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Buntes Treiben: Die Farbauswahl für Lamellenstoren

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Inhaltsverzeichnis

Heute treiben wir’s kunterbunt und bringen etwas Farbe in dein Leben – oder zumindest an deine Fassade. Das Farbkonzept für die Lamellenstoren zu finden, ist eine Kunst für sich, die sich letztlich auf die Wahrnehmung deiner gesamten Immobilie auswirkt.

Farbe bekennen ist für unseren Gast Carlo Graf Berufsalltag. Seit rund drei Jahrzehnten ist er bereits bei der Firma Griesser. Zu Beginn war er in der Produktion, mittlerweile hat er zum Verkauf gewechselt und ist Leiter des Griesser Centers Basel in Pratteln. Doch egal in welcher Position: Carlo war stets fasziniert von der Welt der Farben. Er wird uns in diesem Baublog unter anderem über Farbsysteme, aktuelle Trends und Spezialfarben berichten. Wenn du zusätzlich den Podcast hörst, wirst du noch stärker spüren, dass Farben wirklich Carlos Leidenschaft sind. 

«Wenn ich über Farben reden darf, komme ich richtig in Fahrt. Das ist ein viel emotionalerer Gegenstand als die technischen Themen, mit denen ich mich sonst auseinandersetze.»

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Wie werden Farben kommuniziert?

Ein Kunde hat bei Griesser reklamiert und behauptet, dass die Lamellenstoren nicht in der gewünschten Farbe seien. Das musste sich Carlo natürlich vor Ort anschauen; auf Fotos lässt sich dies nicht feststellen. Beim Kunden sah er dann: Es war die korrekte Farbe – aber matt und nicht in Seidenglanz. Je nach Sonneneinstrahlung macht das einen grossen Unterschied.

«Diese Geschichte zeigt, dass nicht nur die Farbe, sondern auch die Beschaffenheit der Oberfläche entscheidend ist.»

Matte Oberflächen ermöglichen eine diffuse Reflexion des Lichts. Mit Metallic oder Glimmer lässt sich dieser Effekt verstärken. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Oberfläche zu mattieren und so mit einer Struktur zu versehen. Das macht die Firma Griesser vor allem bei Rollläden: So bleibt der Farbeindruck des Rollladens über Jahre erhalten und nur die «Gipfel» dieser Struktur werden leicht beschädigt. Eine Pulverbeschichtung hingegen führt lediglich zu einer ganz leichten «Orangenhaut». Nasslack, der bei den Lamellen zum Einsatz kommt, sorgt für eine glatte und glänzende Oberfläche. Das alles beeinflusst natürlich die Wahrnehmung der gewählten Farbe immens.

In der Schweiz haben sich zwei Farbsysteme etabliert. Einerseits sind das die RAL-Farben. Davon gibt es den berühmten Farbfächer mit 215 Farbtönen als Karten. Das zweite in der Schweiz sehr verbreitete System ist das sogenannte NCS-System mit etwa 2’000 Farben. Das Besondere daran ist die klare Systematik dahinter, die einen genauen, feinen Farbverlauf aufzeigt.

Mit dem grossen NCS-Fächer kann Carlo für das Farbkonzept selbst Farben definieren, die zueinander passen. Es ist dank dem NCS-System sogar möglich, mit einem Pullover vorbeizugehen und Lamellenstoren in dieser Farbe zu bestellen! Selbst wenn eine Farbe mal nicht ins Konzept passt, ist das für Carlo nicht schlimm. Denn so kann man Dinge herausheben, betonen und interessant machen. 

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Farbauswahl bei Griesser

Auch bei Lamellenstoren gilt: Farben verstärken Emotionen. Das hat die Firma Griesser früh erkannt und sich bereits im Jahr 1998 zur Farbvielfalt bekannt. Damals hat das Unternehmen seine Standardfarben auf 100 ausgedehnt; kürzlich kamen 50 RAL-Farben hinzu. Eine grosse Veränderung, denn bis 1997 standen für Lamellenstoren eigentlich nur 20 sogenannte VSR-Farben zur Auswahl.

Weil so eine Fülle für die Kunden überwältigend wirkt, teilte Griesser die Farbtöne in vier Welten ein: Glas/Stein, Sonne/Feuer, Wasser/Moos, Holz/Erde. Jeder Mensch hat so seine Lieblingsfarbe. Insgesamt kann man jedoch 10 Millionen Farben unterscheiden! Das bedeutet, dass die Vielfalt der Lieblingsfarbe enorm gross ist.

«So fühlt sich der Kunde wohler, als wenn er sich quasi in eine farbliche Schublade reinpressen müsste.»

Dazu kommen drei Farben, die ihren Ursprung bei den Zinkstaubgrundierungen haben. Diese in den letzten Jahren noch verfeinerten Glimmerfarben bringen Lebendigkeit in Form von Lichteffekten auf deine Lamellenstoren.

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Lamellenstoren: Die aktuellen Farbtrends

Welche Töne sind denn momentan besonders angesagt für Lamellenstoren und Rollläden? Carlo hat festgestellt, dass persönliche Erlebnisse oder Naturereignisse die Vorlieben, aber auch die generellen Farbtrends beeinflussen. Er hat noch etwas anderes sehr Spannendes festgestellt: Neue Farbtrends finden sich zuerst in der Modewelt und den entsprechenden Zeitschriften. Drei, vier Jahre später sehen wir neue Autos in diesen Farben. Nochmals ein paar Jahre später ist der Trend schliesslich bei den Lamellenstoren angekommen.

So ging es schon mit den Brauntönen, die man zunächst häufiger auf der Strasse angetroffen hat. Mit dem Glimmer-Effekt kann man hier sehr edle Oberflächen schaffen. Laut Carlo sind ganz aktuell vermehrt natürliche Töne wie Sandfarben gewünscht. Das gilt auch für Grau-Grün-Töne. Und Carlos Prognose für den nächsten Trend? Er glaubt aufgrund von seinen Erfahrungen und Beobachtungen, dass Violett zur nächsten Modefarbe wird.

Mutig sind aber nur wenige Bauherren – trotz der grossen Auswahl und der Begeisterung, die Carlo auch für unkonventionelle Farbtöne vermittelt. In den meisten Fällen wählt man eine der folgenden drei Farben: Einerseits die beiden Grautöne RAL 9006 und 9007, andererseits ist es das Graphitschwarz NCS 8000. Immerhin holt RAL 7022 (Umbragrau) in letzter Zeit etwas auf.

Carlo hat aber Verständnis für diese Wahl. Die Metallic-Farben RAL 9006 und 9007 sind nämlich nicht einfach kraftlose Grautöne. Vielmehr spiegelt sich in diesen Lamellenstoren die Umgebung, was die Sache sehr spannend macht.

«Mit diesen Farben kann man eigentlich nichts falsch machen.»

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Qualität und Toleranzen

Bei einem Bauteil lässt sich die Toleranz zum Soll-Wert in Millimetern ausdrücken. Doch wie geht das bei Farben? Dafür gibt es den Lab-Farbraum. Das ist eine Kugel mit drei Achsen: der Schwarz-Weiss-, Grün-Rot- und Blau-Gelb-Achse. Jede gewünschte Farbe kann nun in diesem Raum genau verortet und mit der tatsächlichen Farbe verglichen werden. Dann kann man den Unterschied auf den jeweiligen Achsen feststellen.

Die Fachliteratur besagt, dass ab einem kumulierten Abweichungswert von mehr als 0,5 die Farbabweichung langsam wahrgenommen werden kann. Doch in der Praxis ist das alles nicht ganz so einfach und dieser Abweichungswert ist je nach Farbton unterschiedlich schnell vom Menschen wahrnehmbar. Deshalb: Wenn es Differenzen gibt, ist es das Beste, mit dem Kunden vor Ort je nach Fall eine individuelle Lösung zu finden.

Weiterführendes

Wie die Lamellen in den verschiedensten Farben aussehen, siehst du auf der Website der Firma Griesser. Wie du mit Lamellenstoren – egal in welchen Farbtönen – das Sonnenlicht optimal nützt, kannst du in diesem Baublog nachlesen.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen. 

Beste Grüsse
Marco

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