Sitzbänke, Brunnen, Pflanzbecken oder Baumeinfassungen: Betonelemente können im Garten- und Landschaftsbau echte Akzente setzen. Gerade bei Sonderanfertigungen entscheidet sich allerdings lange vor der Produktion, ob man sie wirtschaftlich umsetzen kann.
Wie werden also solche Betonelemente am besten geplant?
Darüber diskutierten im Podcast Dominik Estermann von der CREABETON AG (Spezialist für Betonelemente und Sonderanfertigungen) sowie Matthias Wipfli von Wipfli Bausupport (Experte für Gartenbau und Landschaftsarchitektur). Der folgende Baublog fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Fachgespräch zusammen.
Ganz am Schluss findest du ausserdem noch unsere exklusive Profi-Checkliste zum Thema als Gratisdownload!

Die wichtigsten Entscheidungen fallen früh
Einer der häufigsten Fehler: Betonelemente werden erst detailliert geplant und anschliessend beim Hersteller angefragt. Genau dann sind viele wichtige Entscheidungen aber bereits gefallen.
Besser ist es, den Hersteller schon in einer frühen Phase einzubeziehen – idealerweise bereits bei Kostenschätzung und Kostenvoranschlag. Zu diesem Zeitpunkt muss noch nicht jedes Detail definiert sein. Entscheidend ist vielmehr, früh zu klären, welche Ideen technisch sinnvoll umsetzbar sind und wo sich mit kleinen Anpassungen grosse Einsparungen erzielen lassen.
Je besser die vorhandenen Plangrundlagen sind, desto genauer kann der Hersteller beurteilen:
- welche Geometrien technisch sinnvoll sind,
- ob Standard- oder Sonderelemente infrage kommen,
- wie sich Produktionskosten reduzieren lassen,
- welche Transport- und Versetzmöglichkeiten notwendig sind,
- und mit welchen Vorlaufzeiten gerechnet werden muss.
Eine frühe Zusammenarbeit erhöht damit auch die Kostensicherheit für Architekten, Bauleiter und Bauherrschaften.
Wiederkehrende Formen sparen richtig Geld
Bei Sonderanfertigungen ist nicht primär der Beton selbst der grosse Kostentreiber – häufig ist es die Schalung.
Werden beispielsweise 15 Sitzbankelemente mit 15 unterschiedlichen Radien geplant, braucht es entsprechend viele individuelle Formen. Das verursacht zusätzliche Arbeit, Material und Kosten. Zudem können solche Schalungen nach Abschluss des Projekts kaum wiederverwendet werden.
Deutlich effizienter sind wiederkehrende Geometrien. Oft lässt sich die ursprüngliche Gestaltungsidee mit wenigen standardisierten Radien, unterschiedlichen Schenkellängen oder geraden Zwischenelementen nahezu identisch umsetzen.
Damit entsteht ein doppelter Vorteil: Die Produktion wird wirtschaftlicher und gleichzeitig nachhaltiger, weil Schalungen mehrfach verwendet werden können. Genau dieses Optimierungspotenzial sollten Landschaftsarchitekt, Planer und Hersteller möglichst früh miteinander diskutieren.

Oberfläche: Schön muss nicht teuer sein
Bei Sichtbetonelementen spielt die Oberfläche eine zentrale Rolle. Glatt, sandgestrahlt, gestockt oder geschliffen – jede Bearbeitung verändert nicht nur die Optik, sondern auch Kosten und Eigenschaften des Bauteils.
Eine sandgestrahlte Oberfläche ist beispielsweise vergleichsweise effizient maschinell herstellbar und bietet gleichzeitig Vorteile bei der Rutschfestigkeit. Gestockte Oberflächen können dagegen deutlich aufwendiger und damit teurer werden.
Gerade hier lohnt sich die Frage: Welcher gestalterische Effekt ist tatsächlich notwendig?
Manchmal lässt sich mit einer günstigeren Oberflächenbearbeitung nahezu dieselbe Wirkung erzielen. Das eingesparte Budget kann der Bauherr dann beispielsweise in zusätzliche Sonderelemente oder andere gestalterische Qualitäten investieren.
Auch bei Farben bestehen viele Möglichkeiten. Über Pigmente können unterschiedliche Farbtöne erzeugt werden. Allerdings lässt sich Beton nicht eins zu eins nach einer RAL- oder NCS-Farbkarte herstellen. Rohstoffe, Pigmente und Oberflächenbearbeitung beeinflussen das spätere Erscheinungsbild. Deshalb empfiehlt es sich, reale Muster und möglichst grossformatige Referenzelemente zu beurteilen.

Die Baustellenlogistik gehört auf den Plan
Ein fünf Tonnen schweres Betonelement zu produzieren, ist die eine Sache. Es an der richtigen Stelle auf einer fast fertiggestellten Baustelle zu platzieren, eine ganz andere.
Besonders im Garten- und Landschaftsbau kommen die grossen Elemente häufig erst relativ spät zum Einsatz. Der Baukran ist dann möglicherweise bereits demontiert, Zufahrtswege sind eingeschränkt oder fertige Bauteile dürfen nicht mehr beschädigt werden.
Deshalb müssen bereits während Planung und Ausschreibung Fragen beantwortet werden wie:
- Wie schwer und gross ist das Element?
- Wo kann der Lastwagen zufahren?
- Ist ein Mobilkran notwendig?
- Welche Reichweite muss dieser haben?
- Wie wird das Element angeschlagen und versetzt?
- Sind sichtbare Versetzanker akzeptabel oder braucht es andere Lösungen?
Auch Gewichtsreduktionen können interessant sein. Sie sparen zwar nicht automatisch Produktionskosten, können aber dazu führen, dass ein kleinerer Kran eingesetzt werden kann – und damit die Gesamtkosten des Projekts reduzieren.
Allgemein gilt: Wer Transportwege, Hebemittel, Einbringöffnungen und Zuständigkeiten rechtzeitig klärt, entlastet die Mitarbeitenden und stärkt die Qualität auf der Baustelle. Mehr zu einer körperschonenden Baulogistik findest du in diesem früheren Blog mit der Suva.

Vorfabrikation bringt Qualität & Geschwindigkeit
Ein grosser Vorteil von Betonelementen aus dem Werk sind die kontrollierten Produktionsbedingungen. Temperatur, Verarbeitung und Herstellung lassen sich deutlich besser steuern als bei einer Betonage direkt auf der Baustelle.
Dort können Hitze, Kälte, Regen oder andere Witterungseinflüsse die Arbeit erschweren. Vorgefertigte Elemente kommen dagegen weitgehend fertig auf die Baustelle und müssen nur noch versetzt werden. Das kann die Bauzeit vor Ort deutlich verkürzen.
Wichtig ist jedoch eine realistische Terminplanung. Schon bei einfachen Sonderanfertigungen sind oft mehrere Wochen Vorlauf notwendig. Aufwendige Brunnenelemente können eine Produktionszeit von etwa acht bis zwölf Wochen erreichen. Deshalb gehören Sonderanfertigungen früh ins Terminprogramm.

Nachhaltigkeit beginnt nicht erst beim Recycling
Nachhaltige Betonelemente bedeuten mehr als nur weniger Material einzusetzen. Entscheidend ist der gesamte Lebenszyklus.
Beton lässt sich nach dem Rückbau aufbereiten und teilweise wieder in den Materialkreislauf zurückführen. Gleichzeitig können wiederverwendbare Schalungen, optimierte Geometrien und kurze Transportwege die Umweltbelastung reduzieren.
Auch die Wahl eines Schweizer Herstellers kann Vorteile bringen: kurze Wege, direkter Kontakt bei Qualitätsfragen und eine einfachere Organisation von Lieferung und Versetzung. Gerade bei komplexen Sonderanfertigungen sind Flexibilität und Betreuung oft mindestens so entscheidend wie der reine Stückpreis.
Betonelemente clever planen – mit dieser Checkliste!
Das Fazit ist klar: Die grössten Einsparungen entstehen nicht auf der Baustelle, sondern in der Planung. Wer Geometrie, Oberfläche, Farbe, Logistik und Produktion frühzeitig gemeinsam mit dem Hersteller betrachtet, schafft mehr Kostensicherheit und vermeidet spätere Überraschungen.
Damit du bei deiner nächsten Sonderanfertigung keinen wichtigen Punkt vergisst, haben CREABETON und die beteiligten Experten das Fachwissen in einer praktischen Checkliste zusammengefasst.
Hier kannst du die Checkliste für Betonelemente als Sonderanfertigung kostenlos herunterladen: https://creabeton.ch/de/checkliste-betonmanufactur/