Aufrichtfest ausser Kontrolle – Eine Geschichte aus dem Bauleiter Leben

Aufrichtfest

In diesem Beitrag erzähle ich Dir von einem Aufrichtfest, wie du es nicht machen solltest. Und zum anderen gebe ich dir wertvolle Tipps an die Hand, welche du beachten solltest.

Im zweiten Jahr meiner Bauleiter Karriere, habe ich eine Baustelle im Zürcher Oberland geleitet. Wir durften 4 Einfamilienhäuser erstellen. Der Bauherr war ein relativ angenehmer Kunde.

Aber wie der Titel schon sagt, war die Katastrophe schon vorprogrammiert, denn er wollte so viel wie möglich selbst in die Hand nehmen. Er war noch ein Mann der alten Schule.

Zudem bekommst du von mir Tipps, wie du dich als zukünftiger Bauherr bei einer Aufrichte verhalten solltest.

Was ist ein Aufrichtfest überhaupt?

In der Schweiz heisst dieses Fest Aufrichtfest. In Deutschland ist es bekannt unter dem Namen Richtfest. Sobald der Rohbau eines Gebäudes fertiggestellt ist und der Dachstuhl errichtet ist, wird das Fest gefeiert.

Wenn das Gebäude keinen Dachstuhl besitzt und ein Flachdach erstellt wurde, dann heisst es das Deckenfest.

Wie läuft ein Aufrichtfest ab?

Der Dachstuhl wird mit einem sogenannten Richtkranz oder einem Richtbaum geschmückt. An diesem Tag hält der Polier oder ein Zimmermann eine kleine Ansprache das wäre dann der sogenannte Richtspruch. Zum einen ist dieser ein Dank an den Architekten und Bauherr, zum anderen wird dieses Fest dem Gottes Segen für das Haus gewidmet.

Sobald der Zimmermann oder der Polier mit seiner Rede fertig ist, trinkt er einen Schnapps oder ein Glas Wein auf das Wohl des Bauherrn.

Dann kommt der spannende Moment und der Redner wirft das Glas vom Dach auf den Boden. Wenn das Glas nun zerspringt, dann bringt das für den Bauherrn und das Haus Glück. Wenn es nicht zerspringt, dann bringt das gemäss altem  Brauch Schmach und Häme für den Werfer.

Ab diesem Zeitpunkt wird gefeiert und gegessen.

Wie unser Fest eine Katastrophe wurde

Dazumal hatten wir 4 Einfamilienhäuser erstellt. Bei einer solch kleinen Baustelle gab es leider nur 1 Fest. Aber das ist soweit üblich.

Das Datum wurde fixiert und es wurde vereinbart, dass der Bauherr das Essen bringt. Er wollte Fleisch, Würste, Salate, Kuchen und Trinken besorgen. Zudem musste er noch einen Grill liefern.

Soweit so gut. Da der Bauherr aber nur ein begrenztes Budget eingeplant hatte, reichte es für den Kaffee nicht mehr. Also musste ich von unserem Geschäft eine organisieren und schlussendlich gab es dann auch feinen Kaffee zu trinken. Dieser wurde dann von unserem Geschäft gesponsert.

Ein grosser Kugelgrill hatte unser Bauherr mitgebracht. Ein grosser Sack Kohle und ein paar weisse kleine Anzündwürfel.

Natürlich mussten wir frühzeitig anfeuern, da die Aufrichte auf den Mittag gelegt wurde.

Zu dieser Zeit war es schon Winter und es hatte schon Schnee vor der Türe. Zudem muss ich sagen, dass das Haus schon verputzte Wände hatte. Was noch fehlte war der Anstrich vom Maler und der Bodenbelag. Ansonsten waren wir schon sehr weit.

Also wollte der Bauherr anfeuern. Er schmiss 4 kleine weisse Anzündwürfel rein und dachte dass das schon brennen würde.

Ich als alter Pfadfinder habe diesem Spektakel 10 Minuten zugeschaut. Als sich die Kohle nicht erwärmt hatte, musste ich die Initiative ergreiffen.

Schwere Geschütze wurden aufgefahren. Der Grill stand immer noch vor der Türe und ich holte einen Gasbrenner von einem Handwerker.

Nach 5 Minuten glühten alle Kohlen hervorragend, da ich den Gasbrenner direkt reingehalten hatte.

Wir konnten beginnen zu grillieren.

Der Bauherr meinte jedoch, wir könnten den Grill ins Wohnzimmer schieben. Dann wäre es ja gemütlicher zum grillieren und essen. Zudem gibt der Grill ja warm.

Stell dir vor, 20 Leute in einem kleinen Raum, ein grosser Holkohle Grill und 30 Würste und Fleisch auf dem Grill.

Der Grill fing an zu rauchen und nach kurzer Zeit konnte man in diesem Wohnzimmer nichts mehr sehen.

Wir mussten dann den heissen Grill wieder rausstellen. Jedoch haben wir uns entschieden den Grill zwischen einem Raumhohen Fenster und dem Baugerüst zu positionieren.

Ich kann dir sagen, das hat ausgesehen. Und so musste ich also zwischen Gerüst und Fenster und Fassade grillieren

Naja wenigstens wurden die Würste gut.

 

Wissenwertes rund ums Aufrichtfest/Richtfest

Wenn du ein Aufrichtfest planst, dann sind gute Tage die Freitage. Oftmals wird ein Mittagessen durch den Bauherr in Zusammenarbeit mit dem Ersteller organisiert.

Warum der Freitag? Ja die Handwerker haben dann die ganze Woche gearbeitet und der Freitag Nachmittag kann dann noch fürs aufräumen der Baustelle genutzt werden. Die Freitag Nachmittage auf der Baustelle sind meistens schon eine Einläutung ins Wochenende.

Zum Aufrichtfest ist es üblich dass auch weitere Helfer, die Nachbarn, die Freunde und Verwandten eingeladen werden. Dann kann man zeigen, wie der Baufortschritt läuft.

Heutzutage melden sich jedoch immer mehr Handwerker, Geschäftsführer und Arbeiter von diesen Aufrichtfester ab. Man möchte halt mehr Zeit mit der Familie verbringen oder im Geschäft wartet noch viel Arbeit auf die jeweilige Person.

Als Bauherr würde ich dir vorschlagen dass du einen Catering Service organisierst. Du hast sowieso schon genug zu tun und du musst die Leute unterhalten.

Viel Erfolg bei deiner Aufrichte. Ich habe diese Feste immer gerne gemocht.


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