Baustopp: 4 Tipps, wie du ihn vermeiden kannst

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Inhaltsverzeichnis

Alle Maschinen stehen still, kein Unternehmer weit und breit: Baustopp. Dieses Alptraumszenario kann dich im schlimmsten Fall in den Ruin treiben. Wir werden deshalb heute nicht nur klären, welche Arten von Baustopp es gibt, sondern auch, wie du ihn vermeiden kannst. Ausserdem werde ich dir ein echtes Fallbeispiel aus meinem Bauleiteralltag erzählen.

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Welche Arten von Baustopp gibt es?

Folgende Situationen können einen sofortigen Stopp der Bauarbeiten zur Folge haben:

  1. Bauen ohne Baubewilligung
    Wenn du etwas ohne die entsprechende Bewilligung baust, musst du mit einer Busse rechnen. Im schlimmsten Fall musst du dein Projekt sogar wieder abreissen. Mein Tipp: Frage deinen Bauleiter oder Architekten nach der Baubewilligung und werfe noch selber einen Blick darauf. So bist du auf der sicheren Seite.
  2. Denkmalgeschützte Gebäude abgerissen
    Baust du ein denkmalgeschütztes Gebäude um, musst du die Denkmalpflege unbedingt eng mit dir zusammenarbeiten lassen. Sonst drohen hier Fehler und hohe Bussen.
  3. Nicht nach den gültigen Plänen gebaut
    Deine Pläne müssen auf der Gemeinde vom Bauamt bewilligt werden. Bist du aus irgendwelchen Gründen gezwungen deinen Plan zu ändern, müssen diese Änderungen auch erst wieder bewilligt werden.
  4. Neubau statt Umbau ausgeführt
    Das geht in eine ähnliche Richtung wie Punkt 3: Du kannst nicht einfach einen Umbau planen und dann doch auf einem neuen Fundament einen Neubau errichten. Auch dafür brauchst du natürlich erst eine Baubewilligung.
  5. Grenzabstände zum Wald, zu Nachbarn und anderen Parzellen nicht eingehalten
    Hier kann es schon zum Problem werden, wenn du nur zwei oder drei Zentimeter über eine Grenzlinie hinausgebaut hast. So etwas ist sehr ärgerlich und ein guter Architekt kalkuliert immer etwas Masstoleranz ein.
  6. Baustopp durch Bauherrn verordnet 
    Wenn es so viele Mängel gibt, dass ein Weiterarbeiten gar nicht möglich ist, kann auch der Bauherr einen Stopp verordnen. Er zieht dann quasi die Notbremse und lässt alle Mängel abarbeiten.
  7. Konkurs des Bauunternehmers
    Hier schützt du dich, indem du dem Baufortschritt entsprechend und nicht weit im Voraus bezahlst. 

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Was kann ich als Bauherr tun, um einen Baustopp zu vermeiden?

Du kannst einen Bauherrenvertreter beauftragen. Er wird die Bau- und Terminpläne kontrollieren und deine Interessen vertreten.

Du solltest eine andere Hausbank haben als dein GU oder Architekt, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

Der Ersteller muss dir einen genauen Zahlungsplan vorlegen, wo du siehst, wann du welche Zahlung auslösen musst. Das Aufteilen in viele Ratenzahlungen gibt dir mehr finanzielle Sicherheit.

Wenn deine Baustelle im Chaos versinkt, hilft dir in gewissen Fällen nur noch ein Baujurist. Etwa dann, wenn die Termine nicht mehr eingehalten werden, der GU aber trotzdem weiterhin immer wieder neues Geld verlangt.

Wer kann einen Baustopp einleiten?

Einerseits ist dies das Bauamt, das sporadisch Kontrollen macht. Andererseits kann auch eine Drittperson beim Bauamt eine Meldung machen. Doch auch hier kommt der Entscheid vom Bauamt, das dir den Baustopp mit einem eingeschriebenen Brief zustellt.

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Fallbeispiel

Im Folgenden die anonymisierte Version einer Baustopp-Geschichte, die ich als Bauleiter erlebt habe. Und zwar geht es um einen etwas grösseren Umbau. Wie oben unter Punkt 3 beschrieben, stimmten hier irgendwann die ursprünglich bewilligten Baupläne nicht mehr mit den Ausführungsplänen überein. Der Architekt hatte versäumt, die einschneidenden Änderungen beim Bauamt vorzuzeigen.

Es kam also zum Baustopp und damit zu Bauverzögerungen – und die kosten Geld. Denn mit jedem Tag Verspätung entgehen dem Bauherrn Einnahmen, die das fertige Gebäude einst generieren soll. 

Deshalb meine Bitte an dich: Arbeite nur mit qualitativ hochwertigen Unternehmern, die in deinem Interesse handeln. Eine wichtige Hilfe kann ein Bauherrenvertreter sein – darüber erfährst du in dieser Folge mehr.

Wenn ich dir heute weitergeholfen habe, würde ich mich riesig über eine Bewertung und einen positiven Kommentar auf iTunes freuen. 

Ich stehe für Bauqualität, Kosteneffizienz und Termineinhaltung.

Beste Grüsse, Marco

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Beste Grüsse
Marco

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2 Gedanken zu „Baustopp: 4 Tipps, wie du ihn vermeiden kannst“

  1. Gute kurze Zusammenfassung. Vor dem Gang zum Baujuristen kann oft die Einschaltung eines Baumediators helfen. Denn viele Probleme sind zuerst Kommunikationsprobleme und diese nehmen einmal begonnen oft zu. Schafft man diese zu lösen lassen sich die technischen Themen viel einfacher und schneller lösten. Der Baujurist kann die größte Bauzeitverzögerung auslösen.

    1. Hallo Jürgen
      Das hast du toll geschrieben. Zu 80% liegt es an der Kommunikation. Je früher man konstruktiv miteinander spricht, desto qualitativ hochwertiger wird die Ausführung.

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