Dein perfekter Rasen: Experten-Tipps von Gartenplaner Matthias Wipfli

Du läufst über die Grashalme und es ist, als gingest du über Wolken – so fühlt sich ein traumhaft perfekter Rasen an. Mit Matthias Wipfli, gelernter Landschaftsgärtner und diplomierter Bauführer Gartenbau mit über 20 Jahren Berufserfahrung, kommst du diesem Rasen-Traum einen Schritt näher. 

Im heutigen Interview erfährst du wichtige Tipps und Tricks, von der Wahl der Rasen-Art bis hin zur richtigen Pflege.

Welche Arten von Rasen gibt es?

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Kunstrasen und Echtrasen. 

Echtrasen ist alles, was natürlich wächst; dazu gehört Rollrasen, aber auch Blumenrasen und alles, was gesät wird.
Anwendung:
Der Rollrasen wird auf einer «Rasen-Farm» gezüchtet. Danach wird er abgeschält und gekühlt zum Kunden gebracht. Ein Rollrasen ist etwas kostspieliger als ein angesäter Rasen, dafür ist er sofort begehbar und natürlich.

Der Blumenrasen wird angesät. Es vergehen dann etwa zehn Wochen, bis der Rasen voll benutzbar ist. Ein Vorteil des Blumenrasens sind die geringen Erstellungskosten.

Kunstrasen ist, wie der Name schon sagt, künstlicher Rasen aus Plastik. Hier sind wiederum die zwei grossen Produktgruppen verfüllt und unverfüllt. Die Verfüllung erfolgt in der Regel mit Gummigranulat oder Quarzsand.

Anwendung:
Bei einer kleinen Grasfläche kann ein Kunstrasen eingesetzt werden, wenn der Eigentümer überhaupt keinen Aufwand mit der Rasenpflege haben will. Jedoch ist diese Kunststoff-Variante nicht ökologisch.

Achtung: Rasenteppiche werden gerne mit Rollrasen verwechselt. Ersteres ist jedoch Kunstrasen und Letzteres Echtrasen.

Wie finde ich für mich den passenden Rasen?

Matthias rät dir, zuerst zwei Fragen zu beantworten:

  1. Wer wird den Rasen nutzen?

«Wenn Kinder darauf spielen werden, dann bist du mit einem Rollrasen sehr gut bedient.»

  1. Für welchen Ort ist der Rasen bestimmt? Handelt es sich etwa um einen eher schattigen Platz, ist auf die Verwendung von speziellem Saatgut zu achten. Denn für schattige Standorte gibt es im Handel extra dafür geeignete Samen. Lass dich am besten in deinem Gartencenter beraten.

Was muss ich bei der Saatgut-Auswahl sonst noch beachten?

Das Saatgut sollte in der gleichen klimatischen Gegend zum Einsatz kommen, aus der es stammt. Konkret heisst das, dass ein günstiges Rasensaatgut aus Spanien in einem Schweizer Garten nicht sehr sinnvoll ist.

Wie sieht der fachmännische Bodenaufbau von einem Rasen aus?

Der Bodenaufbau wird in 3 Ebenen unterteilt:

  • Der C-Horizont ist die unterste Bodenschicht, die nicht belebt ist.
  • Der B-Horizont ist eine leicht belebte Bodenschicht.
  • Der A-Horizont ist der Oberboden (auch nicht ganz korrekt als «Humus» bekannt), darin wächst der Rasen.

Dieser korrekte Bodenaufbau ist besonders wichtig, wenn ein lehmiger Untergrund gegeben ist. Mathias betont: 

«Der Wasserabfluss und der Nährstoffhaushalt zwischen den Bodenschichten müssen gewährleistet sein.»

Worauf muss ich beim ersten Rasenschnitt achten? 

Der Mäher an sich darf nicht zu viel wiegen, die Messer sollten sauber geschliffen und desinfiziert sein. Schwere Mäher machen nämlich unschöne Fahrspuren. Stumpfe Messer schlagen die Grashalme eher ab, als sie zu schneiden. Mit dem Desinfizieren verhindert man ausserdem, dass Krankheiten von anderen Rasenflächen übertragen werden.

Wie bewässere ich den Rasen richtig?

Das Motto muss lauten: eher weniger Durchgänge, dafür mehr Wasser pro Durchgang. 20 Millimeter sollten es schon sein. Um das messen zu können, hat Matthias einen spannenden Trick: Wenn du einen Rasensprenger hast, kannst du einen Joghurtbecher aufstellen und wässern, bis 2 Zentimeter Wasser drin sind. Dafür braucht man dann auch nicht täglich zu machen.

«Rasen, der oft kurz gewässert wird, macht weniger tiefe Wurzeln als Rasen, der weniger oft und dafür lang gewässert wird.»

Besonders gut aufpassen musst du bei einer Neuansaat: Hier darf der Boden nie komplett austrocknen. Frisch gekeimte Gräser sterben bei Trockenheit rasch ab, da sie noch keine langen Wurzeln entwickelt haben.

Wie gehe ich mit Unkraut am besten um?

Bei Neuansaaten sind Unkräuter in der Regel schon im Boden und laufen nach der Bodenvorbereitung auf. Bitte nie ausstechen oder ausreisen, das hinterlässt Löcher und es kann eine Weile dauern, bis über die Sache wieder Gras gewachsen ist.

Die meisten Unkräuter in Neuansaaten sind einjährig und verschwinden bei regelmässigem, tiefem Mähen. Bei Bestands-Flächen kann man Chemie einsetzen. Korrektes Düngen, Aerifizieren und Vertikutieren helfen auch.

Rasenroboter: Wann macht er Sinn und ab wann kann ich ihn einsetzen?

Bereits ab kleinen Flächen kann ein Rasenroboter Sinn machen. 

Die Einzelflächen sollten jedoch miteinander verbunden sein, damit der Mäher überall hinkommt. Mathias rät, schon bei der Planung der Rasenflächen den Verbindungsweg für den Mäher einzubeziehen. 

Auf dem Rasen darf dann allerdings nichts rumliegen – wenn man Kinder hat, könnte dies zu einer Herausforderung werden. Zudem musst du dir als zukünftiger Rasenbesitzer hier bewusst sein, dass die Parkplätze der Mäher nicht sehr hübsch ausschauen. Die Parkierfläche sollte also nicht gleich vor dem Sitzplatz liegen.

Für Mathias sind die Marken Husquarna und Stihl die erste Wahl für Mähroboter.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt, um einen Rasen anzusäen?

Grundsätzlich geht eine Frühlings- oder eine Herbstsaat. Die Voraussetzung ist, dass der Boden weder zu nass noch zu kalt oder trocken sein darf. In den Monaten Juni bis August sollte deshalb kein Rasen angesät werden. Dann ist es nicht nur zu heiss, es gibt auch zu viel Unkraut, das schneller keimt als die Rasensamen – und diese Konkurrenz will man natürlich verhindern. Matthias empfiehlt eher eine Herbstansaat. Der Boden ist dann noch aufgewärmt von den heissen Sommertagen, aber gleichzeitig ist die grosse Hitze vorbei. Das heisst, die Gräser wachsen gut, haben aber keinen Hitzestress. Bei Neubauprojekten lässt sich der Zeitpunkt jedoch oft gar nicht frei wählen.

Zum Schluss nennt Matthias nochmals die drei wichtigsten Tätigkeiten für einen schönen Rasen: wässern, düngen und kahle Stellen ausbessern.

Matthias Wipfli erreichst du unter der Mailadresse: wipfli@wipfli-bausupport.ch

Die Homepage der Wipfli Bausupport GmbH findest du hier: www.wipfli-bausupport.ch

Eine weitere spannende Folge von Matthias Wipfli ist folgende: Wenn du einen Sichtschutz mit einer Hecke erstellen willst, dann solltest du diesen Blogartikel lesen.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich auch riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen. 

Ich stehe für Bauqualität, Kosteneffizienz und Termineinhaltung.

Beste Grüsse, Marco

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Im heutigen Interview erfährst du wichtige Tipps und Tricks, von der Wahl der Rasen-Art bis hin zur richtigen Pflege.

Welche Arten von Rasen gibt es?

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Kunstrasen und Echtrasen. 

Echtrasen ist alles, was natürlich wächst; dazu gehört Rollrasen, aber auch Blumenrasen und alles, was gesät wird.
Anwendung:
Der Rollrasen wird auf einer «Rasen-Farm» gezüchtet. Danach wird er abgeschält und gekühlt zum Kunden gebracht. Ein Rollrasen ist etwas kostspieliger als ein angesäter Rasen, dafür ist er sofort begehbar und natürlich.

Der Blumenrasen wird angesät. Es vergehen dann etwa zehn Wochen, bis der Rasen voll benutzbar ist. Ein Vorteil des Blumenrasens sind die geringen Erstellungskosten.

Kunstrasen ist, wie der Name schon sagt, künstlicher Rasen aus Plastik. Hier sind wiederum die zwei grossen Produktgruppen verfüllt und unverfüllt. Die Verfüllung erfolgt in der Regel mit Gummigranulat oder Quarzsand.

Anwendung:
Bei einer kleinen Grasfläche kann ein Kunstrasen eingesetzt werden, wenn der Eigentümer überhaupt keinen Aufwand mit der Rasenpflege haben will. Jedoch ist diese Kunststoff-Variante nicht ökologisch.

Achtung: Rasenteppiche werden gerne mit Rollrasen verwechselt. Ersteres ist jedoch Kunstrasen und Letzteres Echtrasen.

Wie finde ich für mich den passenden Rasen?

Matthias rät dir, zuerst zwei Fragen zu beantworten:

  1. Wer wird den Rasen nutzen?

«Wenn Kinder darauf spielen werden, dann bist du mit einem Rollrasen sehr gut bedient.»

  1. Für welchen Ort ist der Rasen bestimmt? Handelt es sich etwa um einen eher schattigen Platz, ist auf die Verwendung von speziellem Saatgut zu achten. Denn für schattige Standorte gibt es im Handel extra dafür geeignete Samen. Lass dich am besten in deinem Gartencenter beraten.

Was muss ich bei der Saatgut-Auswahl sonst noch beachten?

Das Saatgut sollte in der gleichen klimatischen Gegend zum Einsatz kommen, aus der es stammt. Konkret heisst das, dass ein günstiges Rasensaatgut aus Spanien in einem Schweizer Garten nicht sehr sinnvoll ist.

Wie sieht der fachmännische Bodenaufbau von einem Rasen aus?

Der Bodenaufbau wird in 3 Ebenen unterteilt:

  • Der C-Horizont ist die unterste Bodenschicht, die nicht belebt ist.
  • Der B-Horizont ist eine leicht belebte Bodenschicht.
  • Der A-Horizont ist der Oberboden (auch nicht ganz korrekt als «Humus» bekannt), darin wächst der Rasen.

Dieser korrekte Bodenaufbau ist besonders wichtig, wenn ein lehmiger Untergrund gegeben ist. Mathias betont: 

«Der Wasserabfluss und der Nährstoffhaushalt zwischen den Bodenschichten müssen gewährleistet sein.»

Worauf muss ich beim ersten Rasenschnitt achten? 

Der Mäher an sich darf nicht zu viel wiegen, die Messer sollten sauber geschliffen und desinfiziert sein. Schwere Mäher machen nämlich unschöne Fahrspuren. Stumpfe Messer schlagen die Grashalme eher ab, als sie zu schneiden. Mit dem Desinfizieren verhindert man ausserdem, dass Krankheiten von anderen Rasenflächen übertragen werden.

Wie bewässere ich den Rasen richtig?

Das Motto muss lauten: eher weniger Durchgänge, dafür mehr Wasser pro Durchgang. 20 Millimeter sollten es schon sein. Um das messen zu können, hat Matthias einen spannenden Trick: Wenn du einen Rasensprenger hast, kannst du einen Joghurtbecher aufstellen und wässern, bis 2 Zentimeter Wasser drin sind. Dafür braucht man dann auch nicht täglich zu machen.

«Rasen, der oft kurz gewässert wird, macht weniger tiefe Wurzeln als Rasen, der weniger oft und dafür lang gewässert wird.»

Besonders gut aufpassen musst du bei einer Neuansaat: Hier darf der Boden nie komplett austrocknen. Frisch gekeimte Gräser sterben bei Trockenheit rasch ab, da sie noch keine langen Wurzeln entwickelt haben.

Wie gehe ich mit Unkraut am besten um?

Bei Neuansaaten sind Unkräuter in der Regel schon im Boden und laufen nach der Bodenvorbereitung auf. Bitte nie ausstechen oder ausreisen, das hinterlässt Löcher und es kann eine Weile dauern, bis über die Sache wieder Gras gewachsen ist.

Die meisten Unkräuter in Neuansaaten sind einjährig und verschwinden bei regelmässigem, tiefem Mähen. Bei Bestands-Flächen kann man Chemie einsetzen. Korrektes Düngen, Aerifizieren und Vertikutieren helfen auch.

Rasenroboter: Wann macht er Sinn und ab wann kann ich ihn einsetzen?

Bereits ab kleinen Flächen kann ein Rasenroboter Sinn machen. 

Die Einzelflächen sollten jedoch miteinander verbunden sein, damit der Mäher überall hinkommt. Mathias rät, schon bei der Planung der Rasenflächen den Verbindungsweg für den Mäher einzubeziehen. 

Auf dem Rasen darf dann allerdings nichts rumliegen – wenn man Kinder hat, könnte dies zu einer Herausforderung werden. Zudem musst du dir als zukünftiger Rasenbesitzer hier bewusst sein, dass die Parkplätze der Mäher nicht sehr hübsch ausschauen. Die Parkierfläche sollte also nicht gleich vor dem Sitzplatz liegen.

Für Mathias sind die Marken Husquarna und Stihl die erste Wahl für Mähroboter.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt, um einen Rasen anzusäen?

Grundsätzlich geht eine Frühlings- oder eine Herbstsaat. Die Voraussetzung ist, dass der Boden weder zu nass noch zu kalt oder trocken sein darf. In den Monaten Juni bis August sollte deshalb kein Rasen angesät werden. Dann ist es nicht nur zu heiss, es gibt auch zu viel Unkraut, das schneller keimt als die Rasensamen – und diese Konkurrenz will man natürlich verhindern. Matthias empfiehlt eher eine Herbstansaat. Der Boden ist dann noch aufgewärmt von den heissen Sommertagen, aber gleichzeitig ist die grosse Hitze vorbei. Das heisst, die Gräser wachsen gut, haben aber keinen Hitzestress. Bei Neubauprojekten lässt sich der Zeitpunkt jedoch oft gar nicht frei wählen.

Zum Schluss nennt Matthias nochmals die drei wichtigsten Tätigkeiten für einen schönen Rasen: wässern, düngen und kahle Stellen ausbessern.

Matthias Wipfli erreichst du unter der Mailadresse: wipfli@wipfli-bausupport.ch

Die Homepage der Wipfli Bausupport GmbH findest du hier: www.wipfli-bausupport.ch

Eine weitere spannende Folge von Matthias Wipfli ist folgende: Wenn du einen Sichtschutz mit einer Hecke erstellen willst, dann solltest du diesen Blogartikel lesen.

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