten Prozessen der Bauleitung und Ausführung verbunden.

ProjectSight: Pendenzen direkt erfassen
Wird auf der Baustelle ein Mangel oder eine offene Aufgabe entdeckt, kann die betreffende Stelle direkt im Plan markiert werden. Das funktioniert am Computer ebenso wie mit einem Tablet oder Smartphone.
Anschliessend wird die verantwortliche Person ausgewählt, und es wird beschrieben, was erledigt werden muss. Da die relevanten Informationen bereits in der Plattform vorhanden sind, können sie direkt mit der Pendenz verknüpft werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Fotos der betroffenen Stelle,
- Pläne und Ausschnitte aus 3D-Modellen,
- Materialinformationen und Lieferscheine,
- Checklisten und weitere Dokumente,
- Termine und Zuständigkeiten.
Die beauftragte Person erhält danach eine Push-Nachricht oder eine Benachrichtigung per E-Mail. Über Filter lässt sich jederzeit erkennen, welche Aufgaben offen sind, welche Firma betroffen ist und welche Positionen bereits abgeschlossen wurden.
Dabei müssen nicht alle Beteiligten jede Meldung erhalten. Wie bei einer E-Mail werden gezielt die Empfänger sowie weitere zu informierende Personen ausgewählt. Ein Bauherr wird dadurch nicht mit Meldungen belastet, die ausschliesslich die Kommunikation zwischen Bauleitung und Handwerksbetrieb betreffen.
Auch externe Personen können einbezogen werden. Informationen lassen sich als PDF exportieren und ausserhalb der Plattform weitergeben. Umgekehrt können extern eingegangene Dokumente in der Projektstruktur abgelegt und mit den passenden Vorgängen verknüpft werden.

Fotos, Modelle & Messdaten bleiben auffindbar
Baustellenfotos sind nur wertvoll, wenn später nachvollziehbar bleibt, wo, wann und in welchem Zusammenhang sie entstanden sind. In ProjectSight lässt sich jede Aufnahme direkt mit ihrer Position im Plan verknüpfen.
Zusätzlich können Pläne, 3D-Modelle, Checklisten, Standorte oder Pendenzen hinterlegt werden. Die Suche funktioniert in beide Richtungen: vom Plan zum Foto und vom Foto zurück zur betreffenden Stelle. Filter nach Gewerken, Personen oder Begriffen erleichtern die Recherche zusätzlich – etwa nach der Aufnahme eines Handwerksbetriebs zu einer bestimmten Aussparung.
Auch Drohnen- und Krankameraaufnahmen, Videos, Laserscans sowie Punktewolken lassen sich einbinden und mit Plänen oder anderen Projektinformationen verknüpfen.
Aktuelle Pläne & nachvollziehbare Freigaben
Für die Planverwaltung wird in Trimble Connect eine klare Ordnerstruktur eingerichtet. Wird ein überarbeiteter PDF-Plan hochgeladen, führt das System die Versionierung automatisch weiter. So bleibt der aktuelle Stand jederzeit verfügbar, während frühere Versionen erhalten bleiben.
Gerade bei Kosten-, Qualitäts- und Haftungsfragen ist diese Nachvollziehbarkeit zentral: Es bleibt ersichtlich, wer Änderungen vorgenommen, Entscheidungen getroffen oder Pläne freigegeben hat.
Über Einreichungspakete lassen sich zudem Genehmigungsworkflows einrichten. Muss beispielsweise eine Aussparung durch den Bauingenieur geprüft werden, wird der Plan digital zur Freigabe oder Überarbeitung weitergeleitet. Erst danach erhält das ausführende Unternehmen die bestätigte Version.
ProjectSight unterstützt unter anderem IFC-, PDF-, DWG- und STL-Dateien. Architekten, Fachplaner und Ingenieure können ihre Modelle deshalb aus unterschiedlichen Programmen bereitstellen, ohne ihr gewohntes CAD-System zu verlassen.

Nutzen für Planung, Bauleitung & Ausführung
Je nach Funktion bietet die Plattform unterschiedliche Vorteile:
- Architektur & Planung: Modelle und Pläne lassen sich zentral bereitstellen, Pendenzen direkt verorten und Informationen mit Fachplanern austauschen.
- Bauingenieurwesen: Pläne, Freigaben, Änderungen und Entscheidungen bleiben mit den betreffenden Bauteilen und Vorgängen verbunden.
- Bauleitung: Sitzungsprotokolle, Traktandenlisten, Mängel, Kontrollen und Zwischenabnahmen werden in einer einheitlichen Struktur geführt.
- Handwerksbetriebe & Baumeister: Aktuelle 2D-Pläne stehen jederzeit bereit. Bei komplexen Details können zusätzlich gezielte Ausschnitte aus dem 3D-Modell verknüpft werden.
- Qualitätssicherung: Bautagesberichte, Wetterangaben, Stichproben, Betonprüfungen und Messwerte lassen sich direkt am richtigen Ort dokumentieren.
Eigene Protokollvorlagen können innerhalb des Systems nachgebildet und inklusive Unterschriften verwendet werden. Offene Traktanden lassen sich in die nächste Sitzung übernehmen. Dadurch bleibt sichtbar, was bereits besprochen wurde, welche Entscheidungen noch ausstehen und auf welche Pläne oder Dokumente sich eine Aufgabe bezieht.
Gerade bei komplexen Bauteilen bietet die Verbindung von 2D-Plan und 3D-Modell einen zusätzlichen Nutzen. Der Handwerker muss nicht das gesamte Gebäudemodell durchsuchen, sondern erhält gezielt den Ausschnitt, der für seine aktuelle Aufgabe relevant ist.

Noch mehr Potenzial durch KI
Künstliche Intelligenz soll künftig weitere Arbeitsschritte vereinfachen – etwa durch sprachgesteuerte Pendenzen, eine intelligentere Dateiablage oder die automatische Zuordnung von Baustellenaufnahmen zum richtigen Standort. Auch eine Dokumentation mit 360-Grad-Kameras ist denkbar, um Baufortschritte zu vergleichen und mögliche Qualitätsprobleme schneller zu erkennen.
Fazit: ProjectSight verbindet Pläne, Aufgaben, Fotos und Entscheidungen zu einem nachvollziehbaren Bauprozess. Das reduziert den Suchaufwand, verhindert Doppelspurigkeiten und schafft mehr Zeit für die eigentliche Projektführung.
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