
Die Anfänge im Kleinbetrieb
Wie eingangs erwähnt ist eine der grundlegenden Voraussetzungen eine gute Geschäftsidee. Wenn du als Baublogleser jetzt nicht weisst, was das im Fall von Quooker ist, dann kennst du vermutlich noch nicht den Wasserhahn, der alles kann. Was der Quooker genau für ein Produkt ist, kannst du hier in einem früheren Baublog nachlesen. «Ich würde nicht sagen, dass ich ins kalte Wasser geworfen wurde. Vielmehr bin ich ins kalte Wasser mitgegangen.» Die Mitarbeiter hätten all die Herausforderungen, die auf sie zukamen, einfach versucht anzunehmen und zu lösen. Dabei erhielten sie auch Unterstützung vom Mutterunternehmen in den Niederlanden, wo der Quooker sehr populär ist. Zu Beginn war gerade dieser Punkt die Herausforderung: Der Quooker muss in der Schweiz berühmt gemacht werden. Es galt für das Start-up-Team, das Produkt den Vertriebspartnern, Händlern, Schreinern und Küchenverkäufern vorzustellen. Dabei musste man vielen erst mal die Angst vor dem Wasserhahn nehmen. Und sie mussten den Mehrwert des Produktes aufzeigen. Relativ schnell hat das Start-up festgestellt, dass es unbedingt zum Produkt selbst einen zusätzlichen Service bieten muss. Der Service-Aufbau war eine der ersten Aufgaben von Marcel. Zu Beginn hatten sie einen Servicetechniker; mittlerweile sind es fünf und dazu 14 Servicepartner. Der Kunde muss sich darauf verlassen können, dass die Installation funktioniert und dass bei Fragen jemand Antworten liefern kann. Dies empfiehlt Marcel generell jedem Start-up, das ein technisches Produkt verkauft. Vorausgesetzt, dieses Produkt ist wie der Quooker noch nicht bei allen Handwerkern hinlänglich bekannt. «Wenn die Leute wissen, dass sie nach der Installation für das Produkt einen guten Service haben, sind sie auch bereit, ein bisschen mehr dafür zu bezahlen.»
Wie macht man ein Produkt bekannt?
Quooker setzt unter anderem auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Denn Marcel ist überzeugt: Wer ihr Produkt einmal hat, der will es nicht mehr hergeben. Wenn dann der Service auch noch stimmt, dann sprechen die Kunden noch mehr darüber. Weiter startete das Unternehmen TV-Werbung. Bei Anfragen von Endkunden verwies man auf die entsprechenden Händler, welche die Beratung durchführen konnten. Ausserdem nutzt Quooker diverse Social-Media-Kanäle, was laut Marcel eine grosse Wirkung hat.Die Zieldefinition
Die Zielsetzung bei Quooker läuft primär über die Verkaufszahlen. Dieses Ziel wird pro Jahr festgelegt und dann runtergebrochen auf Monate und Wochen, um überprüfen zu können, ob man auf Kurs ist. Ist das Unternehmen auf gutem Weg, ergeben sich aus dem Wachstum zwangsläufig neue Zielsetzungen: gutes Personal, Büroräumlichkeiten und Lagerfläche finden. Und nicht zuletzt strebt man eine möglichst hohe Kundenzufriedenheit an. Dass es bei Quooker Schweiz richtig gut läuft, sieht man nur schon an den Zahlen: Als Marcel 2017 angefangen hat, waren es lediglich zwei Teilzeitangestellte im Büro. Jetzt (Stand Juli 2021) sind es schon 22 Mitarbeiter. Dazu wurden diverse Abteilungen gegründet und mit Teamleadern besetzt. «Es ist sehr wichtig, dass sich die Mitarbeiter als Teil dieser Geschichte fühlen und merken, dass sie hier etwas bewegen können.»