Nachhaltigkeit beim Fensterbau – ein Thema, das weit über Energieeffizienz hinausgeht. Wir sprechen in dieser Folge deshalb über Recyclingverfahren, beständige Materialien und die CO2-Bilanz in der Fensterproduktion. Architekten erhalten zudem praktische Tipps, wie sie möglichst langlebige Fenster für ihre Projekte auswählen können.
Ein spannender Blick in die Zukunft nachhaltigen Bauens!
Im Baublog, der auf einem Interview mit Florian Oberrauch (Geschäftsführer Finstral AG) basiert, erfährst du zudem:
- Woran man hochwertige Fenster erkennt
- Weshalb Finstral nur durchgefärbte Profile statt Farbfolie benutzt
- Wo im Fensterbau der grösste CO2-Abdruck entsteht
- Wie Kreislaufwirtschaft bei Fenstern aussehen kann und
- Wie Finstral zur Beimischung von Blei steht

Nachhaltigkeit bei Finstral: Ein langer Weg mit klaren Zielen
Finstral beschäftigt sich bereits seit den späten 1990er-Jahren mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen. Der erste grosse Schritt war die Einführung der ISO 14001, die ein standardisiertes Umweltmanagement-System für Unternehmen definierte. Im Jahr 2012 kam die ISO 50001 hinzu, die speziell auf Energiemanagement ausgerichtet ist. Diese Zertifizierungen halfen Finstral dabei, seine Produktionsprozesse effizienter und ressourcenschonender zu gestalten.
Drei zentrale Säulen bestimmen die Nachhaltigkeitsstrategie von Finstral:
- Nachhaltigkeit in den Produktionsprozessen
- Nachhaltigkeit im Produktdesign
- Nachhaltigkeit in den vorgelagerten Prozessen der Lieferkette
1. Nachhaltige Produktionsprozesse bei Finstral
Ein wichtiger Faktor bei nachhaltigen Fenstern ist die Energie, die für deren Herstellung benötigt wird. Finstral hat in den letzten Jahren systematisch an der Verbesserung seiner Energieeffizienz gearbeitet:
- Energie aus erneuerbaren Quellen: Das Unternehmen bezieht seit mehreren Jahren ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energien, wodurch es seine CO₂-Emissionen seit 2012 um 78 % reduzieren konnte.
- Einsparung von Energie durch effizientere Prozesse: Neben dem Kauf von grünem Strom liegt der Fokus auch darauf, den gesamten Energieverbrauch pro produzierter Einheit zu senken. Durch neue Maschinen und optimierte Prozesse wurde der Verbrauch in den letzten zehn Jahren um über 25 % gesenkt.
- Sensibilisierung der Mitarbeiter: Kleine, aber wirkungsvolle Massnahmen wie das bewusste Abschalten von Licht oder das frühzeitige Erkennen von Druckluftleckagen tragen zu weiteren Einsparungen bei.
- Eigene Photovoltaikanlagen: Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 4,5 Megawatt an Photovoltaik-Leistung auf den Dächern der Produktionsstätten installiert sein. Dies spart nicht nur Kosten, sondern verbessert auch die Umweltbilanz weiter.
- Ein wichtiger Punkt ist zudem der Einsatz energieeffizienter Maschinen und Produktionsprozesse, um mit möglichst wenig Ressourcenaufwand zu arbeiten.

2. Nachhaltigkeit im Produktdesign – Langlebigkeit als Schlüssel
Ein nachhaltiges Fenster zeichnet sich nicht nur durch seine Energieeffizienz während der Nutzung aus, sondern auch durch seine lange Lebensdauer. Je länger ein Fenster genutzt wird, desto weniger Ressourcen werden für Ersatz und Reparaturen benötigt. Finstral legt daher grossen Wert auf die Langlebigkeit seiner Produkte.
- Verklebung von Glas und Flügel: Diese Technik sorgt für mehr Stabilität und trägt dazu bei, dass die Fenster über Jahrzehnte hinweg funktional bleiben.
- Intensive Langzeittests: In Funktionstests wurden die Fenster 65’000 Mal geöffnet und gekippt – ein ausserordentlich guter Wert, der einer Nutzungsdauer von 65 bis 70 Jahren entspricht.
- Durchgefärbte Profile statt folierter Varianten: Besonders dunkle Folien können unter UV-Strahlung mit der Zeit beschädigt werden. Finstral setzt deshalb konsequent auf durchgefärbte Profile, die beständiger sind.
- Verwendung von Seaside-Qualität bei Aluminiumrahmen: Diese spezielle Oberflächenveredelung schützt vor Korrosion und ist besonders in küstennahen oder feuchten Regionen von Vorteil.
Nachhaltigkeit bedeutet auch, bereits heute an das Ende der Lebensdauer eines Produktes zu denken. Finstral arbeitet an einer Strategie, um Fenster nach 50 bis 70 Jahren möglichst einfach recyceln zu können. Dabei werden die Materialien so gestaltet, dass sie später sortenrein getrennt und wiederverwertet werden können.

3. Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Die grösste Herausforderung in der Fensterproduktion ist der CO₂-Ausstoss durch die Zulieferer. Finstral hat berechnet, dass 95 % der gesamten Emissionen aus den Materialien stammen, die für die Produktion eingekauft werden. Besonders Aluminium und Glas sind energieintensive Rohstoffe.
Um den CO₂-Fussabdruck zu verringern, setzt Finstral auf:
- Erhöhte Recyclingquoten: Der Anteil an recyceltem Aluminium wird kontinuierlich gesteigert, da die Wiederverwertung von Aluminium im Vergleich zur Neuproduktion deutlich CO₂ einsparen kann.
- Engere Zusammenarbeit mit Lieferanten: Es wird verstärkt darauf geachtet, dass Rohstoffe von Produzenten stammen, die nachhaltige Prozesse einsetzen.
- Zukunftsprojekt zur Kreislaufwirtschaft: Finstral plant ein Pilotprojekt, bei dem alte Fenster zurückgenommen, in ihre Einzelteile zerlegt und wiederverwertet werden. Dies soll einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in der Branche leisten.

Was bedeutet das für Architekten und Bauherren?
Für Architekten und Bauherren ist es entscheidend, sich frühzeitig mit einem kompetenten Fensterlieferanten auseinanderzusetzen. Dabei sind folgende Faktoren entscheidend:
- Produktvielfalt: Ein Hersteller, der flexible Lösungen für verschiedene Anforderungen bietet, ist oft besser auf nachhaltige Bauweisen vorbereitet.
- Optimierung nach Gebäudeausrichtung: Die Wahl der richtigen Verglasung hängt stark von der Himmelsrichtung ab. Beispielsweise kann für Südfassaden eine Sonnenschutzverglasung sinnvoll sein, während Nordseiten höhere Lichttransmissionswerte benötigen.
- Qualitätsmerkmale erkennen: Wer nachhaltige Fenster sucht, sollte auf langlebige Materialien, robuste Beschläge und energieeffiziente Verglasungen achten.
- Die Rolle der EPDs: In Zukunft könnten Umweltproduktdeklarationen (EPDs) eine noch grössere Rolle spielen, um die Umweltbilanz von Fenstern transparent zu machen.

Fazit: Nachhaltige Fenster sind eine Investition in die Zukunft
Finstral zeigt eindrucksvoll, wie die Fensterbranche durch intelligente Produktionsprozesse, langlebige Produkte und eine nachhaltige Lieferkette zu einer besseren Umweltbilanz beitragen kann. Nachhaltige Fenster sind dabei nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil, da sie langfristig Energie sparen und weniger Wartung benötigen.
Architekten und Bauherren, die auf innovative und umweltfreundliche Lösungen setzen, sollten sich frühzeitig mit spezialisierten Fensterherstellern wie Finstral in Verbindung setzen. Denn eine durchdachte Wahl der Fenster kann einen massgeblichen Unterschied für die Energieeffizienz und Langlebigkeit eines Gebäudes machen.
Mehr Infos über die Finstral und ihre Mitarbeitenden gibt es auf der Website von Finstral. Hier werden dir übrigens immer direkt die nächstgelegenen Händlerpartner angezeigt!
Mehr zum Thema: Aktuelle Fensterbau-Trends, angesagte Materialien und eine zeitgemässe Planung – ein Baublog für alle, die sich nicht mit dem Standard zufriedengeben und für die das Fenster mehr ist als bloss eine Lichtöffnung in der Wand.