Bei Brandschutztüren entscheidet sich die Qualität nicht auf der Baustelle, sondern in der Produktion. Hier werden die Grundlagen gelegt – für Funktion, Termine und Kosten.
Markus Egli, Geschäftsführer der Metallbau Bühlmann AG, gibt im zweiten Teil unserer Serie deshalb direkte Einblicke in die Fertigung und zeigt, worauf es bei hochwertigen Brandschutztüren wirklich ankommt. Es geht sowohl um typische Fehler in der Produktion als auch um häufige Risiken in Planung und Bauleitung.
Unser Kooperationspartner: Die Metallbau Bühlmann AG fertigt hochwertige Lösungen für Türen, Fenster und Fassaden aus Aluminium, Stahl, Edelstahl und Glas. Das Unternehmen setzt dabei auf Innovation und sorgt beispielsweise mit modernen QR-Code-Lösungen bei Brandschutztüren für eine einfache Dokumentation sowie effizientere Wartung und Schadensmeldungen.

Das macht Brandschutztüren aufwendiger
Im Vergleich zu Standardtüren ist der Aufbau einer Brandschutztür deutlich komplexer – ein Umstand, der sich auch in der täglichen Arbeit bei der Metallbau Bühlmann AG widerspiegelt.
Je nach Ausführung kommen schnell über 200 Einzelteile zusammen. Dazu zählen neben den sichtbaren Komponenten auch zahlreiche kleine Bauteile wie Schrauben, Dichtungen und Verbindungselemente.
Diese Komplexität führt zu:
• höherem Materialaufwand
• mehr Arbeitsschritten
• erhöhtem Kontrollaufwand
In der Praxis bedeutet das, dass Brandschutztüren häufig 10 bis 20 Prozent teurer sind als vergleichbare Standardlösungen.
Schlechte Terminplanung kann teuer werden
Die Liefersituation hat sich seit der Corona-Zeit deutlich entspannt. Dennoch gibt es weiterhin sogenannte «Langläufer». Dabei handelt es sich heute weniger um generelle Lieferengpässe, sondern vielmehr um Spezialkomponenten wie Motorenschlösser, besondere Beschläge oder spezifische Oberflächen.
Gerade deshalb ist eine saubere Terminplanung entscheidend.
In der Praxis arbeitet die Metallbau Bühlmann AG mit einer klaren Regel: Rund vier Wochen vor Produktionsstart sollten keine Änderungen mehr vorgenommen werden.
Der Hintergrund ist einfach: Zu diesem Zeitpunkt sind die wesentlichen Komponenten definiert und bestellt, interne Abläufe eingeplant und Ressourcen fix zugeteilt. Späte Änderungen führen zwangsläufig zu Verschiebungen – im eigenen Betrieb und auf der Baustelle.
Eine stabile Planung schafft damit nicht nur Terminsicherheit gegenüber dem Bauherrn, sondern auch Ruhe und Effizienz in der Produktion.

Brandschutz beginnt im Werk – nicht auf der Baustelle
Viele entscheidende Details einer Brandschutztür müssen bereits in der Produktion korrekt umgesetzt werden. Dazu gehören insbesondere die Befestigungspunkte. Diese sind systemseitig genau definiert und basieren auf geprüften Brandversuchen. Anzahl, Abstände und Positionen dürfen nicht beliebig verändert werden!
Zusätzlich kommen zahlreiche Komponenten hinzu, die bei Standardtüren nicht vorhanden sind:
• Brandschutz-Aufschäumstreifen
• Halteklammern
• spezielle Dichtungen
• weitere systemrelevante Elemente
Diese Bauteile müssen präzise eingebaut und dokumentiert werden. Eine nachträgliche Anpassung auf der Baustelle ist zwar theoretisch möglich, entspricht jedoch weder den Qualitätsanforderungen noch der Systemlogik.
Die Produktion stellt somit sicher, dass alle brandschutzrelevanten Anforderungen korrekt umgesetzt und nachvollziehbar dokumentiert sind.

Materialrüsten: Unscheinbarer Schritt mit grosser Wirkung
Ein häufiger, aber oft unterschätzter Fehler in der Produktion liegt im Materialrüsten. Besonders problematisch wird es, wenn mit der Produktion begonnen wird, obwohl nicht alle Komponenten vollständig vorhanden sind. Fehlen einzelne Teile, muss die Fertigung unterbrochen werden. Die Tür wird beiseitegelegt, Prozesse geraten ins Stocken.
Aber auch organisatorische Fehler wirken sich stark aus. Werden Materialien unübersichtlich oder nicht positionsweise bereitgestellt, entsteht ein zusätzlicher Suchaufwand. Mehrere Mitarbeitende sind involviert, Abläufe werden unterbrochen und wertvolle Zeit geht verloren.
Sauberes, strukturiertes und positionsweises Rüsten ist deshalb ein zentraler Effizienzfaktor – auch wenn es im ersten Moment mehr Disziplin erfordert.
Details, die sich später auszahlen
Ein Qualitätsmerkmal, das oft übersehen wird, ist die Führung von Kabeln innerhalb der Tür. Werden diese in Leerrohren verlegt, lassen sich spätere Anpassungen oder Reparaturen deutlich einfacher durchführen. Ohne diese Vorbereitung kann ein Kabelwechsel aufwendig werden und zusätzliche Arbeiten wie Demontagen oder Improvisationen erforderlich machen.
Ein weiteres Beispiel ist das Elektroschloss. Diese Komponenten werden bei der Metallbau Bühlmann AG bereits im Werk eingebaut und geprüft. Nach der Montage erfolgt eine zweite Kontrolle auf der Baustelle.
Diese doppelte Prüfung ist notwendig, da elektrische Verbindungen empfindlich sind und zwischen Produktion und Montage beschädigt werden können. Gleichzeitig schafft sie Sicherheit und Klarheit bei späteren Defekten.
Ästhetik & Systemvorgaben: Wo die Grenzen liegen
Architektonische Anforderungen treffen bei Brandschutztüren auf klare systemtechnische Vorgaben. Während bei Standardtüren oft grosse gestalterische Freiheit besteht, sind bei Brandschutztüren viele Details festgelegt. Dazu gehören insbesondere Befestigungen und Anschlusslösungen.
Kompromisse sind möglich, setzen jedoch eine frühzeitige Planung voraus. Wer diese Details zu spät berücksichtigt, muss oft mit optisch weniger überzeugenden Lösungen arbeiten.
Abnahmen & Dokumentation
Ein zentrales Problem in der Praxis ist die eingeschränkte Kontrollmöglichkeit bei der Abnahme. Viele brandschutzrelevante Details sind zu diesem Zeitpunkt bereits verdeckt und nicht mehr sichtbar – eine Situation, die auch bei Projekten der Metallbau Bühlmann AG immer wieder vorkommt. Geprüft wird häufig nur noch die Funktion der Tür, nicht jedoch die tatsächliche Ausführung.
Deshalb gewinnen Zwischenabnahmen und Fotodokumentationen zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es, die korrekte Ausführung nachzuweisen und spätere Diskussionen zu vermeiden.

Risiken richtig absichern
Transportschäden gehören zu den häufig unterschätzten Risiken im Metallbau. Nicht jeder Schaden wird automatisch vom Transporteur übernommen. In bestimmten Fällen, etwa bei sicherheitsbedingten Bremsmanövern, kann die Haftung ausgeschlossen sein.
Eine sogenannte All-Risk-Versicherung bietet hier eine umfassendere Absicherung. Sie deckt grundsätzlich alle Schäden ab, die nicht explizit ausgeschlossen sind, und sorgt damit für mehr Klarheit und Sicherheit.
Bei der Metallbau Bühlmann AG werden die Türen übrigens vollständig verpackt – einerseits zum Schutz vor Beschädigungen, Verschmutzung und Witterungseinflüssen, andererseits auch als Nachweis dafür, dass die Elemente transportgerecht vorbereitet wurden.
Fazit: Produktion entscheidet über Erfolg
Die Produktion ist bei Brandschutztüren kein Zwischenschritt, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor. Gerade die Einblicke in die Arbeitsweise der Metallbau Bühlmann AG zeigen, wie stark Qualität, Termine und Kosten bereits im Werk beeinflusst werden.
Wer frühzeitig sauber plant, strukturiert arbeitet und systemkonform produziert, schafft die Voraussetzung für eine reibungslose Montage und langfristig funktionierende Lösungen.
Hier erfährst du noch mehr darüber, wie du bereits in der Planung die richtigen Weichen stellst.